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Assassin's Creed Syndicate im Test - Aus der Vergangenheit gelernt

Im Test der PC-Version macht Assassin's Creed Syndicate alles besser als der Vorgänger Unity. Mit einer Ausnahme.

von Dimitry Halley,
20.11.2015 14:39 Uhr

Assassin's Creed Syndicate - Test-Video zur Konsolenversion 8:24 Assassin's Creed Syndicate - Test-Video zur Konsolenversion

Für diesen Test werde ich wahrscheinlich von vielen Ezio-Fans der ersten Stunde auf die Mütze kriegen. Denn Assassin's Creed Syndicate ist nicht das Spiel, das sich diese Liebhaber der ersten Teile wünschen. Ich kann das verstehen. Es ist auch nicht das Spiel, das ich mir wünsche (wer das nicht glaubt, schaut sich bitte dieses Video an). Syndicate erfindet kein Rädchen so wirklich neu, hält sich streng an die Ubisoft-Formel.

Es treibt die Gegenwarts-Story nicht voran, überschreitet selten Popcornkino-Niveau. Und es hat Mikrotransaktionen. Trotzdem vergebe ich eine ziemlich hohe Wertung, die sogar fast an Fan-Liebling Assassin's Creed 2 sowie ans grandiose Black Flag herankommt. Und dazu stehe ich.

Denn wenn man mal außen vor lässt, was Syndicate alles nicht ist, und stattdessen den Blick darauf richtet, was Ubisoft hier eigentlich umsetzen will, dann muss man feststellen: So nah war ein Assassin's Creed noch nie an einer wirklich funktionierenden Open World dran. Das liegt an ein paar sehr cleveren Kniffen - einer davon ist sicherlich, dass Syndicate tatsächlich alles besser macht als der Vorgänger Assassin's Creed Unity. Mit einer überraschenden Ausnahme.

Achtung - Plattformexklusive Mordfälle! Ein Missionstyp, der aus Unity zurückkehrt, sind die Mordfälle. Jacob und Evie müssen darin mit ihren einzigartigen Fähigkeiten Verbrechen aufklären und Mörder dingfest machen. Diese Aufträge sind allerdings bis März 2016 nur für Käufer der PS4-Version verfügbar. Wer sich also auf ebendiese Missionen freut, muss sich leider noch ein Weilchen gedulden.

Assassin's Creed Syndicate - Screenshots ansehen

Performance: Unity vs. Syndicate

Syndicate sieht schlechter aus als Unity. Wo letzteres noch wirklich herausragende Lichteffekte hatte, kommen diese in der Fortsetzung kaum zur Geltung. Die Straßen sind unbelebter, die generelle Detailvielfalt fällt gegenüber dem Vorgänger ab. Aber »schlecht« ist hier ein relativer Begriff – in absoluten Maßstäben ist Assassin’s Creed Syndicate immer noch ein sehr hübsches Spiel. Die Charaktere sind toll modelliert, die Weitsicht über das industrielle London mit Big Ben, St. Pauls Cathedral und Tower of London wirkt beeindruckend und überaus stimmig.

Der größte technische Pluspunkt gegenüber Unity ist aber die Performance: Syndicate ist deutlich bugfreier. Und es läuft bei Release auf dem PC bereits viel runder. Für den Test habe ich den Vorgänger nochmal ausgepackt – bereits bei der ersten Probemission sind Gegner falsch gespawnt, mein Missionsziel startete in einer Kiste und war unverwundbar. Konsequenz: Neustart. Solche Patzer kann ich in der PC-Version von Syndicate nicht feststellen. Klar, einige kleine Bugs gibt es schon, aber nichts davon sprengt den Rahmen eines komplexen Open-World-Spiels. Und ganz wichtig: Die Fehlerchen gehen nicht spürbar auf Kosten des Spielspaßes.

Zwei Helden: Jacob und Evie Frye könnten unterschiedlicher nicht sein. In der Open World wechseln wir im Menü frei zwischen beiden Helden.

Jacob Frye Jacob ist eher ein geradliniger Haudrauf, der vor allem auf Bauernschläue und seine schlagkräftigen Rooks setzt.

Evie Frye Evie ist fasziniert von den Artefakten der alten Zivilisation und sieht darin die Chance zum Sieg über die Templer.

In der Summe ist Syndicate kein technisches Meisterwerk. Auf hohen Details sind die Hardware-Anforderungen für die gebotene Grafikqualität zu hoch; die Kantenglättung greift in der Ferne nicht richtig. Objekte »ploppen« gelegentlich ähnlich störend ins Bild wie in der Konsolenfassung.

Assassin's Creed Syndicate: Systemnanforderungen, Grafikvergleich und Tuning-Tipps

Aber gerade im Vergleich zu PS4 und Xbox One trumpft die PC-Version spürbar mit scharfen Texturen und vor allem mit der höheren Auflösung. Wer einen Mittelklasse-Rechner besitzt, kann das Spiel auf mittleren Details flüssig spielen und darf sich über die PC-exklusiv höhere Bildrate freuen. Ubisoft hat in jeder Hinsicht aus den technischen Fehlern von Unity gelernt und bringt einen sauberen PC-Release an den Start, den man auch ohne diverse Patches genießen kann. Allerdings gibt’s in Syndicate nicht nur technische Neuerungen.

Assassin's Creed Syndicate - Ersteindruck der PC-Technik 6:26 Assassin's Creed Syndicate - Ersteindruck der PC-Technik

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