Digital Homicide - Entwicklerklage gegen Kritiker endgültig gescheitert

Einer der schlimmsten Entwickler, der je Steam unsicher gemacht hat, wollte seine Kritiker per Gesetz zum Schweigen bringen - und ging damit jetzt endgültig baden.

von Maurice Weber,
22.02.2017 15:04 Uhr

Spielekritiker Jim Sterling wehrte sich erfolgreich gegen eine Schadensersatzklage von Digital Homicide. Spielekritiker Jim Sterling wehrte sich erfolgreich gegen eine Schadensersatzklage von Digital Homicide.

Digital Homicide hat endgültig verloren: Nachdem das dubiose Indie-Studio bereits seine Klage gegen hundert anonyme Steam-User fallen lassen musste und Valve alle seine Spiele von Steam verbannte, ist nun auch ihr Verfahren gegen den Spielekritiker Jim Sterling am Ende.

James Romine, der Digital Homicide gemeinsam mit seinem Bruder Robert betrieb, hatte 2016 gegen Sterling geklagt. Satte zehn Millionen Dollar verlangte er, weil Sterlings wiederholte Kritik an seinen Spielen ihm finanziell und emotional massiv geschadet habe.

Sterling hatte im Lauf der Jahre so einige dubiose Machenschaften von Digital Homicide aufgedeckt: Nicht nur, dass die Romines eine regelrechte Flut an Shovelware-Titeln auf Steam warfen. Sie zensierten auch ihre Kritiker und fingen sogar an, heimlich Spiele unter anderen Entwicklernamen zu veröffentlichen und so dem immer schlechteren Ruf von Digital Homicide zu entgehen.

Eine »ekelhafte Klage«

Die Anklage warf Sterling unter anderem vor, sich mit Valve gegen Digital Homicide verschworen zu haben. Das Studio musste dichtmachen, nachdem seine Spiele von Steam flogen und so seine wichtigste Einnahmequelle wegbrach. Ihre geplanten Klagen gegen Valve und hundert besonders kritische User auf Steam ließen die Romines danach fallen, aber die bereits eingereichte gegen Sterling lief weiter. Ein Jahr lang ergänzte sie James Romine mit stetig neuen Anschuldigungen.

In einer Stellungnahme erklärte Sterling, die Klage sei »ekelhaft« und für ihn längst nicht so witzig, wie es vielleicht aussehen mag:

"Es ist schrecklich, dass diese Sache so lange lief, wie sie es tat - besonders, weil es in diesem Fall um nichts anderes geht als einen Entwickler, der versucht, einen Spielekritiker zum Schweigen zu bringen. [...]

Dass man gezwungen werden kann, so viel Zeit und Geld zu investieren, um sich gegen unberechtigte Vorwürfe zu verteidigen, sollte allen Sorgen machen, die in ihrem Job auch mal Dinge sagen, die anderen nicht gefallen könnten. "

Sterlings Anwalt konnte Romine überzeugen, die Klage fallenzulassen, nachdem er ihm detailliert ausgemalt hatte, wie der Gerichtsprozess vermutlich ablaufen würde. Teil der Vereinbarung war, dass Romine künftig auch keine neue Klage mit den gleichen Vorwürfen mehr einreichen kann.

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