ATi - Interview mit Eric Demers

Beyond3D hat ein langes Interview mit Eric Demers von ATi geführt, der die Entwicklung des R600 geleitet hat. Dabei geht das Gespräch sehr ins Detail, was die Entwicklung und gewisse Entscheidungen beim Design des R600 angeht.

von Georg Wieselsberger,
19.06.2007 00:09 Uhr

Beyond3D hat ein langes Interview mit Eric Demers von ATi geführt, der die Entwicklung des R600 geleitet hat. Dabei geht das Gespräch sehr ins Detail, was die Entwicklung und gewisse Entscheidungen beim Design des R600 angeht.

Interessant ist beispielsweise die Tatsache, dass der R600 redundante Shader Scalar Cores hat, die dafür sorgen, dass ein R600 mit Defekten in diesem Bereich die zusätzlichen Shader Cores verwendet und so trotzdem die volle Leistung erbringen kann. Dies erhöht auch die Ausbeute bei der Produktion der Grafikchips.

Die Frage, warum ATi nicht im High-End-Bereich gegen Nvidia antritt, beantwortet Demers mit dem Hinweis, dass man zur Zeit den oberen Performance-Markt anvisiert, aber auch das High-End durch Crossfire-Konfigurationen abdeckt. Diese seien schneller als die High-End-Angebote der Konkurrenz und dabei günstiger. ATi wolle für jeden Preis die beste Performance bieten.

DirectX 10 stellt auch für ATi einen grossen Schritt dar, daher hätte man die neuen Produkte auch speziell für diese API entwickelt. Aber das alleine reiche nicht, man braucht natürlich auch einen neuen Treiber. Das Aufeinandertreffen eines neuen Betriebssystems (Windows Vista), DirectX 10, einem neuen OpenGL und eines komplett neu entwickelten Grafikchips sorge aber für etwas Wirbel, deswegen sei der Treiber momentan noch etwas unreif.

Die Tesselationsfunktion des R600 sei bereits im Grafikchip der Xbox360 enthalten und daher auch in Zukunft wichtig. Da diese Funktion nur wenig Platz im Chip einnehme, wäre es gar keine Frage gewesen, sie auch in den R600 einzubauen. Die Softwareunterstützung sei der eher schwierige Teil, aber die Vorteile, die Tesselation auf der Xbox360 biete und die damit verbundene Problemlosigkeit von Xbox360-Konvertierungen auf den PC seien entscheidend gewesen.

Eric Demers zeigte sich ein wenig enttäuscht, dass man es zum Launch des R600 nicht geschafft habe, mehr Optimierungen in den Treiber einzubauen. Er würde noch immer erschaudern, wenn er Vergleiche sehe, bei denen der R600 schlechte Leistung bringt, insbesondere wenn es sich dabei um einen Vergleich mit ATi-eigenen älteren Produkten handelt. Darum schicke er täglich Emails an das Performance- und Treiber-Team, um nach diesem oder jenem zu fragen. Daher hasse man ihn dort nun wohl auch.

Im letzten Treiber habe man immerhin bei adaptivem Anti-Aliasing eine 2-3 mal höhere Leistung erreicht, was zwar etwas spät, aber dennoch toll sei, doch es gäbe noch viel zu tun und er erwarte, das sich die Dinge weiter verbessern.


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