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Crossout im Test - World of Tanks trifft Mad Max

Die Endzeit-Fahrzeugschlachten im Crossout-Test sind in ihren besten Momenten richtig gut. Doch Schwächen im Balancing, Grind und technische Macken trüben den Spaß.

von Sascha Penzhorn,
08.06.2017 16:36 Uhr

Crossout im Test: Diesem Panzer fehlt der Feinschliff. Schlechte Sache, wenn man damit einen Kampf gewinnen will.Crossout im Test: Diesem Panzer fehlt der Feinschliff. Schlechte Sache, wenn man damit einen Kampf gewinnen will.

In unserem selbst gehäkelten Endzeit-Panzer rumpeln wir über ein postapokalyptisches Schlachtfeld. Es dauert keine Minute, da fährt uns der erste Gegner vors Rohr. Dem rotzen wir mit unserer schweren Kanone was vor die Motorhaube, die sich direkt verabschiedet. Es scheppert und qualmt, das Blech fliegt durch die Luft, unser Opfer hat ein Rad ab und büßt einiges an Wendigkeit ein.

Mit MGs nimmt uns unser Gegner unter Beschuss. Unsere Panzerung steckt das locker weg, während wir stur auf ihn zurollen. Unsere zwei montierten Schrotflinten zerbröseln ihm die Bewaffnung. Wir halten ungebremst auf ihn drauf und rammen ihm die übergroßen Stahlklingen ins Blech, die wir an die Front unseres Panzers geschweißt haben. Totalschaden! In seinen besten Momenten ist Crossout echt gut. Zum Hit fehlt es dem Spiel aber noch deutlich an Feinschliff.

Aufstieg mit Tempolimit

Das Spielprinzip von Crossout ist klasse: Ein echt abgedrehtes Fahrzeug basteln, damit durch verwüstete Landschaften brettern und im Team-PvP die gegnerische Mannschaft ausradieren oder deren Basis erobern - World of Tanks trifft auf Mad Max. Alternativ spielen wir jeder gegen jeden oder fahren ein Rennen. Nebenher gibt's auch durchaus spaßige kooperative Missionen für drei bis vier Spieler, in denen wir eine Basis beschützen, einen Lastwagen eskortieren, eine wichtige Fracht stehlen und nebenher immer reihenweise KI-Gegner plattmachen.

Wir fangen das Spiel ganz harmlos mit einer gammeligen Rostlaube und zwei aufmontierten Schrott-MGs an. Dann schickt uns das Tutorial in unsere erste »PvP«-Mission. Dort treten erst mal überwiegend menschliche Spieler gegen Teams von Bots an. Das bleibt auch so, bis unser Account Level drei erreicht. Zum Eingewöhnen ist das nicht verkehrt, nur sind die Bots so unfähig, dass sich die Hälfte von ihnen direkt selbst ausschaltet. Die KI-Kameraden fahren nämlich gegen Wände, kippen um und stehen und liegen gerne mal völlig wehrlos in der Gegend herum.

Crossout - Screenshots ansehen

Zwei Stufenanstiege später schickt uns Crossout gegen menschliche Gegner in die Schlacht. Das ist wesentlich anspruchsvoller und macht spürbar mehr Spaß. Furchtbar viel Teamplay kommt in den schnellen Schlachten allerdings nicht zustande, das verhindert die Sprachbarriere. Aus irgendeinem Grund schaltet sich unser eigentlich deutscher Client nämlich immer wieder auf die englische Variante um, die von vielen Russisch sprechenden Spielern bevölkert wird - da ist die Kommunikation und Koordination schwierig.

Damit wir nicht ewig auf unserer Starter-Rostlaube sitzen bleiben, können wir fleißig neue Waffen und Gadgets wie Tarnkappen, Drohnen, bessere Motoren und viele andere Goodies craften. Doch das ist gar nicht so einfach! Wollen wir eine epische Wumme basteln, benötigen wir dafür Materialien wie 750 Einheiten Draht.

Wer PvE will, muss PvP spielen

Pro Mission gibt's im Schnitt 15 Draht, falls wir denn eine Mission auswählen, in der diese Ressource überhaupt vorkommt. Dann brauchen wir noch 150 Kupfer, den es in einer anderen Missionsart gibt, und so spielen wir unzählige Stunden, um eine Handvoll qualitativ hochwertiger Items herzustellen.

In dieser PvE-Mission beschützen wir einen Truck vor KI-Gegnern.In dieser PvE-Mission beschützen wir einen Truck vor KI-Gegnern.

