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Civilization 5 im Test - Kontrollbesuch zur Civilization 5 Collection

Mit der Civilization 5 Collection veröffentlicht Firaxis gewissermaßen die endgültige Version des Rundenstrategiespiels. Und räumt im Kontrollbesuch einen inzwischen hochverdienten 90er ab.

von Jochen Gebauer,
08.12.2013 12:00 Uhr

Hinweis: Civilization 5 ist inzwischen in der Civilization 5 Collection mit beiden Addons erhältlich. Dieser Artikel bezieht sich auf die Gesamtversion. Den Original-Test von Civilization 5 lesen Sie hier.

Montezuma hat gerade die Irokesen rasiert, Caesar verbreitet den Konfuzianismus in Wien, und auf dem Nachbarkontinent hätte man Attila besser nie von der Erfindung des Schießpulvers erzählt. Unterdessen tapeziert Ramses seine einsame Insel mit Weltwundern, während Gandhi Vatikanstadt vom Islam überzeugt.

Der ganz normale Civilization-Wahnsinn also - und höchste Eisenbahn für eine englische Intervention, denn in Gestalt der armen Elizabeth liegen wir abgeschlagen auf dem letzten Platz und konnten uns überhaupt nur deshalb in die Renaissance retten, weil wir das anstürmende Atzteken-Heer mit goldenen Argumenten davon überzeugten, dass Irokesenland doch auch ganz schön sei.

Die erkaufte Zeit hat Elizabeth übrigens mit dem Erforschen der Navigation verbracht. Und deshalb tuckern in diesem Augenblick sechs kleine Linienschiffe aus dem Hafen von London und nehmen Kurs auf Technotitlan. Zufällig liegt Ägypten beinahe auf dem Weg. Dort könnte kann man ja anstandshalber mal vorbeischneien, wenn einem der Ramses schon so viele Wunder baut …

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Sid Meier's Civilization 5 - Screenshots ansehen

Gandhi dreht am Rad

Sechs Stunden später: Elizabeth will gerade Attila rasieren, als Gandhi eine Atomrakete über York zündet - und gleich darauf welche über London, Technotitlan, Norwich und Theben.

Als die englische Flotte ihren Kurs in Richtung Neu Delhi korrigiert, haut die dicke Österreicherin im Raumschiff ab und gewinnt das Spiel. Schon wieder dieser verdammte Gandhi, denkt Elisabeth und nimmt sich felsenfest vor, den Inder nie wieder ins Atomzeitalter zu lassen - wenn der einen roten Knopf sieht, gehen regelmäßig die Gäule mit ihm durch.

Aber die Linienschiffe waren wirklich fantastisch. Wenn man die beim nächsten Mal ein bisschen früher erforschen würde … und der Wahnsinn beginnt erneut.

Deutschland kriegt die Hanse

Mit seinen beiden Addons Gods & Kings und Brave New World sowie dem Ende Oktober veröffentlichten Herbst-Update, das unter anderem die KI verbessert und aus den Deutschen eine schlagkräftige, weil durch das neue Hanse-Gebäude auch wirtschaftlich kompetente Nation macht, ist Civilization 5 eine so großartige Fundgrube von tollen Geschichten, dass wir dem Gesamtpaket mit der Complete-Version gerne einen Kontrollbesuch abstatten - und ihm bei dieser Gelegenheit gleich den inzwischen redlich verdienten Platin-Award verleihen.

Das ist drin

Hauptspiel
Addon Gods & Kings
Addon Brave New World
43 Zivilisationen (inklusive DLC-Zivilisationen)
4 Szenario-Pakete (insgesamt 11 Szenarios)
5 Map-Pakete (insgesamt 45 Kartentypen)
Technologiebaum-Poster
Soundtrack (als Download)

Man müsste in der Rundenstrategie-Geschichte lange zurückdenken - zu Master of Magic mit seinen unterschiedlichen Fantasy-Rassen vielleicht - um einen anderen Genre-Vertreter zu finden, der komplexe Mechaniken so perfekt mit einzigartigen Fraktionen verbindet, dass bei jeder Partie ein eigener Mikrokosmos entsteht, über den man stundenlang aufgeregt fachsimpeln könnte. In dieses Civilization kann man problemlos 300 Stunden versenken und immer noch neue Nuancen, neue Taktiken, neue Details entdecken, zumal sich sämtliche Zivilisationen tatsächlich anders spielen, wenn man ihre individuellen Eigenschaften, Gebäude und Einheiten korrekt einsetzt.

