Codemasters: - »Gebrauchtkäufe sind fast so schlimm wie Diebstahl«

Ein Programmierer des Entwicklers Codemasters äußert sich kritisch gegenüber dem Gebrauchtmarkt von PC- und Videospielen.

von Julian Freudenhammer,
15.09.2011 16:05 Uhr

Laut Codemasters ähnelt der Kauf von gebrauchten Spielen in vielerlei Hinsicht dem Diebstahl.Laut Codemasters ähnelt der Kauf von gebrauchten Spielen in vielerlei Hinsicht dem Diebstahl.

Wie die Website thesixthaxis.com berichtet, fand der bei Codemasters beschäftigte Programmierer Dave Herod harte Worte für den Handel mit gebrauchten Spielen. Herod reagiert damit auf die vom Entwickler Quantic Dream ins Rollen gebrachte Diskussion über finanzielle Einbußen aufgrund des Gebrauchthandels. Quantic Dream, der Macher des PlayStation 3-exklusiven Spiels Heavy Rain, hat laut eigenen Angaben Fünf bis zehn Millionen Euro an den Gebrauchtspiele-Markt verloren.

»Es ist nervig, dass gebrauchte Software ständig mit dem Verkauf eines gebrauchten Autos verglichen wird. Das ist nicht das Selbe. Wenn du ein gebrauchtes Auto erwirbst, kaufst du einen Gegenstand von minderer Qualität. Es ist abgenutzt, die Garantie ist abgelaufen, oder schon zum Teil verstrichen. Es verschlechtert sich mit zunehmender Zeit immer weiter. Software wird nicht schlecht und wenn du sie kaufst, bezahlst du nicht für den Datenträger oder die Box. Du bezahlst für die Nutzungsrechte. Die Marke gehört dem Publisher und Entwickler. Was die Händler verkaufen gehört ihnen eigentlich nicht. Das ist nicht weit von Diebstahl entfernt.«

Codemasters ist nicht der erste Entwickler der sich kritisch zum Gebrauchtmarkt von PC- und Videospielen äußert. Im Juni dieses Jahres machte sich Michael Schmalz, Chef des kanadischen Studios Digital Extremes mit einer ähnlichen Aussage bei vielen Spielern unbeliebt. Schmalz kritisierte, dass insbesondere Händler wie GameStop, die Gebrauchtspiele an- und wieder verkaufen, an der Arbeit der Entwickler verdienen ohne die Studios am Gewinn zu beteiligen.

Andere Publisher wie Electronic Arts reagieren mit Systemen wie dem Online-Pass auf den Handel mit gebrauchten Spielen. Hierbei müssen Komponenten wie der Online-Modus des Spiels mit einem zusätzlichen, nur einmalig gültigen Key freigeschaltet werden. Wird das Spiel weiterverkauft, muss der neue Inhaber einen neuen Registrierungsschlüssel beim Publisher erwerben um den Online-Modus erneut freizuschalten. Im bald erscheinenden Open-World-Shooter Rage soll ein ähnliches System zum Einsatz kommen.


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