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Inhaltsverzeichnis
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Abgezockt im Internet - Betrug in Online-Welten

Kein Markt ohne Missbrauch: Mit abenteuerlichen Maschen knöpfen betrügerische Spieler anderen ihre virtuellen Schätze ab. Im Plus-Report ermitteln wir, ob das ein Problem ist.

von Jan Bojaryn,
25.10.2014 10:00 Uhr

Wer sich auf die Suche nach Betrug und Diebstahl in Online-Spielen macht, der wird schnell fündig. In fast jedem Wiki werden bekannte Fallen aufgelistet. In fast jedem Forum heulen sich geprellte Spieler aus. Oft ließe sich der Schaden in echtem Geld beziffern. Hier und da müssten die Entwickler dieser Spiele wohl etwas dagegen tun. Und manchmal könnte das Handeln tatsächlich illegal sein.

Aber die Beurteilung dieser Probleme ist überraschend schwierig. Außerhalb der jeweiligen Community redet kaum jemand darüber, schuld daran ist vor allem die Sprache. Um jedes erfolgreiche Onlinespiel wuchert ein Jargon, ein Slang. Für Außenstehende bleibt er unverständlich, wer mitreden will, muss nicht nur die Mechaniken des Spiels lernen, sondern auch seine Sprache.

Das ist Teil der Szenekultur, dient sowohl der Übermittlung von spielbezogenen Informationen als auch der Identitätsbildung innerhalb einer Community. Diesen sprachlichen Nebel zu lichten, einem breiten Publikum zu erklären, was dort eigentlich passiert, ist kein dankbarer Job. Deshalb beschränken sich Berichte über Onlinespiele gerne auf augenfällige Extreme, die nicht näher erläutert werden müssen, um einen Nachrichtenwert zu suggerieren.

Wilder Westen im Weltraum

Vor allem ein Spiel produziert seit Jahren immer wieder haarsträubende Schlagzeilen: Eve Online gilt als der Wilde Westen unter den MMOs. Hier gibt es aufregende Fälle von Spionage und Verrat. Die Gilde Guiding Hand Social Club etwa hat sich ganz offiziell auf die Infiltration und Zerstörung anderer Spielervereinigungen spezialisiert. Der größte Coup, die Auslöschung der Ubiqua Seraph Corporation, nahm zehn Monate der Unterwanderung in Anspruch, bis eines Tages der CEO des Unternehmens während eines öffentlichen Auftritts von vermeintlichen Bodyguards erledigt wurde.

In FAQs warnen die Eve-Entwickler explizit vor Betrugsversuchen und raten zu einem »gesunden Misstrauen gegenüber Fremden«.In FAQs warnen die Eve-Entwickler explizit vor Betrugsversuchen und raten zu einem »gesunden Misstrauen gegenüber Fremden«.

Immerhin acht Monate lang existierte Phasers Inc. Das Unternehmen war all die Zeit tatsächlich so etwas wie eine Bank, die Spielern zuverlässig satte Zinsen auf ihr angelegtes Geld gab. Als auch wohlhabende Veteranen ihr vertrauten, reichte es den beiden Inhabern. Sie machten sich mit dem Bankvermögen im damaligen realen Gegenwert von etwa 51.000 Dollar vom Acker. Die Spielwährung ISK lässt sich so leicht in reale Währung umrechnen, weil der Entwickler CCP über das sogenannte PLEX-System (Pilot License Extension) Spielzeit gegen Echtgeld verkauft. Zugleich können die PLEX-Items im Spiel für ISK gehandelt werden kann. Daraus lässt sich ein Umrechnungskurs kalkulieren, zu unserem Redaktionsschluss entspricht 1 Dollar ungefähr 40 Millionen ISK.