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DOTA: Defense of the Ancients - Der Heldenboom

Die Warcraft-3-Mod Defense of the Ancients hat die Welt erobert, sie lockt Millionen Spieler vor die Rechner und prominente Nachahmer an. Ein Blick auf das Phänomen DotA.

von Michael Graf,
22.07.2011 14:41 Uhr

Das Phänomen DotA 4:43 Das Phänomen DotA

Als wir Sie in unserer Umfrage auf GameStar.de gefragt hatten, was Sie denn von Dota 2 halten, setzte sich eine Antwort weit vor allen anderen ab: Mehr als 40% mussten achselzuckend mit »Was ist DOTA?« antworten. Weil das so nicht weitergehen kann, kommen wir unserem Bildungsauftrag nach und nehmen Sie mit auf die Reise einer kleinen Fan-Map, die die Spielewelt erobert hat.

Wenn der Kuchen groß genug ist, will jeder ein Stück davon abhaben. Das gilt nicht nur auf Hochzeitsfeiern, sondern auch in der Marktwirtschaft, ergo in der Spielebranche. Im Fahrwasser beliebter Programme schippern stets Ableger, die am Erfolg mitverdienen möchten; man denke nur an Command & Conquer, das seinerzeit den Echtzeit-Boom lostrat. Wobei dieser Kuchen gegessen ist, klassische Strategietitel verkaufen sich längst nicht mehr so gut.

Zugleich hat sich ausgerechnet ein Echtzeit-Ableger zum neuen Motor des Genres entwickelt: Defense of the Ancients, kurz DotA. Die Modkarte für das Warcraft 3-Addon Frozen Throne erwies sich seit der Erstveröffentlichung 2003 als derart erfolgreich, dass in den letzten beiden Jahren gleich drei kommerzielle Klone erschienen sind: League of Legends, Heroes of Newerth sowie Demigod.

Mit Valve und Blizzard werkeln zudem zwei der namhaftesten Entwickler der Welt an eigenen DotA-Varianten: Blizzard DotA sowie Dota 2. Defense of the Ancients hat Hochkonjunktur, es könnte die Zukunft der PC-Strategie beherrschen. Und das aus guten Gründen.

Das Heldenteam der bösen Scourge attackiert den Stützpunkt der braven Sentinels.Das Heldenteam der bösen Scourge attackiert den Stützpunkt der braven Sentinels.

Millionen Spieler

DotA ist groß -- auch wenn niemand weiß, wie groß genau. Im April 2010 schätzte der Mod-Entwickler Icefrog (der seinen Realnamen geheim hält) die weltweite Spielerzahl auf 7 bis 11 Millionen, China ausgenommen.

Dabei stammen alleine aus dem Reich der Mitte 40 bis 50 Prozent aller DotA-Fans, womit deren Gesamtzahl zwischen 12 und 22 Millionen läge. Die spielen direkt über Blizzards Battlenet oder -- viel häufiger -- über spezielle Client-Programme wie Garena, die zusätzlich Spielerstatistiken erfassen. Das kann das Battlenet nämlich nicht.

Damit ist Defense of the Ancients eine der beliebtesten Mods der Spielegeschichte, das Counterstrike des Strategiegenres. Vor allem in Asien hat sich eine starke E-Sport-Szene um DotA entwickelt. Die veranstaltet regelmäßige Turniere, etwa die World DotA Championship (WDC), bei der das chinesische Siegerteam Nirvana.cn im November 2010 rund 11.000 Euro abräumte.

Sogar in die Popkultur hat sich DotA eingeschlichen: In Schweden erklomm der DJ Basshunter mit seiner Single »Vi sitter in Ventrilo och spelar DotA« (»Wir sitzen in Ventrilo [einem Sprachchat-Programm] und spielen DotA«) die Top 10 der Charts.

