Creatives Chaos - Modifizierte Treiber ein Dorn im Auge?

von Daniel Visarius,
09.05.2008 16:01 Uhr

Ohne gute Software nützt die beste Hardware nichts. Das dachte sich auch Hobby-Programmierer und Vista-Nutzer Daniel Kawakami, der bei den Treibern für seine Soundblaster Audigy einige Funktionen vermisste, die er unter XP noch geschätzt hatte. Schließlich überlistete er die Software und konnte (wie unter XP) wieder Dolby Digital und DTS wiedergeben oder die Raumklang-Funktion CMSS konfigurieren. Als er seine Treiber veröffentlichte und die ausschließlich für X-Fi-Platinen kostenlose Version des ALchemy-Tools zur Zusammenarbeit mit der Audigy bewegte, wurde Creative unruhig.

Der Firma aus Singapur platzte der Kragen, als Kawakami zu Spenden aufrief, um sich eine X-Fi kaufen zu können und sie für das eigentlich lizenzkostenpflichtige Dolby Digital Live fit zu machen. Kawakami würde Firmeneigentum stehlen, polterte daraufhin Phil O'Shaughnessy von Creative. Prompt schlug ihm eine Welle der Entrüstung entgegen: Nur dank Kawakami seien manche in der Lage, die Soundblaster-Karten unter Vista überhaupt vernünftig einzusetzen, hieß es. Hastig ruderte Creative zurück. Man habe ja nichts gegen modifizierte Treiber, solange sie keine Lizenzen verletzen. Auch wenn Creative nachgegeben hat: Seine eigenen Treiber absichtlich zu verkrüppeln, um die Nachfolgeprodukte zu verkaufen, mag ja aus kaufmännischer Sicht noch nachvollziehbar sein, ist aber zu kurz gedacht. Wer einmal auf die Nase fällt, bleibt beim nächsten Mal vielleicht gleich beim billigen Onboard-Sound.


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