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Dead State - Sieben Tage Zombie-Schule

Das Survival-Strategie-RPG Dead State setzt auf harte Entscheidungen wie in The Walking Dead, taktische Rundenkämpfe wie bei Jagged Alliance und viel Gruppendynamik wie in State of Decay. Wir haben den Genre-Mix in der Early-Access-Version ausprobiert.

von Dimitry Halley,
21.03.2014 16:21 Uhr

Dead State - Gameplay-Trailer aus der Beta-Demo 4:17 Dead State - Gameplay-Trailer aus der Beta-Demo

Was für eine Frechheit! Die Early-Access-Version von Dead State läuft nur sieben Tage lang. Danach wird das Spiel aus unserer Steam-Datenbank gelöscht, das bezahlte Geld ist futsch.

Das ist natürlich Quatsch! In der bislang verfügbaren Alpha-Fassung können wir allerdings nur sieben Ingame-Tage lang um unser Leben kämpfen. Eine Woche, in der wir in der Haut von Brian Doublebear inmitten einer Zombieapokalypse überleben müssen. So weit, so unspektakulär - dass die Spielwelt in der fiktiven texanischen Stadt Splendid von Zombies überrannt wurde, lockt im übersättigten Genre niemandem mehr hinter dem Ofen hervor.

Doch ähnlich wie bei Telltales The Walking Dead liegen die wirklich spannenden Aspekte von Dead State in der Schwerpunktsetzung des noch recht unbekannten und in Seattle ansässigen Indie-Entwicklers Doublebear verborgen: Als Teil einer Gruppe von Überlebenden verschanzen wir uns notdürftig in einer verlassenen Schule. Sowohl die Beziehung zu unseren Gefährten als auch der Ausbau unserer Schulzuflucht sind dabei essenzielle Spielmechaniken. Und hier zeigt der einwöchige Appetithappen bereits einige der Stärken, die Dead State bei Release zu einem Platz in der Zombie-Ruhmeshalle verhelfen könnten.

Was ist Early Access?
ImEarly-Access-Progamm von Steam können Spiele bereits in frühen Alpha- und Beta-Phasen gekauft werden. Wer früh zugreift, erhält das Spiel in der Regel günstiger und muss für die später erscheinende Vollversion nichts draufzahlen. Allerdings gibt es auch keine Garantien, dass angekündigte Features tatsächlich eingebaut werden, man kauft eben ein unfertiges Spiel und sollte sich darüber auch im Klaren sein.

Dead State - Screenshots ansehen

Finger weg von meiner Tochter!

Unsere Anweisungen kriegen wir von Gruppenführer Davis. Welt retten? Zombieherkunft klären? So bedeutungsschwangere Quests gibt es bei Dead State nicht. Unser Job für die erste Woche: Baukrempel zusammentragen, um den angeschlagenen Zaun der Schule zu reparieren. Dafür haben wir nicht lange Zeit, nach ein paar Tagen stürmen die Untoten das Schulgebäude und machen uns den Garaus. Wir sollten uns also tunlichst dafür entscheiden, Davis zuzuhören und unsere Rolle in der kleinen Gruppe zu spielen.

In der Alpha-Version ist die Gruppe von Überlebenden überschaubar - später wird es in ganz Texas Leute zum Rekrutieren geben. In der Alpha-Version ist die Gruppe von Überlebenden überschaubar - später wird es in ganz Texas Leute zum Rekrutieren geben.

Entscheidungen sind das A und O von Dead State, denn die Konsequenzen unseres Tuns sind den Entwicklern ebenso wichtig wie die spielerische Freiheit. Mit derzeit maximal zwei Begleitern bereist unser Held Brian in zweckmäßiger 3D-Draufsicht bereits am ersten Tag einzelne Sektoren der Stadt Splendid inklusive Umland und sucht Baumaterialien, Lebensmittel und allerhand Luxus-Schnickschnack wie Zigaretten oder Zeitschriften. Dabei muss er sich natürlich gegen Untote und wilde Plünderer zur Wehr setzen.

Eine richtige Kampagne gibt's allerdings nicht, Dead State spielt sich sehr offen. Das zeigt sich bereits in der Zusammenstellung unserer Truppe, die wir aus dem Pool an Überlebenden rekrutieren: Nehmen wir die Tierärztin Renee aus der sicheren Schulumgebung mit auf einen Streifzug ins zombieverseuchte Hinterland, damit sie uns notdürftig versorgen kann und riskieren damit den Zorn ihrer Mutter? Die Entscheidung bleibt uns überlassen, aber eine zornige Mutter stellt sich womöglich quer und bedroht die Moral unserer Gruppe. Dem könnten wir entgegenwirken, indem wir ihr heißgeliebte Schokolade aus der Stadt mitbringen. Oder wir verbessern gleich die Moral der ganzen Truppe und renovieren den alten Brunnen hinter der Schule. Frisches Wasser kommt immer gut an. Das kostet aber Ressourcen, die wir für den Zaun brauchen.

Die Schule ist unsere Zuflucht und muss gegen Zombieangriffe ausgebaut und verteidigt werden.Die Schule ist unsere Zuflucht und muss gegen Zombieangriffe ausgebaut und verteidigt werden.

Die derzeitige Version von Dead State enthält nur einige solcher Entscheidungsmomente, aber die geben schon einen Eindruck, wohin die Reise gehen soll. Dass wir die Sorgen der Mutter mit einer Tafel Schokolade mindern können, zeigt gleichzeitig aber auch die Grenzen eines so offenen Spielsystems, das mehr mit moralischen Zahlenwerten als mit geskripteten Zusammenhängen jongliert. Oder wir unterschätzen die Wirkung von Schokolade; das kann auch sein. In jedem Fall hoffen wir, dass die Entscheidungszusammenhänge in der finalen Version von Dead State nicht zu generisch ausfallen.

Am Ende des Spieltages kommt die Abrechnung: Unsere Handlungen wirken sich auf die Gruppenmoral aus. Haben wir Essen zusammengetragen, den Leuten genug Deodorant und Schoko-Tafeln mitgebracht und uns wacker geschlagen, steigt das Wohlbefinden - umgekehrt führt verantwortungsloses Verhalten langfristig zum moralischen Desaster und unsere Leute sperren sich gegen unsere Anweisungen.

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