EA-Chef zur Pandemic-Schließung - »Spiele ok, Standort zu teuer«

Der EA-Chef John Riccitiello hat sich zur Schließung der Pandemic-Studios geäußert.

von Peter Smits,
06.12.2009 14:32 Uhr

Der Publisher-Riese Electronic Arts hat im Zuge massiver Sparmaßnahmen am 18.11.2009 die Schließung der Pandemic-Studios offiziell bestätigt. Das traditionsreiche Entwicklerstudio Pandemic war unter anderem für die erfolgreichen Videospiel-Serien Mercenaries und Star Wars Battlefronts verantwortlich und wurde erst vor zwei Jahren von Electronic Arts übernommen. Durch die Schließung von Pandemic haben 200 Angestellte ihren Job verloren. Ihren Ärger drückten die ehemaligen Mitarbeiter in Foren aus, in denen sie die Schuld an der Misere bei der eigenen Marketingabteilung und Geschäftsführung suchen.

Warum das Entwicklerstudio wirklich geschlossen wurde, verriet EA-Chef John Riccitiello der englischsprachigen Internetseite kotaku.com. Demnach sind nicht die qualitativ unterdurchschnittlichen Spiele, die Pandemic nach der EA-Übernahme produziert hat, an der Schließung schuld. Ausschlaggebend waren die Kosten, die der Standort in Kalifornien verursacht hat, und die Position Pandemics in Electronic Arts Zukunftsplänen.

Pandemics letztes Projekt: The SaboteurPandemics letztes Projekt: The Saboteur

Das Entwicklerstudio Pandemic befand sich laut Riccitiello an einem kostenintensiven Standort. Insgesamt koste es in Kalifornien zwei- bis dreimal so viel Mitarbeiter zu beschäftigen, wie es in Montreal, England, Osteuropa oder China kostet. Dort unterhält Electronic Arts ebenfalls Entwicklerstudios. Hinzu kommt, dass Pandemic laut Riccitiello nicht in die zukünftige Ausrichtung des Publishers Electronic Arts gepasst hätte. Riccitiello sieht in digitalen Spielen (free-2-play, FaceBook, iPhone, digitaler Download, etc.) die Zukunft. Diese Sparte Videospiele mache laut dem EA-Chef bereits im nächsten Jahr mehr als die Hälfte aller Videospiele aus. Aus diesem Grund wolle EA in Zukunft weniger Spiele in den Laden bringen, sondern sich mehr auf den digitalen Markt konzentrieren. Ángesichts dieser Strategie entschied Riccitiello, dass Pandemic keine ideale Investition in die Zukunft sei.

Die Qualität von Pandemics letztem Projekt, The Saboteur, zweifelt John Riccitiello dagegen nicht an: "Wir hoffen, dass die Fans The Saboteur wollen. Ich denke, sie werden es. Dann werden wir möglicherweise einen Nachfolger produzieren." Im GameStar-Test erreichte Pandemics letztes Action-Adventure stattliche 85%.


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