Donald Trump - Spiele-Entwickler und -Publisher protestieren gegen US-Einreiseverbot für Muslime

Nachdem US-Präsident Donald Trump für sieben Länder ein Einreiseverbot erlassen hat, protestieren auch Spiele-Entwickler und -Publisher gegen die neue Ausrichtung der US-Politik.

von Michael Herold,
31.01.2017 15:19 Uhr

Ted Price, der CEO von Insomniac Games, spricht sich gemeinsam mit seinem multikulturellen und multireligiösen Team gegen das Einreiseverbot aus.Ted Price, der CEO von Insomniac Games, spricht sich gemeinsam mit seinem multikulturellen und multireligiösen Team gegen das Einreiseverbot aus.

US-Präsident Donald Trump hat für sieben muslimische Staaten einen vorläufigen Einreisestopp verhängt. 90 Tage lang dürfen keine Menschen aus dem Irak, Syrien, Libyen, Somalia, dem Jemen, dem Sudan und dem Iran in die USA einreisen. Hunderte Flüchtlinge und Reisende aus diesen Ländern saßen deswegen auf US-Flughäfen fest und wurden nicht ins Land gelassen.

Das Einreiseverbot stößt in Amerika und der ganzen Welt auf große Proteste. Diverse US-Unternehmen wie Google, Airbnb und Ford haben den Erlass bereits kritisiert. Auch die Spiele-Industrie meldet sich nun zu Wort und protestiert gegen Trumps Erlass.

»Nicht der amerikanische Weg!

Insomniac Games, die Entwickler von Spielen wie Song of the Deep, der Ratchet & Clank-Serie sowie der Resistance-Reihe, haben nun in einem Video das Einreiseverbot und Präsident Trump scharf kritisiert. CEO Ted Price sagt dort unter anderem:

"Ist das der amerikanische Weg? Ist Diskriminierung auf Grund von religiösem Glauben und Herkunft amerikanisch? Absolut nicht! Das ist ein bedauerlicher, diskriminierender Erlass, von dem wir und viele andere in der gesamten Nation glauben, dass er offensichtlich gegen die Verfassung verstößt. Wir sind, waren immer und werden auch immer eine Nation von Einwanderern sein."

Raphael Koster, vor allem bekannt für seine Mitarbeit an Spielen wie Star Wars Galaxies und Everquest 2, twitterte zum sogenannten »Muslim-Ban«, dass es sich um »Vorurteile« handele, wenn man vor allen Menschen einer bestimmten Gruppe Angst hätte. Und Vorurteile seien »laut Definition schlecht, von niederster Moral, feige und beschämend.«

Spiele-Einnahmen als Spenden an die Bürgerrechtsunion

Auch Microsoft hat Unterstützung für alle betroffenen Mitarbeiter angekündigt. So teilte CEO Satya Nadella, geboren in Indien und damit selbst ein Immigrant, eine Mail von Microsofts President Brad Smith mit der gesamten Firma. Darin heißt es:

"Wir glauben, dass Einwanderungsgesetze ein Volk schützen können und sollen, ohne die Religionsfreiheit der Bürger dafür zu opfern. Und wir glauben, dass es unheimlich wichtig ist, legale und gesetzestreue Flüchtlinge zu schützen, deren Leben in Gefahr sein könnten."

Viele Spiele-Entwickler haben außerdem angekündigt, dass sie ihre Einnahmen direkt an die Amerikanische Bürgerrechtsunion (»American Civil Liberties Union« oder kurz ACLU) spenden wollen. Dazu gehören unter anderem Cardboard Computer, die Entwickler von Kentucky Route Zero, und das niederländische Indie-Studio Vlambeer, das für Spiele wie Luftrausers oder Nuclear Throne verantwortlich ist.

Entwickler können nicht zur GDC

Rami Ismail, einer der beiden Gründer von Vlambeer, hat außerdem verkündet, dass er genauso wie viele andere Spieledesigner, dieses Jahr voraussichtlich nicht an der GDC (Game Developer Conference) teilnehmen kann, da er nicht in die USA einreisen darf. Auch die GDC selbst bedauert diesen Umstand und hat angekündigt, allen die Ticketpreise zurückzuzahlen, die die Veranstaltung wegen dem neuen Gesetz nicht besuchen können.

Die Interessenvereinigung der amerikanischen Spieleindustrie ESA (Entertainment Software Association) hat in einer Pressemitteilung das Weiße Haus um »Umsicht« gebeten. In ihrem Schreiben heißt es:

"Die ESA bitten das Weiße Haus nachdrücklich darum, Immigration und Arbeitnehmerprogramme für Ausländer mit mehr Umsicht zu behandeln. Spiele-Unternehmen sind auf die Fähigkeiten von US-Bürgern, Ausländern und Immigranten gleichermaßen angewiesen. Dia Taten und Worte unserer Nation sollten die Beteiligung von Ausländern und Immigranten an der amerikanischen Wirtschaft fördern."

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