C64-Nachfolger - Commodore PC64 angekündigt [Update]

Commodore-Rechner wie der C64 oder der Amiga haben Kultstatus und ein neues Produkt soll in diese sehr großen Fußstapfen treten.

von Georg Wieselsberger,
27.08.2010 12:22 Uhr

Commodore USA bewirbt seinen neuen Tastatur-Rechner mit einem Bild des Commodore 64 und den Worten »Ihr habt uns damals geliebt… ihr werdet uns wieder lieben«. Das auf diese Weise beworbene neue Produkt ist ein Tastatur-PC, der aufgrund seiner Form tatsächlich an seine Vorgänger erinnert.

Er baut auf einem Mainboard mit Intel G1-Express-Chipsatz auf, der auch die Grafik mit dem Intel Graphics Media Accelerator 3100 übernimmt. Dieser Grafikkern ist DirectX 9.0c-kompatibel und kann bis zu 289 MByte des Arbeitsspeichers verwenden, ist für ernsthaftes Spielen aber viel zu langsam. Das RAM kann mit zwei SDRAM-Riegeln, wie sie auch in Laptops genutzt werden, auf bis zu 4 GByte ausgebaut werden.

In den vorhandenen Sockel LGA775 passen Intel-Prozessoren ab dem Pentium/Celeron D bis hin zu Quadcore-CPUs aus der Core 2-Serie, sofern diese nicht mehr als 95 Watt Energie benötigen. Laufwerke wie der Slimline-DVD-Brenner oder eine 2,5-Zoll-Festplatte werden über SATA angeschlossen.

5.1-Sound, Gigabit-LAN und USB-Anschlüsse sind ebenfalls vorhanden, aber auch inzwischen fast ausgestorbene Ports wie zwei serielle RS-232-Anschlüsse, ein Parallel-Port für Drucker und PS/2-Anschlüsse für Maus und Tastatur besitzt der neue Commodore-Rechner. Erweiterungen finden in einem Mini-PCI und einem Mini-PCIe-Slot Platz. Unterhalb der Tastatur befindet sich ein Touchpad.

Wieviel der neue Rechner kosten soll, verrät die Webseite allerdings nicht. Der Online-Shop soll erst am 1. Juni 2010 seinen Betrieb aufnehmen.

Update 15.04.2010

Der vorgestellte Tastaturcomputer hat noch weniger Bezug zum legendären Commodore 64 als gedacht. Wie The Register schreibt, besaß die Firma, die den auf ihrer Webseite präsentierte, gar keine Rechte an der Marke Commodore. Auch das Unternehmen selbst heißt nicht Commodore USA.

Barry Altman, der hinter dieser Aktion steckt, hat der Meldung zufolge den Namen Commodore nur benutzt, um die tatsächlichen Rechteinhaber zu lokalisieren – mit Erfolg. Nach einem Umweg über die niederländische Commodore Gaming besitzt er nun von Commodore Licensing BV die Erlaubnis, den Markennamen temporär zu nutzen, während weitere Verhandlungen stattfinden.

Der Rechner selbst wird laut Altman nach wie vor im Juni erscheinen und könnte vielleicht sogar Commodore 64 heißen, »wegen des 64-Bit-Prozessors«. Genauso könnte der Tastatur-PC dann aber auch keinerlei Hinweis auf Commodore mehr bieten.

Update 01.06.2010

Barry Altman hat allem Anschein die notwendigen Rechte erworben, um sein Unternehmen Commodore USA LLC nennen zu dürfen und hat nun einen weiteren Tastatur-Rechner angekündigt. Der Commodore Invictus erinnert stark an das Eee Keyboard von Asus und besitzt wie dieses einen kleinen Touchscreen.

Die technischen Daten des Rechners sind noch nicht bekannt, doch laut Amigaworld verwendet der Invictus eine Intel Atom-CPU mit Nvidia-ION-Chipsatz, bietet drahtloses HDMI und soll eine Batterielaufzeit von 5,5 Stunden besitzen. Zumindest gibt es eine Reihe von Bildern des Commodore Invictus.

Commodore Invictus ansehen

Update 27.08.2010

So soll der Commodore PC64 aussehen.So soll der Commodore PC64 aussehen.

Commodore USA hat sich nun endgültig mit den Rechteinhabern der Marke Commodore geeinigt und für dieses Jahr eine ganze Palette an Produkten angekündigt. Neben dem bereits bekannten Commodore Invictus und Phoenix wird es ein Modell namens Commodore PC64 geben, das äußerlich eine exakte Replik des bekannten, beigen Brotkastens sein soll.

Das Innenleben entspricht einem Netbook mit sehr hohen Spezifikationen: Dualcore-Prozessor Intel Atom D525 mit 1,8 GHz, 4 GByte DDR3-RAM, Festplatte mit 1 TByte Kapazität, DVD- oder Blu-ray-Laufwerk, WLAN, Bluetooth, Kartenleser und HDMI- sowie DVI-Ausgang. Für die Grafik ist der ION2-Chipsatz von Nvidia verantwortlich.

Der Preis für den Commodore PC64 ist noch nicht bekannt. Die Rechner sollen jedoch noch vor Weihnachten erhältlich sein.

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