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127 Hours - Arm ab oder Leben weg: Das ist hier die Frage

Wie geht man damit um, wenn man mutterseelenallein in der Wildnis verunglückt und keine Aussicht auf Rettung durch andere hat? Im gefeierten Film 127 Hours nimmt es Spider-Man Co-Star James Franco mit Humor.

von Christian Mester,
25.02.2011 15:28 Uhr

Während sich die meisten Regisseure auf gewisse Untergenres konzentrieren und sich nur selten in für sie ungewohnten Gefilden aufhalten, hat sich der britische Filmemacher Danny Boyle geradezu darauf spezialisiert, nicht kategorisiert werden zu können. Boyle machte erstmals 1996 mit seinem wirren Milieudrama Trainspotting auf sich aufmerksam, dessen Geschichte über drogenabhängige Großstadt-Loser Ewan McGregor zum Star machte und Kultstatus erreichen konnte. Kurz darauf drehte er The Beach mit Leonardo DiCaprio, der das Thema Drogen zwar ebenfalls indirekt beinhaltete, als Film jedoch stilistisch und strukturell gänzlich andere Wege einschlug. Vom paradiesischen Inselszenario losgelöst ging es dann mit 28 Days Later erfolgreich ins völlig andersartige Horrorgenre. 2007 wandelte er sich dann erneut, indem er mit Sunshine einen finsteren und atmosphärischen Science-Fiction Thriller über einen Flug zur Sonne schuf. Als fände er keinen noch größeren Stilbruch, wurde sein Folge-Projekt eine grelle Bollywood-Romanze, die mit ihrer ansteckenden Lebhaftigkeit ganz Hollywood für sich gewinnen konnte. 2011 meldet er sich nun mit einem Ein-Mann-Survival-Drama zurück, das ebenfalls gehörig auf sich aufmerksam machen konnte - der Film ist für etliche Oscar-Auszeichnungen nominiert.

Handlung

Der junge Aron Ralston (James Franco) hält nicht viel von einem gewöhnlichen Berufsalltag, von Konversationen, engen Krawatten und anderen Grundzügen des bürgerlichen Lebens. Seine Zeit verbringt der bevorzugt unbeschwerte lebende Tausendsassa lieber in der freien Natur, weswegen er eines Tages einen Trip in die zerklüfteten Canyons Utahs unternimmt. In der imposanten, aber auch kargen Felslandschaft trifft er dabei auf zwei junge Urlauberinnen (Kate Mara, Amber Tamblyn), die ihn für einen netten, aber auch schrägen Vogel halten. Zusammen gehen sie in einem unterirdischen See schwimmen und albern eine Weile herum, bis es Ralston wieder weiter zieht.

Ungeduldig klettert er auf sich allein gestellt weiter, bis das große Unglück eintrifft. In einer engen Passage eines Canyons rutscht er ab, stürzt und klemmt seinen Arm unter einem mehrere hundert Kilo schweren Stein ein. Er versucht sich durch eigene Kraft zu befreien, doch als das nicht funktioniert, ahnt er, welch Schicksal ihm blüht. Da er niemandem Bescheid gegeben hat und auch kein Telefon bei sich hat, scheint sein Abenteuer sein letztes zu werden. Mit fortschreitender Zeit und Dehydrierung gerät Ralston ins Delirium, bekommt Wahnvorstellungen, träumt und protokolliert seine letzten Stunden mit seiner Digicam.

127 Hours - Bilder zum Kinofilm ansehen

Beklemmend

Ein Mann steckt unter einem großen Stein fest? Wer nun erwartet, dass die prägnante Szene des Trailers nur Aufhänger für einen aufregenden Survival-Kampf zurück in die Zivilisation ist, oder dass sie erst als Höhepunkt eines längeren Abenteuers passiert, der irrt gewaltig. 127 Hours ist - wie fast alle Boyles - eine eher ungewöhnliche Survival-Geschichte geworden, die ohne rührseligen Kitsch ala Cast Away und ohne hollywoodreife Actioneinlagen ala Vertical Limit auskommt. Die grundlegende Handlung des Films ist sogar so unwichtig, dass es keine Rolle spielt, liest man versehentlich bereits im Vorfeld, wie Ralstons Schicksal auch in Wirklichkeit endete (der Film basiert auf einer wahren Begebenheit).

Stattdessen ist es eine sehr seltsame Mischung aus Abenteuerfilm, Drama, Tragikfilm, Selbstfindungstrip und unterhaltsamem Motivationsstreifen, der in dynamischen Bildern und lockerer Gangart unterschiedlichstee Emotionen schüren will. 127 Hours soll zuweilen Spaß machen, spannend sein, Mitleid wecken und nachdenklich stimmen, während der Film technisch versucht, Ralstons wandelnden Geisteszustand audiovisuell nachfühlen zu lassen. Eine vielschichtige Aufgabe, die Boyle aber mit Leichtigkeit erfüllt und durch die sein neuer Film zum sehenswerten Erlebnis wird.


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