Brett- und Videospiele - Nicht von Pappe

Brettspiele sind langweilig? Von wegen, Videospiele können viel von ihren analogen Vettern lernen – und umgekehrt. Zum Beispiel, dass Grafik nicht alles und weniger oft mehr ist.

von Manuel Fritsch,
07.12.2016 08:00 Uhr

Bei der Erwähnung von Kickstarter denken Videospieler sofort an Tim Schafers Broken Age, an Wasteland 2 oder vielleicht an Star Citizen. Doch wussten Sie, dass das mit Abstand erfolgreichste Segment auf der Crowdfunding-Plattform die guten, alten Brettspiele sind? Bis Ende 2015 haben die Unterstützer bereits mit knapp 200 Millionen US-Dollar unzählige Brett-, Miniatur- und Kartenspiele erfolgreich finanziert.

Die derzeitige Renaissance des klassischen Gesellschaftsspiels veranlasst sogar uns als PC-Spielemagazin, einen Blick über den virtuellen Tellerrand zu werfen und zu fragen: Was können Videospiele von Brettspielen lernen? Denn obwohl man vermuten könnte, dass Menschen, die gerne spielen, sich sowohl für digitale als auch für Brett- und Kartenspiele begeistern, begegnen uns oft Vorurteile und eine augenscheinlich vorherrschende Lagerbildung.

Bei unserem Besuch auf der weltgrößten Fachmesse für Gesellschaftsspiele, der Spiel '16 in Essen, fällt ebenfalls auf: Abseits einiger Lizenzumsetzungen gibt es in beide Richtungen wenige Überschneidungen zwischen den eigentlich verwandten Branchen und Zielgruppen. Nicht nur wir finden: Da wäre mehr drin!

Brett statt Bildschirm: Videospiele als Brettspiel-Vorlage

Fortschritt durch Technik

Schaut man sich die Entwicklung der letzten 40 Jahre vom ersten Videospiel bis zu den heutigen Großproduktionen an, fällt vor allem der technische Fortschritt ins Auge. Die Videospielindustrie ist bis heute geprägt von dem Drang nach technischen Innovationen und war in vielen Bereichen auch ein Antrieb für neue Technologien. Im krassen Gegensatz dazu stehen Brett- und Kartenspiele, die sich seit Jahrtausenden überwiegend auf Stein, Pappe und Holz sowie in der Neuzeit natürlich etwas Plastik berufen.

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