15 Jahre Morrowind - Vorwärts in die Vergangenheit

Vor 15 Jahren haben wir in Elder Scrolls 3: Morrowind das erste Mal die Vulkaninsel Vvardenfell betreten. Online geht es nun endlich wieder zurück. Was hat sich seitdem verändert, was ist geblieben?

von Jonas Gössling,
23.05.2017 08:00 Uhr

Wenn man ihren harmlosen Einsatzzweck nicht kennt,...Wenn man ihren harmlosen Einsatzzweck nicht kennt,...

Während andere Kinder im Spätsommer 2002 fröhlich draußen spielen, sitze ich wie gebannt vor einem Röhrenmonitor und kann meinen Blick einfach nicht abwenden. Diese Welt auf dem Bildschirm sieht so faszinierend, so anders aus.

Noch nie habe ich so echt aussehendes Wasser erlebt - und dann ist da noch dieser Soundtrack, der auch Jahre später noch zum Besten gehören wird, was Rollenspiele zu bieten haben.

Gemeint ist natürlich The Elder Scrolls 3: Morrowind. Die Beziehung zwischen mir und dem Rollenspiel ist ... etwas kompliziert. Denn eigentlich mag ich das Spiel trotz der fantastischen ersten Eindrücke zunächst nicht besonders.

Die grenzenlose Freiheit und die anfangs lose übergreifenden Geschichten überfordern mich einfach. Trotzdem brennt sich ausgerechnet dieser Titel in meinen Kopf wie kein Zweites - schuld sind riesige Insekten, mein Bruder, grünes Glas und widerliche Klippenläufer.

... sind die ikonischen Schlickschreiter immer noch furchteinflößend.... sind die ikonischen Schlickschreiter immer noch furchteinflößend.

Nur mal kurz zugucken...

Aber warum fasziniert Morrowind dermaßen, dass es auch nach anderthalb Jahrzehnten glühende Verehrer um sich schart? Deren Antworten auf diese Fragen fallen sehr persönlich aus, denn The Elder Scrolls 3 fährt eine sehr durchdachte und einzigartige Mixtur aus Geschichte, Welt und Spielgefühl auf.

Es ist es genau diese Mischung, die mein Abenteuer auf der Vulkaninsel Vvardenfell so einzigartig macht. Dabei fängt das Spiel so harmlos an: Als Gefangener lande ich auf dem kargen Knast-Eiland. Besser gesagt mein Bruder, denn bevor mich Morrowind komplett in seinen Bann zieht, schaue ich ihm erst einmal über die Schulter.

Klippenläufer vor 15 Jahren Ist der Anblick eines Klippenläufers 2002 immer ein schlechtes Zeichen,...

Klippenläufer heute ... besiegen wir die Viecher in ESO deutlich leichter.

Ruppiger Neuanfang

15 Jahre später kommt Morrowind mit The Elder Scrolls Online wieder - und ich reise zurück auf die Vulkaninsel, die mich so geprägt hat. Was hat sich geändert, was ist geblieben, wen treffe ich wieder, wie sehen die altbekannten Orte aus?

Als Gefangener lande ich auf… Moment, das kommt mir doch sehr bekannt vor? Tatsächlich beginnt das neue Kapitel von The Elder Scrolls Online ähnlich wie das Original. Nur erzählt es meine raue Landung in der Provinz deutlich dynamischer.

Während mich das Morrowind von 2002 einfach auf dem Eiland ausgespuckt hat, muss ich 2017 selber den Klauen gewissenloser Sklavenhändler entkommen. Zusammen mit der Dunkelelfe Naryu Virian, die ich im DLC Dunkle Bruderschaft kennengelernt habe, gelingt mir diese Flucht.

Die Anhängerin der Morag Tong-Gilde hilft mir, nach Vvardenfell zu kommen, wenn ich ihr bei ihrem Auftrag helfe. Zufällig soll sie den Anführer der Sklavenhändler ausschalten ...

Seyda Neen vor 15 Jahren Das beschauliche Dorf Seyda Neen hat sich auch nach 15 Jahren beziehungsweise 700 Jahren nicht verändert.

Seyda Neen heute Selbst der Schlickschreiter steht noch am selben Platz.

Als Auftrag und Anführer erledigt sind, finde ich mich Seyda Neen wieder. Spätestens hier brechen bei mir alle Nostalgie-Dämme, weil die kleine Hafenstadt noch genauso verschlafen aussieht wie vor 15 Jahren - nur eben deutlich hübscher und runder.

Selbst die Zollbehörde und die irgendwie immer noch gruseligen Schlickschreiter stehen am selben Platz, an dem sie noch rund 700 Spieljahre später stehen werden. Denn auch das ist das Besondere am neuen Morrowind - es spielt rund sieben Jahrhunderte VOR dem alten.

Alte neue Freunde

Ich reise erneut über die ganze Insel und erlebe ein freudiges Wiedersehen nach dem anderen. Die Stadt Balmora verzaubert mich immer noch mit ihrem Kanal im Zentrum. Ich abenteure wieder durch die Stadt der Uhrwerke. Und der mächtige Vulkan im Zentrum von Vvardenfell ist von so gut wie überall zu sehen.

Aber noch mehr Spaß macht mir das Wiedersehen mit alten Freunden - und Feinden. Denn neben dem göttlichen Vivec treffe ich zum Beispiel einen gewissen Divayth Fyr, der mir im riesigen Pilz-Turm Tel Fyr den Auftrag erteilt, die Hallen der Fertigungen zu säubern. Nur ist der Dunkelelfe hier noch lange nicht so mächtig, wie ich ihn in Erinnerung habe. Logisch, er hat ja auch noch 700 Jahre Zeit zum Üben.

Vivec vor 15 Jahren Tribunalgott Vivec stellt sich uns 2002 als einer der Hüter der Insel vor.

Vivec heute Irgendwann in den letzten 700 Jahren hat der Gute anscheinend seinen goldenen Brustschmuck verloren.

Aber keine Sorge: Trotz der vielen Parallelen zwischen dem Morrowind von 2017 und dem 2002er Sequel-Prequel stehen Neueinsteiger nicht wie die Ochsen vorm Berg. Selbst wer noch nie etwas von Vivec, Divayth Fyr oder Barilzar gehört hat, lernt die Figuren und die Welt von Morrowind auch ohne Vorwissen gut kennen.

Trotzdem versprüht The Elder Scrolls Online: Morrowind gerade für Veteranen wie mich eine ganz besondere Magie. Vor allem, wenn ich in Vivec einen Soldaten in voller Vulkanglas-Montur sehe. Denn vielleicht trägt er ja genau die Ausrüstung, die ich in 700 Jahren fein säuberlich in meinem Haus drapiere...

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