Zudem erhalten wir genau diese Rohstoffe nur in PvE-Missionen. Um überhaupt erst an diesen teilnehmen zu dürfen, brauchen wir Benzin, welches wir aber nur für Siege im PvP bekommen. Die Entwickler wollen uns durch diese Mechaniken dazu zwingen, an einem der wichtigsten Elemente von Crossout teilzunehmen, dem Marktplatz.

Echtgeld-Abkürzung

Als Alternative zum Crafting gibt es nämlich den Spielerhandel. Der funktioniert wie ein MMO-typisches Auktionshaus. Die Währung für den Handel bekommen wir, indem wir Bauteile, Benzin und abgelegte oder nicht benötigte Ausrüstung verhökern. Alternativ kaufen wir die Spielwährung gegen echtes Geld. Zum Zeitpunkt dieses Artikels kostet eine epische Waffe umgerechnet aber schon mal 40 Euro.

Allerdings dürften sich die Preise für Materialien und Waffen niedriger einpendeln, wenn mehr Spieler das Auktionshaus bevölkern - dann greifen nämlich die guten alten Preisbildungsmechanismen aus der Volkswirtschaftslehre. Momentan ist es allerdings noch nicht soweit, das dürfte erst mit steigenden Spielerzahlen funktionieren.

Crossout - Gameplay-Trailer zeigt Fahrzeugkämpfe 1:47 Crossout - Gameplay-Trailer zeigt Fahrzeugkämpfe

Zudem gibt's Pakete mit fertig zusammengebastelten Fahrzeugen gegen harte Euronen, von denen das teuerste stolze 60 Öcken kostet. Das ist ganz schön heftig, ist letztendlich aber weit weniger schlimm, als es klingt. Das Matchmaking-System paart uns nämlich mit Spielern, die über ähnlich starke oder schwache Fahrzeuge verfügen wie wir selbst.

Gutes Matchmaking, schlechte Balance

So lange wir in einem rostigen Eimer voll Schrauben über das Schlachtfeld eiern, sind unsere Gegner und Teamkameraden auch nicht besser ausgestattet als wir selbst. Investieren wir dagegen unzählige Euros oder sehr viele Stunden unserer Zeit in ein richtig aufgemotztes Gefährt, setzt uns Crossout entsprechend mächtige Spieler vor.

Gratis- und Gelegenheitsspieler müssen sich also nicht davor fürchten, von Usern mit extrem viel Zeit oder Geld gnadenlos aufgemischt zu werden. Zumindest solange nicht, wie ausreichend Spieler für faires Matchmaking vorhanden sind.

Und zum Start der Open Beta ist das der Fall. Blöd nur, dass trotz all der Vielfalt an Schrotflinten, Kreissägen und Maschinengewehren die meisten Spieler auf schwere Kanonen setzen, denn die sind derzeit übermäßig stark. Und wieso müssen wir eigentlich Miete für eine Crafting-Werkbank zahlen, um etwas herzustellen? Und das immer wieder, sobald wir fünf Items gebastelt haben?

Technisch mittelprächtig

Crossout belegt bescheidene 2,5 GB auf unserer Festplatte, denn große, hochauflösende Texturen gibt es hier keine. Dementsprechend ist die Optik zwar stimmig, aber auch recht matschig. Zudem gibt es im PvP derzeit gerade mal fünf Karten. Und die sind so klein, dass Spiele im Extremfall nach einer Minute enden, wenn jemand direkt feindliche Basis erobert. Die Server haben gegenwärtig noch ihre Probleme.

Zur Prime Time kommt es immer wieder mal zu erheblichen Lagspitzen und das Matchmaking wirft uns im Extremfall vier oder fünf Mal hintereinander in eine Schlacht, die bereits gelaufen ist, sodass wir nicht mehr mitspielen können. Theoretisch dürfen wir in diesem Fall ab der nächsten Runde mitmischen, stattdessen landen wir oft aber einfach wieder im Hauptmenü. Das dürfte sich aber mit der Zeit normalisieren, wenn die Spielerzahl etwas singt bzw. die Serverkapazitäten darauf angepasst werden.

Die optionale Gamepadsteuerung ist so schlecht (komplette Fahrzeugsteuerung über einen Analog-Stick), dass wir dringend davon abraten. Es fehlen gute Tutorials für das Crafting und das Zusammenbauen von Fahrzeugen. Und auch die Akustikgitarre im Hauptmenü will nicht so recht als Untermalung zum (nirgends im Spiel erklärten) Endzeit-Setting von Crossout passen. Wer die spaßige Spielidee und das coole Setting von Crossout genießen will, muss derzeit also noch einiges an Frustresistenz mitbringen.

Crossout - Erster Gameplay-Trailer 4:32 Crossout - Erster Gameplay-Trailer

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