Der Krieg um die »Killerspiele«

von Gunnar Lott,
04.03.2007 15:48 Uhr

Die Schlachtreihen sind aufmarschiert und – sehen ein bisschen anders aus, als wir erwartet hatten. Auf der dunklen Seite, klar, da stehen die üblichen Verdächtigen: die Betonschädel aus Bayern und Niedersachsen, unterstützt von der konservativen Boulevardpresse, namentlich den Jungs von bild.de, die offenbar keinen Widerspruch darin sehen, im eigenen Online-Shop Counterstrike zu verkaufen und im redaktionellen Teil miserabel recherchierte Halbwahrheiten über Spiele und Spieler zu verbreiten. Auf der anderen Seiten geht es weniger ideologisch als pragmatisch zu: progressivere Teile der CDU wollen mehr Kontrolle, aber keine härteren Gesetze, die überwiegende Mehrheit der SPD hat eine ähnliche Position. Die Parteien der Opposition sind in dieser Sache ohnehin näher an der Lebenswirklichkeit und fordern, die Medienkompetenz von Jugendlichen, Lehrern und Eltern zu stärken. Liegt möglicherweise, namentlich bei Linkspartei und Grünen, auch daran, dass die Mitglieder dieser Parteien durchschnittlich jünger sind als bei CSU, CDU, SPD.

Wir hoffen, dass es nunmehr zu einem vernünftigem Umgang mit dem heißen Eisen »Killerspiele« kommt und der ewige »Verbieten, Verbieten, Verbieten «-Geschrei endlich aufhört. Das ist Populismus und Stimmenfang, nicht mehr. Das hilft niemandem.


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