Dota 2 - Workshop-Modder sauer über sinkende Einnahmen

Valve hat die Anteile, die Modder an Ingame-Verkäufen in Dota 2 bekommen, ohne Vorwarnung in den letzten Jahren immer weiter verringert. Das sorgt für Frust in der Community.

von Elena Schulz,
04.04.2017 15:51 Uhr

Weniger Geld für Modder: Ärger um Dota 2.Weniger Geld für Modder: Ärger um Dota 2.

Wie ein Nutzer über Reddit berichtet, zahlt Valve weniger für Dota-Items, die über Steam Workshop erstellt und im Spiel verkauft werden. Zu Beginn erhielten die Modder hier einen Anteil von 25 Prozent vor dem Kauf, seit 2015 sind es nur noch 12,5 Prozent. Nun gibt es immer weitere Einschränkungen, auf die die Modder selbst keinen Einfluss haben. Polygon hat den Reddit-Post zum Anlass genommen, einige Modder zu interviewen. Die zeichnen ein beunruhigendes Bild von der aktuellen Situation.

Tatsächlich gibt es auch Modder, die ihren Lebensunterhalt mit den selbst gestalteten kosmetischen Items verdienen. Die müssen nun sehr viel mehr in den Workshop bringen, um ihre Einnahmen zu halten - der wird also zunehmend voller.

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Dota 2 ist eigentlich ein reiner Free2Play-Titel, im Spiel kann man aber kosmetische Items erwerben, also Hüte oder Skins, die auch über den Steam Workshop von Nutzern und teilweise von Valve selbst erstellt werden. Die Modder erhalten einen Anteil an den Einnahmen.

Die individuellen Verkaufszahlen sind allerdings immer weiter zurückgegangen. Wer Gewinn machen will, muss Teil von Valves Promotion für das Spiel sein - beispielsweise zu offiziellen Events wie den Majors, Turnieren mit enormen Preisgeldern bei denen auch im Spiel besondere Aktionen gestartet werden, die auch kosmetische Items als Belohnung bewerben.

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Verringerte Anteile und Battle Passes

Hinzu kommen die »Battle Passes«, die vor großen Turnieren angeboten werden und den Spielern erlauben, sich kosmetische Items über Quests zu verdienen. Oder man kauft sogenannte »Blind Boxes«, die je nach zugehörigem Battle Pass ein bestimmtes kosmetisches Item enthalten. Ursprünglich erhielten die Modder hier jeweils den gleichen Anteil am Verkauf des Battle Passes und den zugehörigen Schätzen mit dem jeweiligen Item.

Nun erhalten die Modder aber deutlich weniger Anteile, was für Frust sorgt, wie der offene Brief an Valve auf Reddit erklärt. 2015 wurden die Anteile auf 12,5 Prozent gesenkt und die Modder damit offenbar vor vollendete Tatsachen gestellt. Als Grund dafür nennt Valve den großen Anteil der kosmetischen Items an den Battle Passes.

Nach dem 2016 International bekommen die Modder jedoch auch keine Anteile mehr am Verkauf der Battle Passes, zudem wurden die drei jährlichen großen Turniere auf zwei reduziert. Das war problematisch, weil Spieler über die Battle Passes dieselben Schatzkisten erhielten, die sie sonst für Geld hätten kaufen müssen. Spieler erhalten die kosmetischen Items also oft kostenlos und die Modder verdienen nichts daran.

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Der Workshop als wichtige Geldquelle

Zudem stört man sich an der Kommunikation mit Valve: So würde der Entwickler Items oft zurückhalten und erst zu den großen Turnieren veröffentlichen. Ohne das Okay von Valve können die Modder ihre Kreationen nicht zum Verkauf anbieten. Hinzu kommt, dass Valve die Themen der einzelnen Events oft nicht rechtzeitig bekanntgibt, was oft zur Folge hat, dass Kreationen kurzfristig geändert werden müssen oder gar nicht veröffentlicht werden können.

Zustände, die die Modder besonders ärgern, da sie den Workshop als Dotas Antriebsquelle sehen, wie ein Modder gegenüber Polygon berichtet:

"Die Menge an Inhalten, die Valve jährlich veröffentlicht, ist erbärmlich, wenn man die Größe des Unternehmens, deren Erfahrung und finanzielle Lage bedenkt. Es ist sonnenklar, dass der Workshop die treibende Kraft hinter Dota ist und durchgehend Einnahmen generiert. Ich wüsste nicht, welches andere Studio in so einer Position wäre."

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Die Modder geben nicht auf

Auch wenn man nicht über genaue Zahlen sprechen darf, sollen Modder im Vergleich zum Turnier im Herbst 2015 2016 nur noch halb so viele Einnahmen für die gleichen Inhalte gemacht haben. 2017 könnte sich das noch einmal um die Hälfte reduzieren. Grund genug für viele bekannte Modder, darüber nachzudenken, Dota 2 ganz hinter sich zu lassen - eine Alternative ist zum Beispiel CS:GO, das ebenfalls über einen florierenden Handel mit kosmetischen Items verfügt.

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Trotzdem besitzen die Modder viel Leidenschaft für ihr Spiel und die Community drumherum, weshalb man immer noch auf Verbesserungen hofft. Ein positives Beispiel wären die Einladungen zum International 2017: Üblicherweise werden Modder zu den großen Veranstaltungen eingeladen, um dort Panels und Tutorials abzuhalten. Während 2016 die Einladungen so spät kamen, dass viele Modder Probleme hatten, die Reise noch zu organisieren, kamen die Einladungen nun beinahe zeitgleich mit der Ankündigung des Termins an. Ein Modder äußert sich deshalb hoffnungsvoll gegenüber Polygon:

"Die Community arbeitet hart und es tut gut zu sehen, dass Mitglieder aufstehen und sie zum Besseren verändern wollen. Viele der Stimmen, die jetzt laut werden, sind prominente Mitglieder der Workshop-Community, die alle zusammenkommen, um zu sagen, das etwas getan werden muss. Valve hatte Jahre lang alles im Griff, jetzt muss es aber repariert werden. Ich weiß nicht genau wie, aber ich hoffe, man kann etwas tun. "

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