Apple - Keine Garantie für Raucher?

Rauchen ist gesundheitsschädlich – und kann dafür sorgen, dass Apple sich weigert, Rechner innerhalb der Garantiezeit zu reparieren, denn Raucher-Geräte seien lebensbedrohlich.

von Georg Wieselsberger,
21.11.2009 11:45 Uhr

The Consumerist berichtet über zwei Fälle in den USA, bei denen laut Apple die Garantie auf Mac-Rechner erloschen sei, weil diese in einer Umgebung genutzt worden waren, in der auch geraucht wird. Dem Besitzer eines MacBooks mit Überhitzungsproblem, das eigentlich noch über ein Jahr Garantie gehabt hätte, wurde außerdem erklärt, dass man sich weigere, Reparaturarbeiten an dem Gerät vorzunehmen, da »Passivrauch gesundheitsschädlich sei«. Eine E-Mail an das Büro von Steve Jobs, dem Chef von Apple, war erfolglos und so sah sich der Kunde letztlich gezwungen, das MacBook selbst zu zerlegen und das Problem mit einer Dose Druckluft anzugehen.

Der Besitzer eines iMacs, den seine Mutter zusammen mit erweiterter Garantie für ihn gekauft hatte, erlebte das Gleiche. Auch hier wurden jegliche Arbeiten an dem Gerät abgelehnt. Er sei Raucher und das »kontaminierte« Gerät stelle eine Biogefährdung dar. Auch hier wurde seitens der Käuferin versucht, Hilfe über das Büro von Steve Job zu erhalten. Dort wurde ihr gesagt, Nikotin stehe auf der Liste der gefährlichen Substanzen am Arbeitsplatz und Apple werde von Mitarbeitern nicht verlangen, Geräte zu reparieren, die man für gesundheitsschädlich halte. Falls das Problem jedoch nur am optischen Laufwerk liege, könnte man dies eventuell austauschen. Später wurde die Reparatur jedoch abgelehnt, da nicht nur das optische Laufwerk defekt sei, sondern auch die Festplatte kurz vor einem Defekt stehe. Sie solle das Gerät anderweitig auf eigene Kosten reparieren lassen, die Garantie sei wegen eines Verstoßes gegen die Sicherheitsbestimmungen über gefährliche Substanzen nicht gültig.

The Consumerist hat laut eigener Aussage mehrmals versucht, eine Aussage von Apple zu erhalten und nach monatelangem Warten keinerlei Reaktion erhalten. Die Garantiebestimmungen enthalten keinen Hinweis auf Rauchen oder Passivrauch und man würde auch gerne wissen, welche Grenzen für Rauchschäden bei Computern gelten, so The Consumerist.

Steve Jobs antwortet manchmal persönlich

Steve Jobs antwortet übrigens manchmal sogar persönlich auf Beschwerden. Als die Anwälte von Apple von der australischen Softwarefirma Little App Factory forderten, ihr erfolgreichstes Programm iPodRip umzubenennen, schrieb deren CEO John Devor eine lange E-Mail an Steve Jobs.

Das Programm, das es erlaubt, Musik, Fotos und Filme von iPods oder iPhones auf den Rechner zu kopieren, habe vielen Apple-Kunden geholfen und sogar der Apple-Support und Apple-Store-Mitarbeiter hätten mehrfach iPodRip empfohlen. Man verfolge bei mit der Bezeichnung der Software keinerlei böse Absichten.

Müsse man den Namen ändern, der durch Mundpropaganda sehr bekannt sei, befürchte er, dass Apple-Kunden auf dubiose Anbieter und Produkte hereinfallen würden. Apple hätte durch iPodRip auch weniger Supportanfragen bei einem Datenverlust der Kunden. Daher erbitte er Jobs Hilfe, um das Produkt und die Shareware-Firma zu schützen. Steve Jobs sei immer ein Vorbild für ihn persönlich gewesen, so Devor, der selbst von der Schule abging, um Software für Macs zu schreiben.

Die Antwort von Jobs: »Ändere den Namen deiner Anwendung. Keine derart große Sache. Steve. Versendet über mein iPhone«.

Das Shareware-Programm heißt nun iRip und der Jobs-Fan John Devor schreibt im Firmen-Blog, dass das Markenrecht in Australien die Nutzung geschützter Markenzeichen erlaube, wenn dadurch der Zweck eines Produktes kenntlich gemacht werde. Dies sei bei IPodRip der Fall.

Man könne sich aber einen Rechtsstreit mit Apple nicht leisten und würde damit das gesamte Unternehmen gefährden. Trotzdem will man loyal zu Apple bleiben, denn ohne Apple gäbe es die Softwarefirma überhaupt nicht. Das Verhalten von Apple halte man aber nicht für richtig. Wie auch die Apple-Stores zeigen würden, werde die Bestie, zu der Apple geworden sei, immer unumgänglicher und unfreundlicher, so Devor, der hofft, das dies sich wieder ändert.

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