Assassin's Creed: Origins - Ubisoft streitet hohe CPU-Last durch Kopierschutz ab

Assassin's Creed Origins setzt unter anderem auf Denuvo für den Schutz vor Raubkopien. Ubisoft dementiert aktuelle Gerüchte, laut denen der Kopierschutz für eine hohe Belastung der CPU sorgt.

von Nils Raettig,
03.11.2017 10:48 Uhr

Die Grafik von Assassin's Creed: Origins ist größtenteils sehr schick anzusehen, laut Gerüchten soll für den relativ hohen Hardware-Anspruch aber auch der Kopierschutz verantwortlich sein.Die Grafik von Assassin's Creed: Origins ist größtenteils sehr schick anzusehen, laut Gerüchten soll für den relativ hohen Hardware-Anspruch aber auch der Kopierschutz verantwortlich sein.

Update 03. November:

Ubisoft hat inzwischen auf unsere Anfrage reagiert, allerdings nur in Form der Übersetzung eines bereits vor zwei Tagen im Steam-Forum geposteten Beitrags eines Ubisoft-Mitarbeiters. Darin heißt es, dass die Anti-Tampering-Maßnahmen »keinen spürbaren Effekt auf die Performance des Spiels haben«, außerdem wird auf das »volle Ausnutzen« der minimalen und empfohlenen Systemvoraussetzungen für das Gewährleisten einer »stabilen Bildfrequenz von 30 Bildern pro Sekunde« verwiesen. Bei Leistungsproblemen wird zu guter Letzt dazu geraten, sich an den Support zu wenden.

Auf unsere Fragen dazu, ob es sich bei den Anti-Tampering-Maßnahmen tatsächlich um eine Kombination von Denuvo und VMProtect handelt und ob wir Zugriff auf eine Version ohne Kopierschutz für vergleichende Benchmarks erhalten können, ist man erwartungsgemäß leider nicht näher eingegangen. Eine gecrackte Version des Spiels gibt es indes unseres Wissens nach immer noch nicht.

In unserem Technik-Check zu Assassin's Creed: Origins haben wir eine vergleichsweise starke Auslastung des Prozessors festgestellt. Für ein großes Open-World-Spiel mit guter Grafik ist das nicht per se etwas Ungewöhnliches, ein auf Angaben des Spiele-Crackers Voksi basierender Bericht auf Torrentfreak führt die hohe CPU-Auslastung aber auch auf den Kopierschutz zurück.

Origins setzt demnach einerseits auf die Anti-Tamper-Software Denuvo, die die Kopierschutzmaßnahmen von Uplay absichert, zusätzlich soll aber noch eine weitere Schutzebene in Form von VMProtect zum Einsatz kommen. Laut Hersteller wird der Software-Code dabei teilweise auf eine virtuelle Maschine mit anderer Architektur als der üblichen x86-Architektur ausgelagert, um Angriffe zu erschweren.

Kopierschutz im Faktencheck - Wie schlimm ist Denuvo wirklich? (GameStar Plus)

In den neuesten Denuvo-Versionen verwenden die Entwickler mittlerweile wohl eine eigene VM-Ware zu diesem Zweck der zusätzlichen Absicherung. Den Angaben von Voksi nach zu urteilen wird in Origins aber noch die besagte Kombination aus Denuvo und VMProtect eingesetzt.

Klingt nach relativ schweren Geschützen, die da aufgefahren werden. Das muss allerdings nicht zwingend bedeuten, dass die beschriebenen Maßnahmen auch tatsächlich spürbaren und spielerisch relevanten Einfluss auf die CPU-Auslastung beziehungsweise auf die Performance des Spiels haben.

Mit diesem Bild will der Spiele-Cracker Voksi den Einsatz von VMProtect in Origins beweisen. Wie groß der Einfluss auf die Performance des Spiels genau ist, lässt sich allerdings nur schwer nachvollziehen.Mit diesem Bild will der Spiele-Cracker Voksi den Einsatz von VMProtect in Origins beweisen. Wie groß der Einfluss auf die Performance des Spiels genau ist, lässt sich allerdings nur schwer nachvollziehen.

Voksi selbst spricht in dem Bericht von Torrentfreak von »30 bis 40 Prozent« schlechterer Leistung. Wie genau er den Einfluss auf die Performance gemessen haben will, bleibt jedoch unklar, wobei solche Angaben immer auch relativ zu dem System zu sehen sind, auf das sie sich beziehen.

Unabhängig davon scheint der Kopierschutz von Assassin's Creed: Origins seinen Zweck zumindest mit Blick auf Raubkopien (noch) zu erfüllen: Bislang ist keine gecrackte Version des Spiels im Umlauf. Das war zuletzt auch bei per Denuvo geschützten Spielen immer häufiger schon kurze Zeit nach Release der Fall (etwa bei Mittelerde: Schatten des Krieges), während der Kopierschutz zuvor noch zeitweise als kaum umgänglich galt.

Denuvo in der Kritik

Negative Schlagzeilen hat Denuvo indes schon häufiger gemacht. So gab es etwa Gerüchte, dass der Kopierschutz eine hohe Schreiblast verursachen und damit die Haltbarkeit von SSDs verschlechtern würden – was wir seinerzeit in unseren eigenen Gegentests nicht bestätigen konnten. Außerdem soll unter anderem die Performance des Action-Spiels Rime durch Denvuo verschlechtert worden sein und dann ist da noch das Thema mangelnder Datenschutz.

Belastbare Beweise für all diese Vorwürfe gibt es allerdings unseres Wissens nach nicht. Eine nachträgliche Entfernung des Kopierschutzes wird gleichzeitig in der Regel nur damit begründet wird, dass er seinen Zweck bereits erfüllt habe. So sprachen auch die Entwickler von Rime in ihrer Ankündigung zu der Denuvo-freien Version mit keinem Wort davon, dass ihr Release mit negativen Auswirkungen von Denuvo auf die Performance zu tun gehabt hätte.

Man muss aber klar dazu sagen, dass es ohne Zugriff auf eine komplett vom Kopierschutz befreite Version nicht leicht ist, entsprechende Nachweise zu erbringen. Wir versuchen bereits, eine Stellungnahme von Ubisoft zu dem Thema zu erhalten. Ob man uns im Zuge dessen auch eine Denuvo-freie Version des Spiels für entsprechende Gegentests zur Verfügung stellt, ist jedoch sehr fragwürdig.

Sollten wir neue Erkenntnisse zu dem Thema gewinnen, erfahrt Ihr es auf GameStar.de

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