AMD Fusion-CPU - Neuer Sockel, erste Codenamen

AMD hat auf der Computex nicht nur über Fusion gesprochen, sondern auch erstmals eine Fusion APU-vorgeführt.

von Georg Wieselsberger,
25.06.2010 11:48 Uhr

AMD arbeitet schon längere Zeit an der Verschmelzung von Prozessor und Grafikchip (Fusion) und nennt das Resultat eine APU (Accelerated Processing Unit). Auf der Computex hat AMD nicht nur über die Pläne des Unternehmens gesprochen, sondern auch erstmals die Leistung einer solchen APU vorgeführt.

Zu sehen war das Spiel Alien vs. Predator im DirectX-11-Modus ohne zusätzliche Grafikkarte. Rick Bergman betonte, dass man DirectX 11 erst vor einem Jahr erstmals vorgeführt hat und schon jetzt funktionierende APUs dieser Klasse vorweisen kann.

Gestern hatte Intel die Grafikfähigkeiten seiner nächsten CPU-Generation Sandy Bridge vorgeführt. Leider schweigen beide Unternehmen zu genauen Details wie Bildraten oder die technische Ausstattung des Systems. Ein Video auf YouTube zeigt die Präsentation von AMD.

Update 03.06.2010

Obwohl es Gerüchte gab, dass AMD eventuell noch in diesem Jahr seine ersten Fusion-APUs auf den Markt bringen könnte, gibt AMD auf der Computex nur das erste Halbjahr 2011 als wenig genauen Zeitraum an.

Der vorgeführte Chip mit dem Codenamen Llano wird aber laut XbitLabs nicht alleine erscheinen. Eine kleinere Version namens Ontario soll im gleichen Zeitraum erscheinen. Diese APU ist für Netbooks, Tablets und ähnliche Geräte gedacht. Auch hier sind ein DirectX-11-Grafikkern und maximal zwei CPU-Kerne enthalten, die in der maximalen Ausführung 10 Watt, in der kleinsten Variante unter einem Watt verbrauchen sollen.

Damit könnte AMD sowohl Intels Atom durch die höhere Leistung als auch Nvidias Tegra2 durch die x86-Kompatibilität und DirectX 11-Grafik Konkurrenz machen.

Update 18.06.2010

Die nächstes Jahr erscheinenden Fusion-Prozessoren von AMD besitzen einen DirectX-11-Grafikkern, der vermutlich die Leistung aktueller Einsteiger-Grafikkarten übertrifft. Doch AMD sieht laut einer Meldung von XbitLabs keine Gefahr für kleinere Grafikkarten durch Prozessoren mit Grafikkernen und hat auch keine Pläne, seine eigenen Produkte wie die Radeon HD 5450 deswegen einzustellen.

Kleine Grafikkarten werden laut Shaila Bansal, Produkt-Managerin bei AMD, weiterhin existieren. Beim Verkaufsstart der Fusion-Prozessoren wird AMD diesen Standpunkt deutlich machen. Grafikkarten bleiben bei älteren Systemen weiterhin eine Upgrade-Möglichkeit, auch wenn der Prozessor nicht ausgetauscht werden kann.

Allerdings könnte sich das dann ändern, wenn auch ältere Systeme einen Prozessor mit Grafikkern haben, der alle grundlegenden Ansprüche befriedigen kann. Auf die Fusion-Grafikkerne, die wie oben berichtet für DirectX-11-Spiele ausreichen, trifft dies wohl zu.

Update 25.06.2010

Die neuen Fusion-Prozessoren von AMD, die 2011 erscheinen, verwenden laut Informationen von ATI-Forum einen neuen Sockel mit der Bezeichnung FM1, wie aus einem entsprechenden Dokument hervorgeht. Genauere Details zu diesem Sockel sind aber noch nicht bekannt.

Da AMD bisher keine Prozessoren mit integriertem Grafikkern anbietet, ist es nur logisch, dass diese Funktion und die dadurch notwendigen neuen Verbindungen mit dem Mainboard auch einen neuen Sockel notwendig machen.

Der erste Fusion-Chip trägt laut dem Bericht den Codenamen Hudson D3 und ist für Mittelklasse-Rechner gedacht, während der Hudson D1 später erscheint und aufgrund eines günstigeren Preises wohl den Einsteiger-Bereich abdecken soll.


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