Amazon Kindle - Bücher gelöscht (Update2)

Amazon hat auf Kundengeräten ohne Nachfrage bereits gekaufte und bezahlte E-Books gelöscht. Dass es sich dabei ausgerechnet um die Bücher 1984 und Animal Farm von George Orwell handelt, ist allerdings reiner Zufall.

von Georg Wieselsberger,
06.09.2009 11:05 Uhr

Ausgerechnet die Bücher "1984" und "Animal Farm" von George Orwell haben aus Sicht der Besitzer eines Amazon Kindle zu einem Skandal geführt. Amazon hat die digitalen Versionen eines Anbieters dieser Bücher zurückgerufen und dabei gegen Rückerstattung des Kaufpreises ohne Rückfrage auch von den Geräten von Kunden gelöscht, die diese gekauft hatten. Der Grund für diese Aktion von Amazon war die Tatsache, dass der Anbieter der Bücher keine Rechte an den Büchern hatte.

Allerdings erlauben die Geschäftsbedingungen von Amazon den Schritt, Bücher von Kundengeräten zu löschen, wahrscheinlich nicht. Einige Kunden verglichen die heimliche Löschung der Bücher daher mit einem Einbruch eines Buchhändlers in der Nacht, der Bücher aus dem Regal nehme, die er nicht hätte verkaufen dürfen. Amazon hat inzwischen auf die Teils harsche Kritik reagiert und erklärt, dass man sein Vorgehen in solchen Fällen ändern werde. In Zukunft wolle man nicht mehr Bücher von Kundengeräten löschen.

Update 2. August 2009

Ein High-School-Student in den USA verklagt Amazon wegen der Löschung des Buches »1984« von seinem Kindle. Er hatte das Buch gekauft, um eine Sommer-Hausaufgabe fertigzustellen und dazu elektronische Notizen gespeichert. Nach dem Löschen des Buches durch Amazon wurden diese Notizen für den Schüler vollkommen wertlos.

Der Anwalt des Betroffenen erklärte, Amazon habe kein Recht, etwas auf den E-Book-Lesegeräten zu löschen, ebenso wie ein Amazon-Kunde kein Recht habe, sich in das Bankkonto von Amazon zu hacken, weil er einen falschen Betrag überwiesen habe. Der Kläger fordert, dass Amazon verboten werde, etwas Derartiges zu wiederholen und Schadenersatz für alle Betroffenen.

Update 06. September 2009

Amazon hat die beiden gelöschten Bücher wieder in sein Sortiment aufgenommen und bot in einer E-Mail an die betroffenen Kunden an, die Werke kostenlos zu ersetzen. Damit würden auch verlorengegangene Aufzeichnungen wieder nutzbar, die im Zusammenhang mit den gelöschten Texten angelegt wurden.

Wer keinen Wert darauf legt, die Bücher wieder zu erhalten, kann einen Gutschein in Höhe von 30 US-Dollar oder den Betrag in bar erhalten.

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