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Die Säulen der Erde im Test - Episode 1 – Aus der Asche: Interaktives Hör-Spiel

Der Romanklassiker Die Säulen der Erde kommt als Adventure von Daedalic. Kann das Spiel der Vorlage gerecht werden? Wir haben es getestet.

von Benjamin Danneberg,
01.08.2017 15:00 Uhr

Tom Builders größter Traum ist es, eine Kathedrale bauen zu dürfen. Ob er jemals als Baumeister auf solch einer Baustelle anheuern wird?Tom Builders größter Traum ist es, eine Kathedrale bauen zu dürfen. Ob er jemals als Baumeister auf solch einer Baustelle anheuern wird?

Lässt sich bekannte Literatur eigentlich nachspielen? Eine Filmumsetzung von Romanen haben wir in verschiedenster Qualität schon häufig gesehen. Spielumsetzungen von Literatur sind aber eher selten, etwa von den mittlerweile uralten Büchern »Per Anhalter durch die Galaxis« oder von »Das Rad der Zeit«. Entwickler Daedalic wagt sich nun an ein komplettes Nach-Spiel zum Buch »Die Säulen der Erde«.

Den packenden Mittelalter-Roman hat Ken Follett bereits 1990 veröffentlicht - ein spannender Wälzer, den wir damals am Stück verschlungen haben. Jetzt soll ein Adventure die Erinnerung an die Buchseiten auffrischen. Das Ergebnis ist zumindest in der ersten Episode unterwältigend, wie unser Test zeigt. Kleiner Hinweis: Wir spoilern die Handlung des Buchs und damit des Spiels natürlich nicht!

Warum keine Wertung?
Wie schon bei den Telltale-Adventures (beispielsweise Game of Thrones) verzichten wir (vorerst) auf eine Wertung. Denn erst wenn alle Episoden von Die Säulen der Erde erschienen sind, lässt sich das Gesamtwerk seriös einschätzen.

Auf der Suche nach Arbeit muss Toms Familie erst mal die Reise überleben. Auf der Suche nach Arbeit muss Toms Familie erst mal die Reise überleben.

Eingedampfte Geschichte

Im Mittelpunkt der Handlung steht Tom Builder, passend zum Namen ein Baumeister im England des 12. Jahrhunderts. Sein großer Traum: Einmal eine Kathedrale bauen zu dürfen. Davon ist er aber aktuell weit entfernt. Mit seiner hochschwangeren Frau Agnes und seinen Kindern Martha und Alfred ist er mitten im Winter auf dem Weg durch einen eisigen Wald. Das Ziel ist die nächste große Stadt, in der er eine Anstellung zu finden hofft.

Der Pfad dorthin ist mit Entbehrungen und schweren Verlusten gepflastert - aber auch mit neuer Hoffnung. Eine weitere Hauptfigur ist der Mönch Philip, der aus seiner eigenen kleinen Priorei nach Kingsbridge gekommen ist. Dort ist Philips Chef, der Prior James, bei Nacht in ein Eisloch gefallen und spurlos verschwunden. Ob das wirklich wahr ist? Philip stellt Nachforschungen an, die eine ganze Kette unglücksseliger Ereignisse in Gang setzen - die aber wiederum auch neue Möglichkeiten schaffen.

Daedalic setzt die 1.300 Seiten starke Geschichte in einem vertonten, gesprächslastigen Adventure mit mehreren Teilen um. In der ersten Episode werden die Kapitel Eins bis Sieben behandelt, die Ereignisse werden dabei auf Schlüsselelemente eingedampft. Das Positive: Der Handlungskern der Buchvorlage wird beibehalten. Kenner der Geschichte wissen immer, was Sache ist und worauf die Dinge hinauslaufen. Negativ fällt uns dabei aber auf, dass die dem Buch innewohnende Spannung, die Atmosphäre, nur sehr selten getroffen wird. Das liegt zum Teil an der gekürzten Geschichte, viel mehr aber noch an der Umsetzung im Spiel.

Ob wir mit dem Stein das Eis am Wasserloch kaputtkriegen, hängt davon ab, ob wir die grünen Balken unten rechtzeitig anklicken. Ob wir mit dem Stein das Eis am Wasserloch kaputtkriegen, hängt davon ab, ob wir die grünen Balken unten rechtzeitig anklicken.

Wenn die Animation stört

Ein Adventure im Stile von Deponia oder Memoria soll Die Säulen der Erde nicht sein, sondern eher eine interaktive Geschichte. Die Darstellung der einzelnen Szenen wird insbesondere Freunden handgemalter, aquarellartiger Hintergründe gefallen: Aus einer künstlerischen Perspektive sehen sie absolut bezaubernd aus. Allerdings reißen uns die Animationen der handelnden Figuren immer wieder aus der Story: die sind nämlich steif, wirken abgehackt oder setzen manchmal völlig aus. Das können die Entwickler eigentlich besser, wie schon Silence: The Whispered World bewiesen hat.

Der gewählte Aquarellstil hat vor allem bei den Gesichtsanimationen Nachteile. Hier fällt uns ganz besonders deutlich auf, dass die Lebendigkeit fehlt. Lippensynchronität suchen wir vergebens, die Gesichter bewegen sich nur grob mit. Der hübsche Gemäldestil versucht zwar eine künstlerisch verwaschene, aquarellhafte Gesamtkomposition zu etablieren, die hakeligen Animationen sind darin aber immer wieder störende Elemente.

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