Angespielt - Adventure: Al Emmo

von Daniel Matschijewsky,
31.07.2007 11:45 Uhr

Gute Adventures zu entwickeln ist offenbar ziemlich schwer. Anders lässt es sich wohl nicht erklären, dass es so wenige wie etwa Jack Keane gibt. Und anders lässt sich wohl auch Al Emmo nicht erklären. Wir haben die Verkaufsversion angespielt.

Al Emmo ist ein klassisches 2D-Point&Click-Adventure, das auf den ersten Blick angenehm an die alten Sierra-Spiele erinnert. Auf den zweiten Blick hapert es aber schon an der grausigen Bedienung. Interaktive Objekte werden nicht hervorgehoben -- selbst dann nicht, wenn man mit dem Mauszeiger drüber fährt. Resultat: Man grast den Bildschirm ab und klickt auf alles, was einem verdächtig vorkommt. Ärgerlich dabei: Den Wechsel zwischen "Anschauen", "Sprechen" oder "Benutzen" müssen Sie selbst ausführen -- mühsam! Auch das Inventar müssen Sie umständlich über ein Menü aufrufen. Klicken sie dann ausversehen neben ein verstautes Item, ist das Register wieder weg.

Klappern wir den Packungstext ab: Da ist von "preisverdächtigen Dialogen" die Rede. In Wahrheit versucht Al Emmo aber, den schlüpfrigen Humor der Larry-Spiele zu kopieren... und scheitert dabei kläglich. Keiner der grausig gesprochenen Dialoge versprüht den Witz und Charme des Vorbilds. Im Gegenteil: Oft schüttelten wir aufgrund der teils schlecht geschriebenen Gespräche nur ungläubig den Kopf.

Was steht da noch: "Zahlreiche 3D-Animationen und 3D-Zwischensequenzen". Das stimmt, über die Qualität schweigt sich die Packung allerdings aus. Die an sich nette Story wird in extrem schlecht gerenderten Zwischensequenzen erzählt, die aussehen, als ob jemand gerade mal fünf Minuten vor einem Animationsprogramm gesessen hat.

Wichtig in einem Adventure sind vor allem die Rätsel: Die sind in Al Emmo ganz gut gemacht und verlangen selbst Fortgeschrittenen oft einiges ab. Problem: Schon zu Beginn können Sie zwei Dutzend Gebiete erkunden und haben ratzfatz die Taschen mit allerhand Gegenständen gefüllt -- Einsteiger werden hoffnungslos überfordert sein.

Noch ein Wort zur Technik: Zwar sind die Landschaften stimmig gemalt, davon sieht man aber kaum etwas. Das Spiel unterstützt nur eine Auflösung von 640x400 Bildpunkten und nervt zudem mit dem hoffnungslos veralteten Halbzeilen-Modus, bei dem jede zweite horizontale Pixel-Reihe schwarz ist -- unverständlich!


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