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Das Phänomen Tom Clancy - Vom Versicherungskaufmann zum Bestsellerautor

Wir geben Einblicke in die Erfolgsgeschichte einer polarisierenden Figur. Außerdem klären wir, wieso der US-Autor auch innerhalb der Computerspielebranche zum Phänomen wurde.

von Erik Reichel,
26.09.2013 09:30 Uhr

»Es gibt nur zwei Dinge, in denen die Regierung gut ist, Geld kassieren und Menschen töten.« Diese Aussage stammt nicht etwa vom Fraktionsvorsitzenden der Linken, Gregor Gysi, sondern vom Erfolgsautor Tom Clancy. Derartige Statements wollen nicht so recht in die weit verbreitete Wahrnehmung von Clancy als ultrapatriotischen Militärfanatiker passen. Wir geben Einblicke in die Erfolgsgeschichte einer polarisierenden Figur. Außerdem klären wir, wieso der US-Autor auch innerhalb der Computerspielebranche zum Phänomen wurde.

Werdegang

Tom Clancy, Jahrgang 1947, hatte schon immer ein Faible für das Militär. Er wollte sogar eine Offizierslaufbahn einschlagen. Daraus wurde aber nichts. Er flog durch den Eignungstest, da seine Augen zu schwach waren.

Preisfrage: Was macht man, wenn es mit der Militärlaufbahn nichts wird? Genau, eine Versicherungsagentur gründen. So geschehen bei Tom Clancy. Die Agentur lief sogar ziemlich gut. Sein Erfolg als Autor sollte aber alle vorherigen Verdienste in den Schatten stellen.

Erfolg als Autor

Die Ablehnung durch das Militär hatte Tom Clancys Faszination dafür nicht beeinträchtigt. Clancy hörte nie auf, sich mit möglichen politischen Konfliktszenarien, Geheimdiensten und Militärtechnologien auseinanderzusetzen. Irgendwann begann er darüber zu schreiben.

Bereits sein erster Roman »Jagd auf Roter Oktober« legte 1984 den Grundstein für seine populärste Serie. Hauptfigur ist der CIA Analyst-Jack Ryan, der es innerhalb der folgenden Veröffentlichungen sogar bis zum Präsidenten der Vereinigten Staaten bringt.

Der Autor steht dem Aufstieg seines Romanhelden, den er als verbesserte Variante von sich selbst charakterisierte, in nichts nach. Es folgten zahlreiche weitere Romane wie »Im Sturm« (1986), »Die Stunde der Patrioten« (1987) oder »Der Schattenkrieg« (1989), die alle große Verkaufserfolge erzielten.

Eroberung der Leinwand

Clancy funktioniert auch im Kino wunderbar. Insgesamt spielten schon vier Darsteller Jack Ryan auf der Kinoleinwand. Alec Baldwin (Mitte), Harrison Ford, Ben Affleck und zuletzt Chris Pine.Clancy funktioniert auch im Kino wunderbar. Insgesamt spielten schon vier Darsteller Jack Ryan auf der Kinoleinwand. Alec Baldwin (Mitte), Harrison Ford, Ben Affleck und zuletzt Chris Pine.

Kinoumsetzungen der Clancy-Stories ließen nicht lange auf sich warten. 1990 kommt die Verfilmung von Jagd auf Roter Oktober mit einem Starensemble ins Kino. Alec Baldwin, Sean Connery und Sam Neill tragen ihren Teil dazu bei, dass der Film zum Kassenschlager wird. Bei einem Budget von 30 Millionen Dollar wurden über 200 Millionen eingespielt.

Spätestens jetzt wurde überdeutlich, dass der Name Tom Clancy einer Gelddruckmaschine gleichkam. So verwundert es nicht, dass von nun an auch für Film und Fernsehen regelmäßig neue Clancy-Projekte erschienen.

Einfache Deduktion?

Clancy-Fans schätzen neben den spannenden Erzählungen vor allem das detaillierte Hintergrundwissen, das in die Werke des Autors einfließt. Die Genauigkeit seiner Informationen, über die eigentlich nur Insider verfügen dürften, verblüfft immer wieder.

Zu Beginn des Jahrtausends setzte sich Clancy für den Ersatz von Uran-Munition durch Projektile mit Wolfram-Legierung ein. Deren Verwendung war auch nicht optimal, weil krebserregend.Zu Beginn des Jahrtausends setzte sich Clancy für den Ersatz von Uran-Munition durch Projektile mit Wolfram-Legierung ein. Deren Verwendung war auch nicht optimal, weil krebserregend.

Darauf angesprochen meinte Clancy einmal, dass er nur bestehendes Wissen miteinander verknüpfe. Ausgehend von bekannten Sachverhalten ließe sich eine Linie bilden, die auf unbekannte Sachverhalte schließen lasse. »Es ist wirklich so einfach«, sagt Clancy.

Wie so oft ist es in Wahrheit nicht ganz so einfach. Vielmehr verfügt Tom Clancy über hervorragende Beziehungen zum Militär. Bei dem ist das Mitglied der National Rifle Association auf Grund seiner republikanisch konservativen Einstellung und Aussagen wie: »Amerika würde ohne das Militär nicht existieren«, gut gelitten.

Doch nicht nur zur amerikanischen, auch zur britischen Armee hat der Autor einen heißen Draht. 1985 setzte er sich erstmals mit dem ehemaligen U-Boot-Kommandeur Doug Littlejohns zusammen.

Gründung von Red Storm

Damals konnte noch keiner der beiden wissen, dass sich ihre Zusammenarbeit über 10 Jahre später auf einem ganz anderen Level abspielen würde. Clancy hatte schon die Bestsellerlisten und das Kino erobert, der nächste logische Schritt war die Ausweitung seines Imperiums auf die zu diesem Zeitpunkt rasch wachsende Computerspielbranche.

1996 gründete er gemeinsam mit Littlejohns und der Virtus Corporation als Teilhaber Red Storm Entertainment in Cary, North Carolina. Der erfolgsverwöhnte Schriftsteller wollte nur beratend tätig sein. Doug Littlejohns wurde Geschäftsführer. Vom U-Boot-Kommandeur zum Computerspiel-Firmenchef - eine ungewöhnliche Karriere.


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