AMD Radeon R9 Nano - Fiji-Vollausbau im Mini-Format

AMD hat mehr Informationen zur kommenden Radeon R9 Nano verraten. Obwohl die Grafikkarte nur 15 cm lang ist, nutzt sie wie die Radeon R9 Fury X den Fiji-XT-Grafikchip mit allen 4.096 Shadern und 4,0 GByte HBM-Speicher.

von Jan Purrucker,
27.08.2015 14:00 Uhr

Mit ihren 4.096 Shadern und 4,0 GByte HBM-Videospeicher soll die Radeon R9 Nano 30 Prozent mehr leisten als die Radeon R9 290X, gleichzeitig weniger Strom verbrauchen und das alles in einem sehr kleinen Formfaktor. Mit ihren 4.096 Shadern und 4,0 GByte HBM-Videospeicher soll die Radeon R9 Nano 30 Prozent mehr leisten als die Radeon R9 290X, gleichzeitig weniger Strom verbrauchen und das alles in einem sehr kleinen Formfaktor.

AMDs kommende Radeon R9 Nano wird mit nur 15 cm Länge auch in die kleinsten PC-Gehäuse passen, gleichzeitig soll sie aber über ausreichend 3D-Leistung verfügen, um Spiele selbst in 4K flüssig darzustellen und weniger Strom verbrauchen als so manche aktuelle High-End-Karte. Ob die Radeon R9 Nano das alles liefern kann, erfahren Sie ab dem siebten September – dann kommt die Mini-Grafikkarte für 649 Dollar (ca. 700 Euro mit Steuern) in den Handel.

In einem Briefing-Call hat AMD angekündigt, dass die R9 Nano wie die Radeon R9 FuryX den Vollausbau des Fiji-Grafikchips nutzt und somit auf 4.096 Shader-, 256 Textur-Einheiten und 4,0 GByte des besonders schnellen und sparsamen HBM-Speichers zugreifen kann.

Am Backend ändert sich im Vergleich zur FuryX nichts und die Nano verfügt ebenfalls über 64 ROPs und drei Displaysports sowie einem HDMI-1.4-Anschluss (4K nur mit 30 Hz). Das Datenblatt der Nano nennt eine maximale GPU-Taktrate von 1.000 MHz und somit nur 50 MHz weniger als bei der Radeon R9 FuryX. Allerdings trimmt AMD die Nano auf Energieeffizienz und limitiert die Stromaufnahme standardmäßig auf 175 Watt – 100 Watt weniger als bei der Fury und FuryX (275 Watt). Auch wenn der Fiji-Chip der Nano also mit bis zu 1.000 MHz takten kann, liegt die Taktrate durch das niedrigere Power-Limit durchschnittlich bei 900 MHz.

Im Vergleich zum ehemaligen Flaggschiff Radeon R9 290X soll die 15 cm kurze Nano 30 Prozent mehr Leistung bringen, dabei aber 30 Prozent weniger Strom verbrauchen und zudem unter Last 16 Dezibel leiser und 20 Grad kühler arbeiten. AMD gibt für die Lautstärke der Nano 42 Dezibel an und 75 Grad als Chip-Temperatur (ab 85 Grad taktet die GPU automatisch herunter).

AMDs Radeon R9 Nano eignet sich mit ihrem kompakten Formfaktor besonders gut für kleine PCs im Mini-ITX-Format. Bislang gibt es in diesem Segment kaum wirklich leistungsfähige Grafikkarten.AMDs Radeon R9 Nano eignet sich mit ihrem kompakten Formfaktor besonders gut für kleine PCs im Mini-ITX-Format. Bislang gibt es in diesem Segment kaum wirklich leistungsfähige Grafikkarten.

Zum Start im September wird es die Radeon R9 Nano nur im Referenzdesign von AMD geben, allerdings sollen Hersteller später (keine genauen Angaben) auch eigene Modelle anbieten dürfen. Beim Kühlsystem setzt AMD auf ein hochwertiges Metall-Gehäuse und einen einzelnen Lüfter. Die gesamte Platine wird von einem großen Kühlkörper bedeckt, der in Kombination mit einer Vapor-Chamber über der GPU und einer eigenen Heatpipe für die Spannungswandler die Wärme abführt. Ob das ausreicht, um den Fiji-Chip auch in vollgepackten Mini-PCs mit geringem Luftstrom zu kühlen, bleibt abzuwarten.

Strom bezieht die Radeon R9 Nano über das PCI-Express-Interface (75 Watt) und einen einzelnen 8-Pol-Stecker (150 Watt). Theoretisch kann sie also bis zu 225 Watt aufnehmen und Übertaktern sollte es durch das händische Hochregeln des Power-Limits möglich sein, auf die 1.050 MHz Taktrate der FuryX zu kommen. Wenn dabei etwas schief geht, steht ein Backup-Bios zur Verfügung, auf das man mit einem Schalter auf der Platine wechseln kann. Wer will kann auch bis zu vier Nanos im Crossfire-Verbund betreiben und so ähnlich wie AMD bei Project Quantum besonders viel 3D-Leistung auf kleinem Raum kombinieren.

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Die Radeon R9 FuryX sieht AMD mit ihrer integrierten Wasserkühlung weiterhin als Flaggschiff-Karte für Enthusiasten, deren Fokus auf maximaler Performance liegt. Spieler die sich mit etwas niedrigeren Frameraten zufrieden geben können und mehr Wert auf Energieeffizienz und kleinen Formfaktor legen, sollen zur Nano greifen. Bleibt die Frage, welchen Sinn nach dem Erscheinen der Nano noch die Radeon R9 Fury mit beschnittenem Fiji-Pro-Chip macht. Schließlich stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Radeon R9 Nano ähnlich viel Performance liefert wie die R9 Fury und das bei deutlich kompakterem Format. Für die Fury spricht natürlich der deutlich niedrigere Preis und dass es sie im Gegensatz zur Nano und FuryX auch mit angepassten und somit besonders leisen und leistungsfähigen Kühlsystemen von Herstellern wie Sapphire und Asus gibt. Allerdings zählt der letzte Pluspunkt relativ wenig, da die Fury auch über einen Monat nach dem offiziellen Start bei kaum einem Händler verfügbar ist. Die Hersteller verweisen auf Lieferengpässe seitens AMD für die Fiji-Grafikchips mit HBM-Speicher.

Wir sind daher skeptisch, ob es die durchaus vielversprechende Radeon R9 Nano ab dem siebten September wirklich direkt in den Handel schafft. Allerdings dürfte die Nano mit ihrem hohen Preis von circa 700 Euro ohnehin nur eine relativ überschaubare Menge an Käufern ansprechen.

Technische Daten

Radeon R9 Fury X

Radeon R9 Fury

Radeon R9 Nano

Radeon R9 290X

Grafikchip

Fiji XT

Fiji Pro

Fiji XT

Hawaii XT

Chip-Takt

1.050 MHz

1.000 MHz

1.000 MHz

1.000 MHz

Shader-Einheiten

4.096

3.584

4.096

2.816

Textureinheiten

256

224

256

176

ROP-Einheiten

64

64

64

44

Videospeicher

4,0 GByte HBM

4,0 GByte HBM

4,0 GByte HBM

4,0 GByte GDDR5

Speichertakt

500 MHz

500 MHz

500 MHz

1.250 MHz

Speicherinterface

4.096 Bit

4.096 Bit

4.096 Bit

512 Bit

Speicherbandbreite

512 GByte/s

512 GByte/s

512 GByte/s

320 GByte/s

TDP

275 Watt

275 Watt

175 Watt

300 Watt

Preis

ca. 700 Euro

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