AC: Origins - Darstellung von Kleopatra im Spiel laut Historikern falsch

Die Darstellung von Kleopatra in Assassin's Creed: Origins hat die Kritik von Historikern auf sich gezogen. Die Römer sollen Schuld sein, dass wir heute ein falsches Bild von der Herrscherin haben.

von Elena Schulz,
05.11.2017 11:21 Uhr

Kleopatra wird heute gerne sexy und verführerisch dargestellt. Historiker zweifeln dieses Bild aber an.Kleopatra wird heute gerne sexy und verführerisch dargestellt. Historiker zweifeln dieses Bild aber an.

Egal ob Asterix oder Assassin's Creed: Origins, das Bild von Kleopatra bleibt gleich. Die Herrscherin wird meistens als schöne Femme Fatale dargestellt, die nicht nur mit eiserner Hand herrscht, sondern auch reihenweise Männer um den Finger wickelt. Gerade dieser Aspekt ist Historikern zufolge aber falsch oder zumindest in keinster Weise ersichtlich.

Laut Mary Beard, einer Professorin für klassische Altertumswissenschaft an der Universität von Cambridge, sei diese Darstellung vor allem auf römische Propaganda zurückzuführen. Augustus soll den Umstand, dass sein Rivale Marcus Antonius ein Verhältnis mit Kleopatra hatte, genutzt haben, um beide zu diskreditieren. Er stellte es so dar, als sei der verblendete Antonius einer verführerischen Königin zum Opfer gefallen, anstatt ein sinnvolles politisches Bündnis einzugehen.

Archäologin und Ägyptologin Joyce Tyldesley zufolge, gäbe es zudem keinerlei Indizien, dass sich Kleopatra in irgendeiner Weise anders verhalten habe, als andere ptolemäische Herrscher. Wie Geraldine Pinch, eine Buchautorin über das Alte Ägypten, noch weiter ausführt, seien außerdem keine sexuellen Beziehungen von Kleopatra bekannt, die über wichtige politische Allianzen hinausgehen.

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Herrscherin statt Verführerin

Gerade die Darstellung in Assassin's Creed stößt deshalb auf Kritik: In einer frühen Szene bietet die Herrscherin hier auf einer Party an, mit dem Mann zu schlafen, der bereit ist, sich danach hinrichten zu lassen. Ebenfalls unwahrscheinlich, wie die Historiker weiter erklären. Schließlich sei Kleopatra wie die Pharaonen eine gottgleiche Königin gewesen, die niemals mit irgendwelchen Bewunderern geschlafen hätte. Sie sei vor allem eine Taktikerin gewesen, die solche auslandenden Feste vor allem dazu genutzt habe, die Römer zu beeindrucken - aus politischen Gründen.

Das Bild von Kleopatra als kalkulierende Herrscherin, die vor allem Wert auf wichtige Bündnisse legt, treffe also deutlich eher zu. Auch diese Seite kommt in Assassin's Creed zum Vorschein, allerdings oft unter dem Gesichtspunkt, dass Kleopatra auch ihre sexuelle Macht dazu einsetzt, andere zu überzeugen.

Assassin's Creed: Origins ist seit dem 27. Oktober für PC, PS4 und Xbox One erhältlich. Neben Kleopatra treten noch weitere historische Persönlichkeiten wie Julius Cäsar auf.

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