BBC gegen Filesharer - VPN-Nutzer mit viel Traffic sollen überwacht werden

Die BBC hat den Behörden in Australien empfohlen, Provider als Überwacher gegen illegales Filesharing einzusetzen.

von Georg Wieselsberger,
09.09.2014 10:42 Uhr

Die BBC will, dass Provider ihre Kunden überwachen, um "verdächtiges Verhalten" zu erkennen.Die BBC will, dass Provider ihre Kunden überwachen, um "verdächtiges Verhalten" zu erkennen.

Die British Broadcasting Corporation (BBC) ist nicht nur auf Großbritannien beschränkt, sondern verkauft viele beliebten Fernsehserien und Dokumentationen auch an viele andere TV-Sender weltweit. Aus diesem Grund ist auch die BBC von illegalem Filesharing betroffen und hat sich nun laut Torrentfreak in Australien zu Schritten gegen solche Downloads geäußert. Laut der BBC müssen die Provider zusammen mit den Rechteinhabern gegen Verstöße gegen das Urheberrecht vorgehen und über legale Möglichkeiten informieren. Die Provider sollten Kunden, die Inhalte illegal herunterladen, zunächst warnen und bei weiteren Verstößen deren Zugang drosseln - im Extremfall sogar komplett deaktivieren.

Da es aber inzwischen durch neue Übertragungsprotokolle, dezentrale Downloads und Virtual Private Networks (VPN) immer schwerer werde, Verstöße zu erkennen und zu verfolgen und Nutzer so auch Regionalsperren umgingen, müssten Provider zur Überwachung ihrer Kunden verpflichtet werden. So solle »verdächtiges« Verhalten von Nutzern erkannt werden, das auf Urheberrechtsverletzungen hindeute. Dazu gehört beispielsweise die Kombination von hohem Download-Volumen und der Verschleierung der eigenen IP, beispielsweise per VPN. Allerdings will die BBC dabei auch »die fundamentalen Rechte der Verbraucher« schützen und Fehlerkennungen vermeiden, auch wenn nicht klar ist, wie das geschehen soll.

Die BBC fordert außerdem, dass Provider ausländische Webseiten nach einem Gerichtsbeschluss sperren müssen und diese Beschlüsse so flexibel angelegt werden, dass die Anbieter nicht einfach unter einer neuen Adresse auftauchen, die die Sperre umgeht. Als Grund für die Einbindung der Provider in die Maßnahmen gibt die BBC an, dass die meisten Internetnutzer nur Kunden von Providern würden, um Zugang zu Inhalten legaler oder illegaler Art zu erlangen. Die Provider müssten sich daher auch an den Kosten von Maßnahmen beteiligen.


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