League of Legends Obwohl League of Legends vom DotA Allstars-Vater Guinsoo stammt, hebt es sich deutlich vom Vorbild ab. Der wichtigste Unterschied ist das motivierende Drumherum: Spieler sammeln im Benutzerprofil Erfahrung, steigen im Level auf und schalten unter anderem Zauber frei. Ein integrierter Shop verkauft zusätzliche Heldentypen sowie Runen, die Kampfboni bringen. Beides lässt sich mit erspielten Punkten bezahlen, nur optische Änderungen kosten Echtgeld. Ansonsten ist League of Legends gratis. Während das Drumherum die Vielfalt erhöht, spielen sich die Schlachten selbst etwas simpler. DotA-Kenner vermissen unter anderem die Möglichkeit, eigene KI-Soldaten zu erledigen, um dem Gegner die Beute zu verweigern (»deny«). Dadurch wird League of Legends aber auch einsteigerfreundlicher. Helden/Karten: 67/2

Heroes of Newerth Von allen DotA-Ablegern kopiert Heroes of Newerth sein Vorbild am originalgetreusten, spielerische Unterschiede muss man mit der Lupe suchen. Sogar viele Kämpfer entsprechen exakt ihren Pendants, der Newerth-Waldläufer Wildsoul etwa gleicht dem DotA-Druiden Syllabear wie ein Bär dem anderen. Das ist nicht schlimm, im Gegenteil: DotA-Kenner fühlen sich hier wie zu Hause, zumal die Heldenriege hervorragend ausbalanciert ist. Ein Extralob verdienen das komfortable Matchmaking und der funktionsgewaltige Serverbrowser: Unter anderem lassen sich Spieler ausschließen, die zu oft aus Partien aussteigen (»leaver«) und ihr Team so in den Abgrund reißen. Und wenn die Verbindung mal abreißt, kann man in bereits begonnene Matches einfach wieder einsteigen. Helden/Karten: 83/4

Demigod Von allen DotA-Ablegern bietet Demigod nicht nur die detaillierteste Grafik, sondern auch die meisten Neuerungen. So gibt es neben Einzelkämpfer-Helden (hier Assassinen genannt) auch Generäle, die Truppen anheuern und befehligen - - eine Reminiszenz an den Einheitenkauf im DotA-Vorbild Aeon of Strife. Goldbeute lässt sich in Upgrades für den Stützpunkt investieren, etwa stärkere KI-Verbündete. Außerdem gibt es keine neutralen Feinde, und die Teams erobern Flaggenpunkte, die Boni wie zusätzliches Gold bringen. Diese Innovationsflut war zuviel für die DotA-Community, die Demigod verschmähte. Derzeit liegt das Spiel im Sterben (bei unserem letzten Besuch im Januar 2011 gab es nur zwei offene Partien), der letzte Patch erschien im Juni 2010. Ein im Januar 2010 gestartetes Turnier ist noch immer nicht beendet - - mangels Teilnehmern. Helden/Karten: 10/8

Erfolgssäule 1: Teamwork

Defense of the Ancients surft also auf einer ähnlichen Erfolgswelle wie einst Counterstrike, mit dem es sich zudem einen zentralen Motivationsmotor teilt: das Teamwork. Auf der symmetrischen Karte treten zwei Fünfer-Mannschaften gegeneinander an, jeder Spieler steuert einen Helden nach bekannter Echtzeit-Manier mit Mausklicks.

Das Ziel lautet, in die feindliche Basis vorzustoßen und das Hauptgebäude (eben den »Ancient«) zu zerbröseln. Aus jedem Stützpunkt strömen in regelmäßigen Abständen computergesteuerte Soldaten (»creeps«), an deren Seite sich die Recken in die Schlacht stürzen.

Dabei sind taktische Absprachen das A und O: Wer kümmert sich um welchen der drei Angriffswege (»lanes«)? An welcher Front fehlt ein Feindheld (»miss«)? Kommunikationsscheue Kopf-durch-die-Wand-Krieger, die auf eigene Faust lospreschen, beißen schneller ins Gras, als sie »Zu Hülf!« in den Chat hacken können.

Erfolg kommt vom Zusammenspiel, was ungeheuer motiviert. Denn gelungene Team-Manöver sind befriedigend, etwa wenn ein Held einen Gegner betäubt, damit sein Kamerad draufprügeln kann.


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