Apple iPhone 6 & die misslungene U2-Promo - Sänger Bono entschuldigt sich für die Idee

Nicht jeder Nutzer freute sich über das kostenlose neue U2-Album in seinem iTunes.

von Georg Wieselsberger,
16.10.2014 14:57 Uhr

Die Promo-Aktion von Apple und U2 kam bei iTunes-Kunden nicht immer gut an. (Bildquelle: Apple)Die Promo-Aktion von Apple und U2 kam bei iTunes-Kunden nicht immer gut an. (Bildquelle: Apple)

Update: Während einer Fragestunde bei Facebook wurde der U2-Sänger Bono auch auf die Apple-Promo für das neue Album „Songs of Innocence“ angesprochen und aufgefordert, nie wieder etwas zu veröffentlichen, das automatisch auf die Geräte von iTunes-Nutzern heruntergeladen wird. Das sei unhöflich. Daraufhin entschuldigte Bono sich für die Idee, die demnach von ihm selbst stammt.

»Ups. Ähm. Es tut mir leid. Ich hatte diese wundervolle Idee und wir haben es wohl etwas übertrieben. Künstlern passiert so etwas. Ein Tropfen Größenwahn, ein bisschen Großzügigkeit, ein Schuss Eigenwerbung und die große Angst davor, dass diese Lieder, in die unser Leben in den letzten Jahren eingeflossen ist, könnten nicht gehört werden. Es gibt da draußen viel Lärm. Ich glaube, wir haben selbst etwas Lärm gemacht, um durchzudringen«, so Bono. Apple hatte nach Beschwerden wie berichtet sogar ein Tool veröffentlicht, damit verärgerte Nutzer das U2-Album wieder von ihrem Konto entfernen konnten.

Originalmeldung: Die irische Band U2 und Apple haben in der Vergangenheit immer wieder einmal zusammengearbeitet, beispielsweise für Werbespots oder auch den ersten »Special Edition«-iPod. Bei der Vorstellung des neue iPhone 6 hatte Apple nun das neue U2-Album »Songs of Innocence« kostenlos an alle iTunes-Nutzer weltweit verteilt. Auf diese Weise wollten U2 und Apple wohl auch einen Rekord aufstellen, denn auf der entsprechenden Webseite wird diese Aktion als »großer Moment der Musikgeschichte« bezeichnet. »Noch niemals zuvor besaßen so viele Menschen ein Album, erst recht nicht am Tag der Veröffentlichung«. Für die Charts zählt ein kostenloses Album allerdings nicht.

Allerdings hatten wohl weder Apple noch die Band damit gerechnet, dass diese Promo-Aktion bei vielen iTunes-Nutzern überhaupt nicht gut ankommt. Nicht jeder iTunes-Nutzer ist ein Fan von U2 oder Bono und hat Interesse daran, deren neue Musik zu hören. Wesentlich ärgerlicher ist für viele jedoch, dass »Songs of Innocence« bei entsprechenden iTunes-Einstellungen nicht nur in der Musik-Bibliothek auftaucht, sondern gleich automatisch auf die mobilen Geräte des Nutzers heruntergeladen wird. Viele Nutzer beschwerten sich auch darüber, dass Apple ungefragt ihre Bibliothek verändert. Zudem gab es bisher nicht einmal eine Möglichkeit, das unerwünschte Album aus dem eigenen Account zu löschen, höchstens zu verstecken.

Die vermutlich zahlreichen Beschwerden über »Songs of Innocence« haben inzwischen tatsächlich dazu geführt, dass Apple eine spezielle Support-Webseite mit einem Tool veröffentlicht hat, das das U2-Album aus der iTunes-Bibliothek löschen kann. Lieder, die sich bereits auf Endgeräten befinden, müssen aber weiterhin manuell gelöscht werden. Nutzer, die sich später entscheiden, dass Album doch besitzen zu wollen, können es nach wie vor bis zum 13. Oktober gratis bei iTunes herunterladen. Am dem 14. Oktober 2014 wird »Songs of Innocence« kostenpflichtig.

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