AMD sagt: Bulldozer war Mist - Fehlentwicklung kostete CEO und Manager den Job

Ehrliche Worte ist man im Geschäftsleben als Kunde eher nicht gewohnt. Umso verblüffender ist nun das Eingeständnis von AMDs Chef der Serversparte, der sich ungewohnt deutlich und negativ über die Bulldozer-Architektur äußert.

von Dennis Ziesecke,
31.05.2013 13:53 Uhr

AMD BulldozerAMD Bulldozer

Zuerst waren es nur Verschiebungen - die angesichts der erwarteten komplett neuen CPU-Architektur von vielen AMD-Kunden erst wohlwollend, dann zähneknirschend, hingenommen wurden. Doch Bulldozer verspätete sich immer mehr während Intel mit der Core-i-Serie das Feld abräumte und AMD mit dem Phenom II nur noch über den Preis gegenhalten konnte.

Als Bulldozer dann letzten Endes 2011 auf den Markt kam, zeigten sich allerorts lange Gesichter. Die Single-Thread-Performance der Modul-Technologie war verheerend schlecht, der Energiebedarf hingegen unzeitgemäß hoch. Für Gamer war Bulldozer damit durchgefallen - doch AMD entwickelte die CPU nicht primär für die Leser von Gamestar sondern für Serverkunden.

Ärgerlich: Auch bei den Servern ging das Modul-Konzept nicht auf, AMD verlor seitdem stetig an Marktanteilen. Auch die überarbeitete Version namens Piledriver konnte nur wenige Schwächen ausmerzen, den schlechten Ruf aber nicht spürbar verbessern. Der größte Kritikpunkt bleibt: Die Energieaufnahme ist deutlich zu hoch, vor allem in Zeiten von Green-IT.

Diese missliche Entwicklung bewegte den Chef von AMDs Serversparte nun zu deutlichen Eingeständnissen:

»Bulldozer was without doubt an unmitigated failure. We know it. It cost the CEO his job, it cost most of the management team its job, it cost the vice president of engineering his job. You have a new team. We are crystal clear that that sort of failure is unacceptable«

Die Kurzfassung: Bulldozer war ein Fehlschlag und kostete sowohl den damaligen CEO als auch viele Mitarbeiter im Management den Job. Mittlerweile sitzt zudem ein bis auf wenige Ausnahmen komplett neues Team an den Plänen zur Prozessorentwicklung. Die für 2014 erwarteten Steamroller-Prozessoren sollen zwar immer noch auf der Modul-Architektur von Bulldozer basieren, intern aber mit einigen Optimierungen und vor allem der zeitgemäßeren 28-nm-Fertigung mehr Leistung bei geringerer Energieaufnahme erbringen.

Eines steht jedenfalls fest: Ein Unternehmen wie AMD kann es sich nicht leisten, eine aufwändig entwickelte CPU-Architektur einfach so komplett aufzugeben. Dennoch fällt auf, dass AMD in letzter Zeit weniger mit Bulldozer als mit der davon unabhängigen Jaguar-Architektur positiv in die Schlagzeilen geriet.

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