Coole Zivilisationen: Spanien Die Spanier erhalten für jedes entdeckte Naturwunder einen Bonus von 100 Goldstücken. Entdecken wir das Wunder vor allen anderen Völkern, gibt’s sogar satte 500 Goldstücke. Also bauen wir zu Spielbeginn eine kleine Armee aus Spähern und schicken sie auf Weltreise. Wenn wir schnell ein paar Naturwunder finden, können wir uns die sonst langwierig zu produzierenden Siedler und Bautrupps einfach kaufen und rasend schnell expandieren.

Äthiopien Die Fähigkeit der Äthiopier (Kampfbonus gegen Zivilisationen mit mehr Städten) ist recht situativ – aber ihr einzigartiges Gebäude ist eine Wucht. Mit der sogenannten Stele können wir quasi von Spielbeginn an Glauben produzieren und damit eine nützliche Religion abgreifen. Die nämlich sind gerade auf den hohen Schwierigkeitsgraden sonst sehr schnell weg, weil die KI beim Gründen einer Religion nicht lange fackelt.

Polen Die Polen haben ein tolles Gebäude (die Königlichen Stallungen, die gewissermaßen Kühe zu Goldeseln machen) und eine sehr starke Fähigkeit: Beim Erreichen eines neuen Zeitalters erhalten sie eine Sozialpolitik gratis. Im Laufe eines kompletten Spiels kann Polen auf diese Weise quasi einen ganzen Politikbaum mehr freischalten als andere Völker. Dadurch werden wir sehr flexibel, da wir uns politisch nicht mehr unbedingt spezialisieren müssen.

Schoschonen Wenn die Schoschonen eine neue Stadt gründen, dann beginnt die mit einem massiv erweiterten Einzugsbereich. Das spart Geld (weil wir uns die zusätzlichen Felder nicht mehr kaufen müssen) bzw. Zeit (weil wir nicht warten müssen, bis die zusätzlichen Felder automatisch eingegliedert werden). Noch lieber mögen wir aber den einzigartigen Pfadfinder. Entdeckt der eine heiß begehrte Ruine, dann dürfen wir uns den Bonus daraus gezielt aussuchen. In Kombination werden so fantastische Startbedingungen möglich.

Maya Die Maya sind so stark, dass sie sich beinahe wie Cheaten anfühlen: Mit den Pyramiden erhalten sie eines der besten einzigartigen Gebäude im Spiel (erhöht früh die Forschung und den Glauben), für ihre Speerschleuderer müssen wir nicht den Umweg über das Bogenschießen forschen, und ihre Fähigkeit ist ein Kracher: Nach der Erforschung der Theologie dürfen wir uns alle 394 Jahre eine Große Persönlichkeit aussuchen. Völlig für lau. Richtig gespielt sind die Kerle latent übermächtig.

Bei Montezuma scheint die Sonne

Die Azteken beispielsweise sind nicht nur ideale Kriegstreiber, weil sich ihre antike Spezialeinheit (die sogenannten Jaguarkrieger, die in Wäldern doppelte Bewegung genießen und sich beim Vernichten eines Gegners heilen) im Spielverlauf zu beängstigenden Schützen upgraden lassen, da die Boni beim Upgrade nicht verloren gehen - sie opfern nebenbei auch noch dem Huitzilopochtli und erhalten für jeden getöteten Feind wertvolle Kulturpunkte.

Der Huitzilopochtli ist übrigens der Kriegs- und Sonnengott der Azteken, aber »Kriegs- und Sonnengott der Azteken« klingt längst nicht so imposant wie Huitzilopochtli. Als Montezuma sind wir also ständig auf der Suche nach neuen »Freiwilligen« für den aztekischen Opferalter; gerne auch in Form der sonst so lästigen Barbaren, die mit hübscher Regelmäßigkeit in unser Reich einfallen. Für alle anderen Völker sind diese Typen eine Landplage; für die Azteken sind sie ein Kulturregen.

Als Venedig dürfen wir nur eine einzige Stadt selbst gründen. Die entsprechend schnell wachsen, also stehen dort die Hängenden Gärten. Das Wunder bringt Extra-Nahrung. Als Venedig dürfen wir nur eine einzige Stadt selbst gründen. Die entsprechend schnell wachsen, also stehen dort die Hängenden Gärten. Das Wunder bringt Extra-Nahrung.

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