AMD - Neue GPUs: Briareos, Gyes und Kottos

Angeblich sollen im Frühling 2010 etwas schnellere Radeon-Versionen als »Refresh« erscheinen, nur um dann im 3. Quartal 2010 bereits von einer komplett neuen Radeon-Generation abgelöst zu werden.

von Georg Wieselsberger,
12.10.2009 14:14 Uhr

AMD hat eben erst mit der ATI Radeon HD 5870 die erste DirectX-11-Grafikkarte vorgestellt, dann die ATI Radeon HD 5850 nachgeschoben und es dürfte nicht mehr lange dauern, bis die beiden kleineren Karten Radeon HD 5770 und HD 5750 sowie die Dual-GPU-Karte Radeon HD 5870 X2 folgen. Damit wäre ATI in Sachen DirectX 11 zunächst komplett aufgestellt.

Wie NordicHardware meldet, sollen jedoch im Frühling 2010 etwas schnellere Versionen als »Refresh« erscheinen, nur um dann im 3. Quartal 2010 bereits von einer komplett neuen Radeon-Generation abgelöst zu werden. Einen festgelegten Namen für diese Grafikkarten gäbe es noch nicht, nur den Codenamen »Radeon 100«, der sich aber natürlich im Laufe der Entwicklung noch ändern könnte. Man wisse von drei geplanten Chips, so NordicHardware und für deren Namen habe man noch keine Bestätigung, sie erinnerten jedoch irgendwie an Griechisch. Als Beispiel wird »Gargantuan« genannt, was gigantisch oder riesig bedeutet.

Eine Quelle für diese Informationen gibt NordicHardware nicht an, ist aber üblicherweise recht gut informiert. Sollte AMD wirklich in der Lage sein, in nur einem Jahr bereits die nächste Karten-Generation auf den Markt zu bringen und damit auch noch den Fermi-Chip von Nvidia überflügeln, dürfte sich eine interessante Lage ergeben. Denn laut Nvidia-Chef Huang arbeitet auch Nvidia bereits am Fermi-Nachfolger, dieser sei aber noch 2-3 Jahre entfernt.

Es soll sich bei den neuen Radeon-Karten um die erste neue Grafikchip-Architektur seit dem R600 handeln, der auf der Radeon HD 2900 XT zum Einsatz kam. Alle GPUs seit dieser Zeit basieren auf dem R600. Der neue Fermi-Chip von Nvidia ist ebenfalls der erste, wirklich neuartige Grafikchip seit dem G80, der mit der Geforce 8800 GTX erschien. ATI sei nur noch ungefähr sechs Monate vom Tape-Out des neuen Grafikchips entfernt, der Fertigstellung des Designs. Ob erste Produkte dann wirklich im 3. oder 4. Quartal 2010 erscheinen, hinge auch davon ab, ob TSMC oder Globalfoundries den Zuschlag für die Herstellung erhalten werden. Neben den griechisch klingenden Codenamen nennt NordicHardware auch die Bezeichnungen Cozumel, Ibiza und Kauai, bei denen es sich um die Mobilvarianten der Grafikchips handeln könnte.

Update 9. Oktober 2009

Fudzilla hat weitere Informationen zu der nächsten ATI-Radeon-Generation erhalten. Sie soll den Codenamen »Hecatoncheires« tragen.

Hekatoncheiren - die Bezeichnung bedeutet »Hundertarmige« - sind Figuren aus der griechischen Mythologie, die zusammen mit Zeus die Titanen besiegten. Die Bezeichnung passt somit zu den bisherigen Meldungen von NordicHardware.

Auch Fudzilla geht davon aus, dass es sich um eine wirklich neue Architektur handelt, die noch 2010 erscheinen soll. Eine mögliche Analogie zur Lage auf dem Grafikmarkt wäre, dass die Hundertarmigen mit einer riesigen Anzahl Shader den »Titan« Nvidia besiegen sollen.

Update 12. Oktober 2009

Nachdem inzwischen bekannt wurde, dass AMD sich für die neue Grafikkarten-Generation auf griechische Codenamen festgelegt haben soll, sind nun auch die Codenamen für die einzelnen Grafikchips durchgesickert.

Die Hekatoncheiren-Serie (Hundertarmige) soll aus GPUs mit den Bezeichnungen Briareos, Gyes und Kottos bestehen, was durchaus logisch erscheint, da dies die Namen der drei Hekatoncheiren aus der griechischen Mythologie sind.

Ein kleines technisches Detail meldet Fudzilla ebenfalls. So sollen die neuen Grafikchips wie auch Nvidias neuer Fermi-Chip MIMD-Shader besitzen (Multiple Instruction, Multiple Data) und damit für Berechnungen noch besser geeignet sein.

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