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Seite 2: Baldur's Gate: Enhanced Edition im Test - Die Rückkehr des Königs?

Schwerter statt Wörter

Noch ein vierter neuer Bekannter wartet in der Enhanced Edition auf uns: Der wahnsinnige Dunkelelf Baeloth regiert über die schwarzen Gruben, wo wir uns in fünfzehn Arena-Kämpfen gegen einige der gefährlichsten Feinde des Spiels behaupten müssen. Unser Kampagnen-Held und seine Gefährten bleiben dabei aber außen vor, stattdessen basteln wir uns von Grund auf eine frische Sechsergruppe für die Grubenkämpfe. Nach jedem Sieg kassieren wir Erfahrungspunkte und Preisgelder, um unsere Recken weiter aufzurüsten.

In den schwarzen Gruben bekommen wir es mit einigen der gefährlichsten Monstern des Spiels zu tun.In den schwarzen Gruben bekommen wir es mit einigen der gefährlichsten Monstern des Spiels zu tun.

Ein Eldorado für Profi-Taktiker, die an jedem Detail ihrer Party feilen wollen, bis sie ineinandergreift wie ein Uhrwerk. Lange fesseln konnten uns die Gruben trotzdem nicht, Kämpfe sind eben nicht alles: An den gerade mal zwei Arenen hat man sich schnell sattgesehen, es fehlen die schillernden Persönlichkeiten aus der Kampagne und die lahme Handlung bleibt Nebensache. So verpufft ein Großteil der Motivation, die Baldur’s Gate normalerweise entfacht.

Altmodisch modernisiert

Egal, ob wir uns durch die Wolkengipfel oder Baeloths Arena kämpfen: In der Enhanced Edition genießen wir das Abenteuer ohne einen einzigen Ladebildschirm, dazu kommt Unterstützung für höhere Auflösungen und Breitbild-Monitore. Sehr viel mehr hat sich an der Grafik aber nicht getan, lediglich die Engine von Baldur’s Gate 2 steuert noch ein paar verbesserte Zaubereffekte und Charaktermodelle bei. So ist die Enhanced Edition zwar ein technischer Fortschritt gegenüber dem Original, kann die veraltete Optik aber nicht kaschieren. In den Foren klagen einige Nutzer außerdem über Abstürze, wir stießen im Test aber auf keine derartigen Probleme.

Eine Frage der Auflösung Ursprünglich war die Auflösung von Baldur's Gate fest auf hoffnungslos veraltete 640x480 Pixel beschränkt.

1280x720 Die Enhanced Edition schafft Abhilfe und unterstützt modernen Breitbildmonitore. So passt ein größerer Teil des 2D-Spielgeschehens auf den Schirm. Blöd aber: Im dürftigen Optionsmenü können wir gerade mal zwischen Vollbild in unserer Desktopauflösung und einem Fenstermodus mit Standardauflösung 1024x768 wählen. Wollen wir die Auflösung selbst ändern, ziehen wir die Fenstergrenzen per Hand mit dem Mauszeiger zurecht oder tragen unsere Wunschwerte in die »Baldur.ini« unter »Dokumente/Baldur's Gate - Enhanced Edition« ein.

1920x1080 In den höchsten Auflösungen wird der Bildausschnitt nicht mehr stetig größer, sondern die Enhanced Edition zoomt Spielgeschehen und Interface zum Ausgleich heran. Das soll vermeiden, dass die 2D-Elemente zu klein und schwer erkennbar werden.

1920x1080 ohne Skalierung Wer das verhindern will, kann der Baldur.ini eine Zeile mit dem Inhalt 'Graphics', 'Scale UI', '0' hinzufügen. Dann werden alle Objekte in ihrer Originalgröße ohne Skalierung angezeigt.

Allerdings gibt es viele der technischen Verbesserungen schon lange als kostenlose Mods, sodass sich ein Neukauf für Veteranen nur begrenzt lohnt – dafür fallen die inhaltlichen Neuerungen einfach nicht umfangreich genug aus. Vor allem, weil es einige Entwickler-Versprechen nicht in die Verkaufsversion geschafft haben. Beispielsweise war ein Spielbrowser für Mehrspielerpartien geplant, zum Testzeitpunkt konnten wir uns aber weiterhin nur über direkte IP verbinden.

Auch versprochene (DLC-)Inhalte wie der neue Handlungsabschnitt »Sarevoks Grab« sind Zukunftsmusik und ändern nichts daran, dass die Enhanced Edition in vielen Punkten hinter den Möglichkeiten zurückbleibt. Wer das Originalspiel mit Mods auf der Festplatte hat, kann sich den Umstieg also sparen – wer den großen Genreklassiker aber schon immer mal ausprobieren wollte und sich nicht stundenlang in Mod-Installationen einarbeiten möchte, für den ist die Enhanced Edition genau das richtige.

Die iPad-Version

Baldur’s Gate kommt mit der Enhanced Edition erstmals aufs iPad, Versionen für Android und Mac sind geplant. Ins Schema schneller Mobile-Spiele für zwischendurch passt das komplexe Rollenspiel nicht, aber die Tablett-Portierung ist ausgesprochen gut gelungen. Denn obwohl das Interface größtenteils vom PC übernommen wurde, geht die Touch-Steuerung überraschend angenehm von der Hand: Wir erteilen Befehle, indem wir erst unseren Helden antippen und danach die gewünschten Knöpfe oder Ziele, die bekannten Fingerbewegungen zum Zoomen und Scrollen greifen makellos.

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Selbst größere Gefechte lassen sich auf dem iPad gut steuern.Selbst größere Gefechte lassen sich auf dem iPad gut steuern.

In Ermangelung von Maus und Tastatur brauchen wir für manche Aktionen einen Tick länger als gewohnt, aber in Baldur’s Gate geht es ja schon auf dem PC nicht um schnelle Reflexe, sondern bedachte Befehlsvergabe. Komfortfunktionen wie ein Hilfebildschirm zur Erklärung der zahlreichen Button-Funktionen erleichtern den Spielfluss. Nur gelegentlich stolpern wir über Ärgernisse, so ist etwa bei Türen oft nicht klar ersichtlich, welchen Bereich wir zum Durchschreiten antippen müssen. Das tut dem Spielfluss aber kaum Abbruch.

Grafisch und inhaltlich gibt es kaum Unterschiede zur PC-Version, allein einige Zusatzinhalte wie Dorn und Neera fehlen. Mit 8,99€ kostet die Enhanced Edition auf dem iPad dafür auch weniger. Wir können uns die fehlenden Inhalte einzeln dazukaufen und kommen dann auf denselben Preis wie auf dem PC. Wer die PC-Version schon besitzt, muss für die iPad-Fassung separat bezahlen. Mit zukünftigen Patches soll es aber immerhin möglich sein, Spielstände zu übertragen und plattformübergreifende Mehrspielerpartien zu starten.

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