Das Vermächtnis: Der Baum des Lebens im Test - Test des Thriller-Adventures

Im Point&Click-Adventure Das Vermächtnis: Der Baum des Lebens von City Interactive jagen Sie einem Geisterschiff hinterher. Gruselig sind aber nur die Dialoge.

von Daniel Matschijewsky,
12.11.2009 11:13 Uhr

Zeuge eines Mordes zu sein ist gewiss ein erschütterndes, hochemotionales Erlebnis. Nicht jedoch für Sylvie Leroux. Als die Heldin des Adventures Das Vermächtnis: Der Baum des Lebens mit ansieht, wie ein Gesprächspartner vor ihren Augen erschossen wird, geht die Dame einfach aus dem Raum und kommentiert trocken: »Das war schrecklich.« Finden wir auch. Allerdings nicht den Mord, sondern das Versagen der Entwickler, die eigentlich spannende Geschichte um mysteriöse Tode in einem Museum und das verschollene Geisterschiff »Mary Celeste« adäquat in Szene zu setzen. Vor allem die bedeutungsschwangeren, letztlich aber oft belanglosen Dialoge nerven. Ein Beispiel? »Diese Art Mann, wissen Sie … Ich musste alle meine weiblichen Fähigkeiten einsetzen, um ihn für eine Weile von der Arbeit abzulenken.«

Die Rätsel

Keine Ausnahme: Nahezu alle der 2D-Landschaften sind derart leblos.Keine Ausnahme: Nahezu alle der 2D-Landschaften sind derart leblos.

Schade, denn Sylvies Reise in die Bretagne, nach Venedig, Kairo und Gibraltar erzeugt durch die leblosen, aber stimmig-düsteren 2D-Gebiete eine reizvolle Thriller-Atmosphäre. Die zerstört es jedoch gleich wieder durch die krude animierten und oft unnahbaren Charaktere, allen voran Sylvie selbst. Das Rätseldesign ist ähnlich zwiegespalten. Einerseits punktet das Spiel mit durchdachten und in der Regel nachvollziehbaren Sammel- und Kombinationsknobeleien. Andererseits bekommen Sie immer wieder öde Puzzles und Verschieberätsel vorgesetzt, die heutzutage nur noch beinharte Genrefans ansprechen. Unnötiges Hin- und Herlatschen zwischen den Schauplätzen sowie die umständliche Hotspot-Funktion sorgen für zusätzlichen Frust. Auch wegen der häufig fehlenden Tipps lässt Der Baum des Lebens Einsteiger außen vor. Oder hätten Sie gewusst, dass man Absperrbänder der Polizei mit Nagellackentferner abmontiert?


Kommentare(0)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.