Das Twitter-Hirn-Interface - Schreiben per Gehirn

Forscher haben eine simple Technik entwickelt, mit der rein per Gedankenkraft Texte mit bis zu 10 Zeichen pro Minute geschrieben werden können und vergleichen ihr Prinzip mit dem Schreiben von SMS.

von Georg Wieselsberger,
21.04.2009 12:28 Uhr

Adam Wilson, Student und Forscher an der University of Wisconsin-Madison, schrieb Anfang April eine 23 Zeichen lange Twitter-Nachricht, einen sogenannten Tweet, nur durch Gedankenkraft: "using EEG to send tweet". Wilson gehört zu den Forschern, die nach Möglichkeiten suchen, Menschen zu helfen, deren Körper gelähmt sind, aber deren Gehirn normal funktioniert. Das Prinzip, das Wilson mit den Kollegen Williams und Schalk entworfen hat, ist erstaunlich simpel.

Der Nutzer blickt auf einen Bildschirm, auf dem das Alphabet abgebildet ist und konzentriert sich auf einen Buchstaben. Auf dem Bildschirm blinken die Buchstaben nacheinander auf. Sobald der ausgesuchte Buchstabe aufblinkt, registriert das Gehirn die Veränderung und die messbare Gehirnaktivität verändert sich. Dadurch wird der gewünschte Buchstabe erkannt. Das Ganze sei ein wenig wie das SMS schreiben auf einem Mobiltelefon, es dauere etwas länger und man brauche etwas Übung. Manche Tester seien schon in der Lage, zehn Zeichen pro Minute zu schreiben. Das Twitter-Interface wurde gewählt, um damit zu zeigen, dass die Technik sofort für viele Menschen einen Nutzen haben könnte und auch, um andere Forscher anzustoßen, weiter in diese Richtung zu forschen.

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