Dead or Alive-Entwickler - »In Japan fehlt es an Kreativität«

Der japanische Game-Designer Tomonobu Itagaki sieht bei einen Großteil der japanischen Publisher kein Verständnis für das Wesentliche der Spieleentwicklung.

von Julian Freudenhammer,
26.07.2011 18:21 Uhr

Tomonobu Itagaki ist durch die Entwicklung der Dead Or Alive-Serie bekannt geworden.Tomonobu Itagaki ist durch die Entwicklung der Dead Or Alive-Serie bekannt geworden.

Tomonobu Itagaki, kreativer Kopf hinter der Dead or Alive-Serie und Ninja Gaiden spricht in einem Interview gegenüber der Website Gamasutra.com über die Probleme japanischer Publisher. Itagaki, früher beim japanischen Spieleentwickler Tecmo beschäftigt, gründete kürzlich mit den Valhalla Game Studios sein eigens Unternehmen und unterzeichnete einen Vertrag mit dem amerikanischen Publisher THQ. Mit seinem neuen amerikanischen Geschäftspartner ist Itagaki sehr glücklich und beschreibt im Interview die Probleme der japanischen Spieleindustrie.

»In den USA gibt es Manager die wirklich wissen wie man Spiele macht. Ich denke hier [in den USA, Anm. d. Red.] gibt es mehr davon als in Japan und das ist eine gute Sache. Wenn man Geschäfte macht, muss man auch über Geld reden. Das ist der geschäftliche Aspekt der Sache. Aber die Leute wissen wie man Spiele macht, also wissen sie auch, dass es Geld kostet gute Spiele zu Entwickeln. In Japan geben die Manager vor zu wissen was sie tun. Sie sagen sie würden Spiele lieben, haben aber keine Ahnung von der Entwicklung und geben ihren Angestellten Anweisungen wie »Okay, ihr müsst es bis zu diesem Zeitpunkt fertig haben, in jenem Budget muss es liegen und so viele Kopien müssen sich verkaufen.« Das ist nicht praktikabel.«

Laut Itagaki liegen die Probleme der japanischen Spieleindustrie aber nicht nur am fehlenden Verständnis für die Verbindung zwischen Finanzen und Qualität. Treffe man Entscheidungen ausschließlich auf wirtschaftlicher Ebene führe das zu einem Verlust an Kreativität: »In Japan fehlt es der Industrie nicht nur an der Technologie sondern vielmehr an Kreativität und Einfallsreichtum. Sie beschweren sich und reden viel, ergreifen aber nicht die Initiative.«


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