Blur - Preview: Mario Kart für Erwachsene

Nach der eher klassischen Rennspielserie Project Gotham Racing schraubt Bizzare Creations nun an einem Mario Kart für Erwachsene. Wie im Nintendo-Vorbild geht es im Arcade-Racer Blur weniger um Streckenzeiten und sauberres Fahren, als vielmehr das Ausbremsen und Ausschalten der unliebsamen Mitfahrer. Nur dass Blur 70 lizensierte Fahrzeuge von BMW über Ferrari bis Lotus bietet und Sie keine Schildkröten verschießen müssen.

von Redaktion GamePro,
04.06.2009 16:38 Uhr

Die Ziele der Bizzare-Designer für Blur sind einfach: Intensität, Zugänglichkeit und Spaß. Für ersteres soll unter anderem das deutlich größere Fahrerfeld garantierten. Bis zu 20 Autos sind gleichzeitig auf der Strecke (auch im Multiplayer-Modus). Ein sanfter »Gummiband-Effekt« sorgt dafür, dass das Feld nie zu weit auseinandergezogen wird -- eben genau wie in Mario Kart.

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Mehr Power

Bizarre setzt bei Blur auch optisch komplett auf Fun-Racer: Knallige Farben und übertriebene Effekte sind da natürlich Pflicht.Bizarre setzt bei Blur auch optisch komplett auf Fun-Racer: Knallige Farben und übertriebene Effekte sind da natürlich Pflicht.

Der Clou sind aber die Power-Ups: Mit »barge« (engl.: rempeln) schubst ihr zum Beispiel Konkurrenten in die Streckenbegrenzung oder in andere Fahrzeuge. »Shock« ist zielsuchend und legt die Elektrik eines Wagens lahm. Dann blinken nicht nur dessen Lichter lustig, er ist auch deutlich langsamer. »Shunt« dagegen ist eine Art Schubs-Rakete, deren Einsatz gelernt werden will. Wer das Ding nämlich dem Vordermann einfach ins Heck feuert, schiebt ihn sogar noch an, statt ihn (wenn man von der Seite schießt) von der Strecke zu fegen. Wie das ganze in Bewegung aussieht, demonstriert der neuste Blur-Trailer von der E3-Messe. Unterschied zu Mario Kart: Die Extras liegen zwar ebenfalls an immer der gleichen Stelle, man kann aber schon vorher sehen, was man aufnimmt -- genau wie in Wipeout.

Apropos Strecke: Neben einem Stadtparcours durch den eher schäbigen Londoner Stadtteil Hackney zeigten uns die Designer auch einen Wüstenkurs nahe der kalifornischen Stadt Amboy. Die Überraschung: Zum ersten Mal in der Geschichte von Bizzare gibt es jetzt auch Offroad-Strecken. Folglich donnern Sie -- ähnlich wie in Sonys MotorStorm -- mit einem Geländewagen über Dünen und durch alte Minenanlagen. Das heißt auch, dass es jede Menge Abkürzungen, Sprungschanzen und versteckte Extras gibt, die Sie erst mal finden müssen. Wer zu weit von der Strecke abkommt, den setzt eine »magische Hand« automatisch wieder in die Spur.

Auto-Facebook

Der Mehrspieler-Modus mit 20 Leuten und die Community-Plattform "Blurb" sind integraler Bestandteil von Blur.Der Mehrspieler-Modus mit 20 Leuten und die Community-Plattform "Blurb" sind integraler Bestandteil von Blur.

Ähnlich wie die Titel der Need for Speed-Reihe wird auch Blur eine Geschichte erzählen. Allerdings verschont Sie Bizzare mit peinlich synchronisierten Videos voller C-Schauspieler, sondern geht einen ganz anderen Weg: Als Rennfahrer sind Sie Mitglied des Social Networks »Blurb«. Dieses Facebook-artige Netzwerk wird es sowohl im Spiel als auch im echten Internet geben. Dort legen Sie ein Profil an und verwaltet Ihre Daten und Autos.

Und Sie verabreden sich mit anderen Fahrern zu Rennen. Ob die anderen Fahrer nun KI-Piloten oder menschliche Mitspieler sind, spielt dabei keine Rolle. Sämtliche Teilnehmer (auch KI) schicken untereinander Botschaften und erzählen so die Hintergrundgeschichte. Genau wie im realen Facebook können Sie Gruppen bilden, etwa nur für Offroad-Fahrer oder mit bestimmten Power-Up-Regeln. Blurb ist also Story-Vehikel, Multiplayer-Filter und Optionsmenü in einem -- wenn es denn funktioniert wie geplant.

Noch lange nicht fertig

Die Wagen sehen schon toll aus -- die Strecken brauchen aber noch Feinschliff.Die Wagen sehen schon toll aus -- die Strecken brauchen aber noch Feinschliff.

Auf der technischen Seite steht Bizzare Creations noch einiges an Arbeit bevor. Zwar laufen die Rennen schon jetzt flüssig, allerdings sind an den Streckenrändern noch sehr wenig Details, vor allem die Wüstenstrecke wirkte arg leer. Das soll laut Bizarre aber noch verbessert werden, Blur ist noch nicht mal in der Alpha-Phase. Sehr cool wirken dagegen schon die vielen Menü- und Lichteffekte. So werden zum Beispiel Richtungspfeile nicht einfach als Schilder am Streckenrand aufgestellt, sondern schick an Hauswände projiziert. Ob die Abkehr von der Schraubengenauigkeit auch bei der Racing-Spielerschaft ankommt, wird sich zeigen. Spaß macht Blur aber allemal.

Blur ist derzeit für Anfang 2010 angekündigt und soll sowohl für PC als auch die aktuellen Konsolen erscheinen.

» E3-Trailer von Blur mit ersten Spielszenen anschauen


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