Auftrag Rache - Action-Thriller mit Mel Gibson

Mit dem Kinofilm Auftrag Rache kehrt Mel Gibson aus dem Vorruhestand der Action-Helden zurück. Seine Mission: Den mysteriösen Mord an seiner Tochter aufklären. Seine Methode: Erst zuschlagen, dann fragen.

von Christian Mester,
12.03.2010 16:40 Uhr

Die letzten Schlagzeilen um den US-Schauspieler Mel Gibson waren selten gut. Wüste Alkoholeskapaden und sein umstrittenen Glaubensfilm Die Passion Christi kratzten (manche würden sagen ramponierten) das Image des einst sehr beliebten Hollywood-Stars. Vor der Kamera war Gibson seit Jahren nicht mehr zu sehen. Doch nun kehrt der »Mad Max« mit dem Kinofilm Auftrag Rache (im Original: Edge of Darkness, Start: 11. März 2010) zurück auf die Leinwand - in dem Genre, dass ihn einst zum Star machte.

Unter der Regie von James Bond-Profi Martin Campbell (Goldeneye, Casino Royale) spürt Gibson in dem Remake des BBC-TV-Sechsteilers »Am Rande der Finsternis« den Mördern seiner Tochter nach und deckt dabei düstere Geheimnisse auf.

Die Story

Deutsches Filmplakat zu Auftrag Rache.Deutsches Filmplakat zu Auftrag Rache.

Thomas Craven (Mel Gibson) hat seine besten Jahre längst hinter sich. Als der angeraute Polizist mit ansehen muss, wie seine Tochter erschossen wird, bricht seine Welt vollends zusammen. Der erfahrene Cop macht sich auf die Suche nach den Tätern und vermutet zunächst einen Racheakt eines von ihm verhafteten Kriminellen. Doch die Spur führt ihn bald zum Arbeitsplatz seiner Tochter und zu einem Komplott um die nationale Sicherheit, in dem die junge Frau scheinbar nur ein Kollateralschaden war.

Wie es sich für Geschichten dieser Art gehört, gerät Craven bald selbst in die Schusslinie und muss die Grenzen des Gesetztes überschreiten um die Wahrheit aufzudecken. Mal mutig, mal gnadenlos wühlt Craven nach Antworten – rücksichtslos auch seinem eigenen Leben gegenüber.

Die Figuren

Irgendwie erinnert Thomas Craven schon ein bisschen an Martin Riggs, Mel Gibsons Parade-Rolle aus der Lethal Weapon-Reihe? Klar, Craven hat ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel und haut längst nicht so kraftvoll zu wie das Original, doch die beiden Figuren teilen die gleiche Hingabe zu ihrer Aufgabe.

Hauptdarseller Mel GibsonHauptdarseller Mel Gibson

Und Mel Gibson ist genau der richtige Mann um diese Verbissenheit nachvollziehbar darzustellen. Auftrag Rache lebt in erster Linie von Mel Gibson und davon, dass der Mann vor der Kamera schlicht überzeugt – was man auch immer von der Privatperson Gibson halten mag.

Cravens Gegenstück wird von Ray Winstone verkörpert, den einige vielleicht noch aus dem jüngsten Indiana Jones-Film kennen. Dort stand er als Partner an Harrison Fords Seite, hier gibt er einen gerissenen Hintermann. Eine Rolle die ihm viel Platz zum fies sein lässt und sichtlich Freude gemacht hat. Als durchtriebener Mistkerl hält Winstone dabei durchaus mit Gibson mit – ein gelungener Gegenspieler.

Zu alt für den Scheiß

So gelungen die Figuren sind, so lahm ist der Fall, den Craven im Verlauf der Handlung lösen soll. Der Tod der Tochter ist zwar tragisch, doch die darauf folgende Ermittlung baut nur wenig Spannung auf. Immer wieder ist man als Zuschauer Gibsons Figur voraus und wartet nur darauf, dass ihm die Spuren und Entwicklungen nun endlich selbst auffallen. Das Spiel seiner ständig grinsenden Gegner verliert schnell an Ernsthaftigkeit, da ihre oftmals oberflächlichen Dialoge untereinander oder mit Gibson klischeehaft ausfallen. Und wenn Craven dann immer wieder betonen muss, wie sehr er seine Tochter liebte und dass sie doch sein Engel war, springen einen die Schwächen im Drehbuch regelrecht an. Hinzu kommen kitschige Rückblenden, die kaum über das Niveau »Fernsehfilms der Woche« hinausragen.

Auftrag Rache - Edge of Darkness ansehen

Wer große Actionszenen wie in den vorherigen Filmen von Regisseur Martin Campbell erwartet, sei gewarnt. Auftrag Rache spielt in einer anderen Liga. Die wenigen Auseinandersetzungen sind relativ rasant inszeniert, aber nie Hauptaugenmerk des Films.

Fazit

Christian Mester (bereitsgesehen.de): Auftrag Rache hat seine Momente, bleibt letztendlich aber ein nur »guter« Action-Thriller. Wer Mel Gibson auf der großen Leinwand vermisst hat, löst die Kinokarte. Alle anderen Interessierten greifen in einigen Wochen zur DVD.

Kinokritik in Kooperation mit bereitsgesehen.de.


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