Die Zunftmeister - Browserspiel des Tages - Zünftiges Strategie-Geklicke

Die Zunftmeister – ein mittelalterlicher Titel, der sich durchaus bodenständig und wenig boshaft anhört. Dennoch ist er es in der Ausführung – ein wenig boshaft und weniger bodenständig. Warum?

von Gerald Meyer,
20.10.2008 17:00 Uhr

Jeden zweiten Wochentag um 17:00 Uhr stellen wir Ihnen Browserspiele vor, die sich auf dem deutschen Markt etabliert haben. Dabei handelt es sich um bekannte und weniger bekannte, gute und weniger gute Browserspiele.

Die Zunftmeister – ein mittelalterlicher Titel, der sich durchaus bodenständig und wenig boshaft anhört. Dennoch ist er es in der Ausführung – ein wenig boshaft und weniger bodenständig. Warum?

Klopf, klopf! Hier kommt der Holzwurm...

Nun, in Erwartung einer komplexen Handelssimulation á la -> Kapi Regnum verrennt und verplant man sich hier gleich in den Anfängen – auch wenn die hohe Messlatte der zu produzierenden Güter und der auszuübenden Gewerbe von Anfang an ersichtlich ist. Weiter, als bis zum Anlegen einer Brauerei, eines Hopfenfeldes, einer Gerstenfarm nebst zwei Feldern und dem Errichten von zwei Brunnen bin ich bisher nicht gekommen. Da zum Errichten weiterer Gehöfte und der baulichen Expansion Hämmer, Sägen und Sensen zwingend erforderlich sind, ist umgehender Handel mit anderen Mitspielern notwendig.

Haben diese endlich das gewünschte Gut auf Lager, tauschen sie es lediglich gegen fortgeschrittene Waren wie Tuch oder Segel. Wie viele Tage oder Wochen soll man sich da auf die Suche machen, bis jemand bereit ist, einem eine kleinere Menge Bier oder erhandelten Wein abzunehmen, nur damit man an die begehrten Handwerksgüter kommt, um seinen Hof auszubauen?

Das ist die absolute Schwachstelle des Spieles. Und ehe Sie nicht die entsprechenden Gebäude errichtet haben, können Sie natürlich auch keine weiteren Berufe erlernen wie den des Bäckers oder des Viehzüchters, was das Spiel in diesem Fall wieder aufwertet, da Sie an keine handwerklichen Konfessionen gebunden sind und ihre Endproduktion nicht endgültig auf den schwankenden Markt ausrichten müssen. Sie haben ja noch mehrere andere, ausgleichende Berufe in der Hinterhand – theoretisch zumindest. Leider ist es bis zu dieser „ausgleichenden Gerechtigkeit“ ein langer Weg.

Fazit: Die Zunftmeister bietet mit seinem mittelalterlichen Charme von allem etwas, nur davon zu wenig, vor allem Transparenz. Für einen Schnelleinstieg ins Strategiegewerbe ist das Spiel somit überhaupt nicht geeignet, und das macht schon ein bisschen sauer. Hier wurde etliches an Potenzial verschenkt, das mit ein, zwei gründlichen Beta-Tests hätte aufgefangen und behoben werden können.
Wo muss ich unterschreiben, um aus dieser Zunft auszutreten?

Name:

Die Zunftmeister

Website:

http://die-zunftmeister.de/

Sprache:

deutsch

Genre:

Strategie

Präsentation:

+++

Zugänglichkeit:

++

Spielspaß:

++

Downloadclient:

nein

Premium:

ja

Zeitaufwand:

mittelmäßig

Lästeraktor:

+++

Alle bisher getesteten Browserspiele finden Sie in der Übersicht.

Gerald Meyer, Jahrgang 1975, ist freiberuflicher Autor; zuletzt erschien von ihm Das Abandonware-Lexikon . Meyer war Gründer des „G. Meyer Taschenbuch Verlag“, in dem insgesamt 52 Titel erschienen sind, u. a. Klassiker-Neubearbeitungen, vorwiegend jedoch Newcomer aus dem Underground. Er ist Mitglied im Komitee des Kurd-Laßwitz-Preises. Website: www.geraldmeyer.de


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