Angst vor Künstlicher Intelligenz - Laut Google DeepMind vollkommen übertrieben

Die vielen Warnungen vor der Entwicklung echter Künstlicher Intelligenz sind laut dem Unternehmen Google DeepMind vollkommen übertrieben.

von Georg Wieselsberger,
09.06.2015 14:22 Uhr

Die Angst vor Terminatoren ist laut Google DeepMind total übertrieben.Die Angst vor Terminatoren ist laut Google DeepMind total übertrieben.

Mustafa Suleyman der der Leiter des Bereichs »Angewandte KI« bei DeepMind, einem von ihm mitgegründeten Unternehmen, dass Google im Jahr 2014 für 400 Millionen US-Dollar übernommen hatte. Er hält es laut einem Bericht des Wall Street Journal für erstaunlich, dass es bei Berichten über Künstliche Intelligenz fast nur noch darum geht, ob Terminatoren die Menschheit vernichten oder verrückte Wissenschaftler seltsame weibliche Roboter erschaffen. Statt wie früher »enttäuscht« darüber zu diskutieren, dass es schrecklich sei, dass die Entwicklung von KI ein Fehlschlag ist, werde nun entsetzt darüber gesprochen, wie erfolgreich KI doch sei.

DeepMind hatte letztes Jahr gezeigt, wie ein Rechner lernen kann, Atari-Spiele besser als ein Mensch zu spielen, indem Gelerntes von einem Spiel auf ein anderes übertragen wird. Doch genau diese Lernfähigkeit ist der Grund für die Warnungen von Leuten wie Elon Musk, Stephen Hawking oder Bill Gates. Musk war sogar einer der frühen Investoren bei DeepMind. Doch die angeblich »existentiellen Bedrohungen« der Menschheit durch KI sieht Suleyman nicht.

»Wir sehen KI als ein enorm mächtiges Werkzeug an, das wir kontrollieren und führen und dessen Fähigkeiten wir limitieren, so wie bei jedem anderen Werkzeug auch, egal ob Waschmaschine oder Traktor. Wir bauen sie, um der Menschheit zu helfen und nicht, um uns zu zerstören.« Allerdings nimmt man auch bei DeepMind die Hintergründe dieser Bedenken durchaus ernst und hat beispielsweise der Übernahme durch Google nur zugestimmt, weil ein Rat für Sicherheit und Ethik geschaffen wurde. Dieser ist auch damit beauftragt, die Nutzung von KI-Entwicklungen von DeepMind durch Geheimdienste oder das Militär zu verhindern. Wer in diesem Rat sitzt und wie genau er arbeitet, halten Google und DeepMind allerdings noch geheim.

Quelle: Wall Street Journal


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