Amiga-Kunstwerke von Andy Warhol - Unbekannte Bilder von uralten Disketten gerettet

Als Commodore den ersten Amiga präsentierte, hatte das Unternehmen Andy Warhol als Werbeikone engagiert. Warhol war aber auch privat begeistert von den Möglichkeiten.

von Georg Wieselsberger,
26.04.2014 11:19 Uhr

Andy Warhol führte den Amiga 1985 nicht nur vor, sondern arbeitete auch privat damit und erstellte bislang unbekannte Bilder. (Bildquelle: Nowseethis)Andy Warhol führte den Amiga 1985 nicht nur vor, sondern arbeitete auch privat damit und erstellte bislang unbekannte Bilder. (Bildquelle: Nowseethis)

Bei der Vorstellung des ersten Amiga am 23. Juli 1985 in New York war auch der Künstler Andy Warhol anwesend, der während der Präsentation live ein Bild der Sängerin Debbie Harry von Blondie bearbeitete. Warhol hatte schon vorab die Möglichkeit erhalten, mit dem später als Amiga 1000 bekanntgewordenen Rechner zu arbeiten und war von den Möglichkeiten begeistert. Wie sich nun herausstellt, hat er auch privat neue und bislang unbekannte Werke auf dem Amiga geschaffen.

Der Andy.Warhol-Fan und Künstler Cory Arcangel wurde durch ein Video der damaligen Amiga-Präsentation auf die Verbindung zu Warhol aufmerksam und kontaktierte das Andy-Warhol-Museum im Jahr 2011, um mehr darüber herauszufinden. Tatsächlich fand sich im Nachlass ein Amiga und viele Disketten, deren Inhalt aber unbekannt war. Nachdem das Problem eines laut BBC obskuren Datenformats, das heutige Amiga-Emulatoren nicht lesen können, gelöst worden war, fanden sich auf den Disketten Dateien mit den Bezeichnungen wie campbells.pic, flower.pic oder marilyn1.pic, bei denen es sich um digitale Bearbeitungen bereits bekannter Werke handelt.

Doch unter den insgesamt 18 gefundenen Bildern wurden auch 12 bisher unbekannte Werke entdeckt, die von Andy Warhol signiert sind. Für Arcangel ist es erstaunlich, dass Warhol so schnell eine eigene Ausdrucksweise auf dem damals vollkommen neuen, digitalen Medium gefunden hat. Andy Warhol verstarb am 22. Februar 1987. Eine Dokumentation über das ingesamt drei Jahre dauernde Projekt zu den Amiga-Kunstwerken von Warhol wird am 10. Mai in Pittsburgh, USA, vorgeführt, danach soll das Video auf http://nowseethis.org online gestellt werden. Darin wird auch die Frage nach der Lebensdauer von Kunstwerken in einer Welt, bei der die Technik sich immer schneller verändert, gestellt.

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