Dragonfable - Browserspiel des Tages - Geheimtipp für Action-Fans

Jeden zweiten Wochentag um 17:00 Uhr stellen wir Ihnen Browserspiele vor, die sich auf dem deutschen Markt etabliert haben. Dieses Mal nehmen wir das Actionspiel Dragonfable unter die Lupe.

von Gerald Meyer,
10.11.2008 17:00 Uhr

Jeden zweiten Wochentag um 17:00 Uhr stellen wir Ihnen Browserspiele vor, die sich auf dem deutschen Markt etabliert haben. Dabei handelt es sich um bekannte und weniger bekannte, gute und weniger gute Browserspiele. Dieses Mal dreht sich alles um das Actionspiel Dragonfable.

Dragonfable ist an keinen vorgegebenen Weg gebunden. Das Einzige, was Ihnen passieren kann, ist, dass Sie ab Level 30 auf den Drachen treffen, dem am Anfang eine Priesterin mit einer geheimnisvollen Black Box die Schuppen hochkriecht und an Ihnen im arroganten Gewand vorbeirauscht. Nicht umsonst fragt sich der Held, was das alles soll... Noch dazu ist die Black Box leer, wie Sie im späteren Verlauf erfahren...

Ein Held ist ein Held ist ein Held, auch ohne Ruhm und Geld

Sie schlüpfen in die Haut eines agilen, überaus sportlichen, gering verdienenden Charakters, der durch liebevoll gezeichnete Wälder, Höhlen, Gebäude, Schrottplätze, Grüfte u. v. m. spurtet; immer das Schwert in der Hand, immer auf der Suche nach einem Feind. So die Theorie. Doch bald muss Lord Heldchen feststellen, dass er doch nicht soviel Knack im Arsch hat, wie man es erwarten könnte. Denn es darf mit erbittertem Widerstand gerechnet werden. Und der hat es teilweise in sich.

Allein sind Sie deswegen meistens aufgeschmissen; das Kampfsystem ist so ausgetüftelt, dass Sie nur mit drei oder vier NPC’s weiterkommen: bei mir waren das der knuddelige Zombak, die rassige Schatzjägerin Valencia und Robina the Wood, die leider nur mit Level 2 daher scharwenzelte, aber auch ihren Non-Senf zum Sieg beitrug. Die Gegner sind vielfältig – von giftigen Killerpilzen, über Wyvern, Golems und Tech-Golems, Geister bis hin zu leuchtenden Kristalltürmen, die zum Einsturz gebracht werden müssen – DragonFable deckt die gesamte (Klischee-) Monsterschaft ab, die man sich in einem Fantasy-Spektakel wünscht; nicht zu vergessen auch die zähen Elementargeister oder die überdimensionalen Monstermaschinen des verrückten Professors. Manchmal kommen rudimentäre Abenteuer-Quests zum Einsatz: so suchen Sie beispielweise Pflanzen für Nythera, der Gehilfin von Warlic, und für diesen wiederum die zehn Elemente, damit er Ihnen bei der Deutung der erbeuteten Dracheneier behilflich sein kann. Oder Sie gehen mit Valencia auf Schatzsuche, lassen sich von Robina eine Kopfgeldliste geben, legen Bösewichte um usw. Viele Quests werden hier ungesagt bleiben müssen, denn DragonFable erschlägt einen förmlich mit Aufgaben und Nebenaufgaben, die von gefährlich bis harmlos reichen. Und das ist gut so, so kann von Langeweile oder „Zeitlöchern“ wie bei artverwandten „Konkurrenten“ nicht die Rede sein. Man stürzt sich von einem Abenteuer ins nächste, ohne Atem zu holen - zugegebenerweise bestehen diese meist aus Herumgekloppe, aber genau das macht auf Grund der vielfältigen und überaus illustren Gegner Spaß. Und das ist die Hauptsache.

Die Adventure-Welt ist komplex, aber von Ort zu Ort gut überblickbar; Sie können eigentlich nichts falsch machen. Leider konnte ich in der kurzen Zeit des Tests nicht annähernd alle Quests bewältigen – hier sollte der Anreiz für die Spieler liegen, tiefer in das „gemäldeartige“ Spiel einzutauchen. Denn die Gestaltung ist sinnig und alles andere als plump, auch wenn sie manchem ein wenig oberflächlich daher kommen mag. Nichtsdestotrotz ein (Geheim-) Tipp für Action-Fans.

Fazit: DragonFable verdient ein eigenes Lösungsbuch; außerdem zieht es in der Programmierung alle Flash-Register, die man ziehen kann. Besser kann’s kaum werden; auch das Schwesternprojekt Adventure Quest kann auf Grund der Vielfalt nur schwer mithalten. Einziges Manko ist, dass Secrets und bestimmte Gegenden nur mit dem Premium-Account bzw. dem Dragon Amulet betreten werden können. Hier sind einzigartige Gegenstände verborgen, die den einen oder anderen imaginären Vorteil mit sich bringen. Aber das ist alles erst mal egal: Allein mit dem Magma-Schwert können Sie schon genug erreichen und Gegner erweichen. Also haut rein, Freunde!

Name:

Dragonfable

Website:

Sprache:

Englisch

Genre:

Action

Präsentation:

+++++

Zugänglichkeit:

++++

Spielspaß:

++++

Downloadclient:

nein

Premium:

ja

Zeitaufwand:

sehr hoch

Lästerfaktor:

++

Alle bisher getesteten Browserspiele finden Sie in der Übersicht.

Gerald Meyer, Jahrgang 1975, ist freiberuflicher Autor; zuletzt erschien von ihm Das Abandonware-Lexikon . Meyer war Gründer des "G. Meyer Taschenbuch Verlag", in dem insgesamt 52 Titel erschienen sind, u. a. Klassiker-Neubearbeitungen, vorwiegend jedoch Newcomer aus dem Underground. Er ist Mitglied im Komitee des Kurd-Laßwitz-Preises. Website: www.geraldmeyer.de


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