Bitkom - Festplattenpreise bleiben weiterhin hoch

Nach der Flutkatastrophe in Thailand, bei der auch zahlreiche Festplattenwerke überschwemmt wurden, stiegen die HDD-Preise stark an. Laut dem Branchenverband Bitkom sollen sich die Preise vorerst nur langsam erholen.

von Dennis Ziesecke,
27.12.2011 14:36 Uhr

Überflutetes Festplattenwerk von Western Digital in Thailand.Überflutetes Festplattenwerk von Western Digital in Thailand.

Neben den katastrophalen Folgen für die Bevölkerung sorgten die schweren Überschwemmungen im Herbst diesen Jahres auch bei der thailändischen Industrie für große Probleme. In Thailand wird mehr als ein Drittel aller Festplatten weltweit produziert, zudem sind dort zahlreiche für die Produktion wichtige Zulieferbetriebe ansässig.

Noch immer sind die meisten Werke nicht einsatzbereit. Einige Fabriken des in Thailand produzierenden Festplattenherstellers Western Digital wurden zwar mittlerweile von den Wassermassen und von Schlamm gereinigt, bis die sensiblen Maschinen allerdings wieder kalibriert und einsatzbereit sind, wird noch einige Zeit vergehen.

Und auch wenn sich die Festplattenpreise aktuell wieder ein wenig erholen, verbleiben die Preise doch auf hohem Niveau. So schätzt auch der IT-Branchenverband Bitkom, dass noch für längere Zeit mit hohen Festplattenpreisen gerechnet werden muss. Wie Bitkom-Sprecher Maurice Shahd der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, werden die Lieferengpässe noch bis zum ersten, eventuell auch bis zum zweiten Quartal 2012 anhalten.

Preissteigerungen bei Desktop-PCs und Notebook sind laut Shahd nicht zu befürchten. Auch wenn die Margen bei diesen Produkten relativ niedrig liegen, ist der Wettbewerb unter den Herstellern zu groß, als das jemand seine Computer teurer anbieten würde.

Aktuell liegt der Preis beliebter Festplatten wie der WD WD10EALC (Caviar Blue 1000 GB) oder der Samsung Spinpoint F3 bei 100 bis 110 Euro, vor der Flutkatastrophe in Thailand kosteten diese Modelle nur etwa 45 Euro. Höchstpreise von 140 bis 150 Euro für 1000-GB-Festplatten sind zwar nicht mehr zu erwarten, der Kauf einer neuen HDD frisst allerdings dennoch große Löcher in den Geldbeutel.

Die nicht zuletzt wegen der steigenden Festplattenpreise immer beliebter werdenden SSDs hingegen bleiben preislich auch weiterhin stabil mit Tendenz zu sinkenden Preisen.


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