25 Jahre Windows - Von Windows 1.0 bis Windows 7

Vor genau 25 Jahren veröffentlichte Microsoft ein eher unscheinbares Produkt namens »Windows 1.0«.

von Georg Wieselsberger,
21.11.2010 10:01 Uhr

Das schon 1983 angekündigte Windows 1.0 war allerdings kein eigenständiges Betriebssystem, sondern eine reine Benutzeroberfläche für MS-DOS, bei der es aus heutiger Sicht schwer fällt, das Wort »grafisch« zu verwenden. Doch Microsoft musste mit der Zeit gehen, denn der Trend zu grafischen Benutzeroberflächen (GUI) – basierend auf dem Interface des Xerox 8010 Star Information System aus dem Jahr 1981 - war unübersehbar. Apple, Atari und Commodore mit dem Amiga folgten, erst dann konnte Microsoft mit Windows 1.0 am 20. November 1985 ebenfalls eine GUI präsentieren.

1987 folgte Windows 2.0, das auch überlappende Fenster und erweiterten Speicher unterstützte, doch erst Windows 3.0 im Jahr 1990 und Windows 3.1x (1992) sahen langsam so aus, wie man Windows heute kennt. Auch Spiele für Windows erschienen ab diesem Zeitpunkt, auch wenn DOS nach wie vor die Grundlage des Betriebssystems lieferte. Windows 3.0 war der erste große Erfolg und das bis dahin auch von Bill Gates oft als das Betriebssystem der Zukunft gelobte OS/2, das in Zusammenarbeit mit IBM entwickelt wurde, lag auch technisch gesehen zurück und war beispielsweise selbst 1991 noch auf 640 KByte beschränkt. Auch aus diesem Grund hatte Microsoft auch mit der Entwicklung eines eigenen »NT OS/2« begonnen, das später noch sehr wichtig werden sollte.

Der wahre Durchbruch für Windows kam aber im August 1995: Windows 95. Noch immer von MS-DOS abhängig, bot Windows 95 eine moderne Oberfläche, präemptives und damit modernes Multitasking, 32-Bit-Unterstützung und vieles mehr. Es fehlten allerdings zunächst Kleinigkeiten wie der Internet Explorer 1.0. Auch das Internet-Protokoll TCP/IP wurde in der Standard-Einstellung nicht installiert, was darauf hindeutet, dass Microsoft das Internet anfangs nicht sonderlich ernst nahm. Das änderte sich allerdings schon Anfang 1996, als das Servicepack und die OEM-Versionen dieses Problem behoben.

Einen weiteren großen Schritt machte Windows dann im Juni 1998 mit der Veröffentlichung von Windows 98. Viele neue Treiber nach dem Windows Driver Model (WDM), bessere Audio- und AGP-Port-Unterstützung und das erstmals bei Windows bei Veröffentlichung beiliegende DirectX sorgten für noch bessere Spiele-Möglichkeiten. Es folgten eine polierte Version namens Windows 98 Second Edition (1999) und Windows Millennium Edition oder ME im September 2000. Windows ME enthielt Zusatzprogramme wie Movie Maker, Windows Media Player 7, eine verbesserte DVD-Player-Software und teilte sich einige Features mit Windows 2000. Dieses aus dem »NT OS/2« über diverse Windows NT-Versionen entstandene Betriebssystem war im Februar 2000 erschienen.

Windows NT wurde ursprünglich vor allem in Unternehmen und für größere Netzwerke eingesetzt und war im Privathaushalten kaum zu finden, auch mangels Spiele-Kompatibilität. Doch Windows XP sollte beide Bereiche verschmelzen und war das erste Betriebssystem auf NT-Basis, das auch für den Heimbereich gedacht war. Der Erfolg dieses Betriebssystems, das noch heute, über neun Jahre später auf vielen Rechnern zu finden ist, wurde für Microsoft erstaunlicherweise sogar zu einem Problem.

Denn der stark verspätete Nachfolger Windows Vista, der im Januar 2007 erschien, brachte zwar viele neue Fähigkeiten wie die Aero-Oberfläche, Transparenzeffekte und DirectX 10 mit sich, stellte jedoch für viele zu hohe Ansprüche an den Rechner. Viele Spiele-Fans blieben daher bei dem seit Jahren bekannten Windows XP, auch weil DirectX 10 mit seiner Vista-Exklusivität bei fast keinem neuen Spiel wirklich notwendig war. Allgemein gilt Windows Vista als Misserfolg, doch diese Beurteilung muss wohl relativiert werden. Microsoft selbst erwartete vor Veröffentlichung innerhalb von zwei Jahren 200 Millionen Windows-Vista-Nutzer, hatte jedoch laut Internet-Statistiken Anfang 2009 schon ungefähr 330 Millionen Nutzer erreicht. Deren (Un)-Zufriedenheit mit Windows Vista ist allerdings in solchen Statistiken nicht zu finden.

Windows XP wird erst jetzt langsam, aber sicher, durch den Vista-Nachfolger Windows 7 abgelöst. Das aktuelle Windows vom Oktober 2009 ist schneller, bietet viele sinnvolle neue Funktionen und ist gleichzeitig weniger anspruchsvoll. Auch das neue DirectX 11 wird besser unterstützt als DirectX 10, auch wenn DirectX 9 nach wie vor der PC-Spiele-Standard ist. Das liegt allerdings auch Konsolen-Spielen, die mit den Möglichkeiten moderner DirectX-11-Grafikkarten nicht mithalten können, jedoch oft auch für den PC mitentwickelt werden.

Als Betriebssystem ist Windows 7 der größte Erfolg für Microsoft bisher: im Juni 2010 waren bereits 150 Millionen Lizenzen verkauft, sieben Stück jede Sekunde. Im Oktober 2010 waren es 240 Millionen. Doch der vielleicht wichtigste Erfolg des neuen Betriebssystems ist, dass sich die 64-Bit-Version als erfolgreicher als die 32-Bit-Variante erweist und damit die 4-GByte-Schranke für den Arbeitsspeicher endlich gefallen ist.

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