Dr. Günther Gaming - Die seltsame Wandlung des Günther B.

von Michael Trier,
02.05.2008 11:16 Uhr

Jagen wollte er sie, jagen wie die Kinderpornographen, der Dr. Günther Beckstein, Ministerpräsident von Bayern. Wen? Nun, dass weiß er wohl selbst nicht so genau. Die »Killerspiele«? Deren Verbreiter? Die Produzenten? Oder gar die Spieler selbst? In jedem Fall gehört so etwas verboten. Und zwar »strafbewehrt«, hat er gesagt.

Und nun das: Der Dr. Beckstein taucht plötzlich auf einer Veranstaltung der Spielebranche auf und hält eine feierliche Eröffnungsrede. »Liebe Gaming-Freunde ?« soufflierte sein Redenschreiber, und »Sehr geehrter Herr Peter Molyneux ?« ? der war nämlich auch anwesend beim Kongress Munich Gaming, in, na wo wohl, München. Die neue Zahmheit des Ex-Innenministers, inzwischen Ministerpräsident, hat ihren Grund: Jetzt geht's ums Geld. Für sein Land. Darum will er auch gleich einen Deutschen Computerspiel-Preis, gleichberechtigt mit dem Deutschen Filmpreis. Wir wundern uns. Aber freuen uns auch.

Denn da wir grundsätzlich vom Guten im Menschen ausgehen, auch und grade beim Bayern, verbuchen wir Becksteins Spagat unter den Kategorien »Lernfähigkeit« und »Chance«. Statt unter »Mantel-nach-dem-Wind-Hänger« oder »Janusköpfiger Wolf im Schafspelz«. Zumindest bis er uns eines Besseren belehrt.


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