CES 2014: AMD zeigt »FreeSync« (Update) - Kostenlose G-Sync-Alternative für variable Bildwiederholrate

Ein VESA-Standard für Panels zum Steuern von Bildintervallen macht es laut AMD möglich, Features wie G-Sync ohne Zusatzhardware zu erreichen.

von Georg Wieselsberger,
09.01.2014 08:29 Uhr

AMD »Freesync« setzt auf einen vorhandenen Industriestandard, der aber wohl noch nicht sehr verbreitet ist.AMD »Freesync« setzt auf einen vorhandenen Industriestandard, der aber wohl noch nicht sehr verbreitet ist.

Nvidia hat mit G-Sync eine interessante Möglichkeit vorgestellt, die Bildwiederholrate mit Geforce-Grafikkarten und speziell ausgestatteten Monitoren so zu steuern, dass Tearing, Lag und Ruckeln verhindert werden. Allerdings sind dafür spezielle Hardware-Komponenten in den Monitoren notwendig, die den Preis erhöhen, außerdem funktioniert die Technik laut Nvidia nur mit Geforce-Grafikkarten. Wie Anandtech meldet, hat AMD nun auf der CES 2014 eine Technik mit dem Arbeitstitel »FreeSync« vorgestellt, die ähnlich funktioniert, aber keine spezielle Hardware benötigen soll.

Laut dem Bericht gibt es ohnehin bereits einen VESA-Standard für Panels, der es erlaubt, das VBLANK-Intervall zwischen Frames zu steuern. Sofern der Monitor diesen Standard unterstützt, liegt die Kontrolle bei der Grafikkarte. AMD-Grafikkarten unterstützen dies sogar schon seit einigen Generationen, ebenso die Prozessoren mit Grafikkern. Theoretisch wären damit sogar die Xbox One und die Playstation 4 schon kompatibel. Auch in den Catalyst-Treibern von AMD wird dieses Feature bereits intern unterstützt, auch wenn die bisher veröffentlichten Treiber noch keine entsprechenden Einstellmöglichkeiten besitzen.

Bei der Vorführung wurden zwei Toshiba-Notebooks verwendet, die im Handel gekauft wurden und nicht modifiziert waren. Laut Anandtech funktioniert der Ansatz von AMD zumindest bei diesem kleinen Test ähnlich wie G-Sync, auch wenn dafür kein umfangreiches Demo bereitstand. Allerdings gibt es bei AMD bislang keine Pläne, »FreeSync« schnell zu veröffentlichen, da anscheinend der notwendige VESA-Standard noch nicht sehr verbreitet ist. Das könnte sich aber schnell ändern. Interessant wäre auch die Frage, ob G-Sync-Monitore diesen Standard ebenfalls verwenden oder zumindest unterstützen. Dann würden solche Displays den Besitzer nicht mehr dazu zwingen, Geforce-Grafikkarten zu verwenden, um die Bildverbesserungen nutzen zu können.

Update:Techreport hat mit Tom Petersen von Nvidia über die „Freesync“-Demo von AMD gesprochen. Dabei wies Petersen darauf hin, dass es bei Laptops eine direktere Verbindung zwischen Grafikchip und Display gibt, während bei Desktop-Rechnern üblicherweise noch ein Chip zwischen GPU und Display steckt und für die Skalierung sorgt. Damit sei eine variable Bildwiederholrate auf einem Desktop-Monitor aktuell fast unmöglich. Genau diesen Scaler-Chip ersetzt Nvidia durch das G-Sync-Modul und laut Petersen wüsste man, wenn es andere Lösungen dafür gäbe.

Eine Verbindung über Displayport unterstütze ansonsten aber alles, was für einen variablen Refresh notwendig sei. Nvidia hat aber nicht vor, G-Sync durch GPUs anderer Hersteller nutzbar zu machen, da man Zeit und Mühe darin investiert habe und nicht »die Arbeit für die anderen« machen wolle. »Sie müssen die Arbeit machen. Sie müssen die Leute einstellen, die herausfinden, wie es geht«. Laut Techreport könnte G-Sync aber als Wegbereiter dafür dienen, dass die Hersteller von Monitoren und Scaler-Chips variable Bildwiederholraten von Haus aus in ihren Produkten unterstützen, da das Feature von Kunden gewünscht wird. Dann könnte AMD auch ohne Zusatzhardware sein „Freesync“ anbieten.

PC Perspective hingegen meldet, dass mit dem in den nächsten zwei bis drei Monaten geplanten Standard Displayport 1.3 ohnehin eine VBLANK-Steuerung möglich sei. Die "Freesync"-Demo habe auch dafür sorgen sollen, dass dieses Feature bekannt wird und Displayport 1.3 deswegen schneller einen Platz in neuen Geräten findet. Laut Raja Koduri von AMD könnte es aber sogar schon einige Monitore auf dem Markt geben, die per Firmware-Upgrade jetzt kompatibel wären, weil darin Chips verbaut wurden, in denen schon Entwicklungen für den neuen DP 1.3-Standard berücksichtigt wurden. Eine Liste dafür gibt es aber nicht. Sollte Display-Port 1.3 samt VBLANK-Steuerung schnell zu einem Standard bei Monitoren werden, wäre G-Sync nur für kurze Zeit ein Alleinstellungsmerkmal für Nvidia und danach vielleicht sogar überflüssig.


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