Early-Access-Games - Umstrittener Service EarlyNinja verspricht "Versicherung" für Spielekunden

Immer wieder scheitern Early-Access-Titel noch in der Entwicklung und das Geld der Spieler ist weg. Ein neues Start-Up plant, die Entwicklung solcher Spiele zu überwachen und gegebenfalls Investoren ihr Geld zurück zu zahlen. Umgehend gerät das Projekt in die Kritik der Entwickler.

von Tim Pulsmeier,
26.01.2017 16:50 Uhr

Das Start-Up-Unternehmen EarlyNinja möchte die Early-Access-Entwicklung von Spielen wie ARK: Survival Evolved überwachen und gegebenenfalls Käufer entschädigen.Das Start-Up-Unternehmen EarlyNinja möchte die Early-Access-Entwicklung von Spielen wie ARK: Survival Evolved überwachen und gegebenenfalls Käufer entschädigen.

Sei es Rust, ARK: Survival Evolved oder DayZ - in den vergangenen Jahren nahm die Early-Access-Entwicklung zu, die Spielerzahlen steigen Monat um Monat. Zugleich wuchs allerdings auch die Anzahl an Projekten, die ihren Release verschieben mussten oder sogar abgebrochen wurden. Das Start-Up EarlyNinja wirbt jetzt mit der "Revolution des Early Access" - einschließlich der Auszahlung für enttäuschte Käufer.

Eine Versicherung für Spieler

Nicht ganz ohne Ironie: EarlyNinja will sein Startkapital auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter verdienen. Das Start-Up, das gegen blinde Investitionen von Spielern schützen will, fordert also zur blinden Investition auf.

Das sieben-köpfige Team aus London möchte Early Access revolutionieren: So planen sie, Entwickler mit diesem Entwicklungsmodell in einer Publisher-ähnlichen Form zu unterstützen und zu beraten. Zusätzlich möchten sie aber Verkaufseinnahmen für die Entwickler aufbewahren. Diese sollen erst nach dem Erreichen zu Beginn festgelegter Meilensteine nach und nach ausgezahlt werden. Werden diese Meilensteine nicht erreicht, winken den Spielern anteilige Rückzahlungen.

Entwickler umwirbt das Studio mit einer nach eigenen Angaben geringen Abgabe von 15 Prozent, Steam und Co. verlangen dagegen fast ein Drittel der Einnahmen. Dazu sollen Entwickler durch die externe Prüfung einen höheren Vertrauensgrad genießen und so mehr Verkäufe erzielen. Doch gerade die potentiellen Partner laufen Sturm gegen das Projekt.

Entwickler distanzieren sich von EarlyNinja

Für die Unruhe sorgte unter anderem eine Voting-Seite des Start-Ups, auf der zahllose, aktuelle Early-Access-Titel aufgeführt sind. Hier sollten Spieler abstimmen, welche Titel - darunter auch Top-Seller wie Rust oder ARK: Survival Evolved - sie gerne im Sortiment von EarlyNinja sehen würden.

Es folgten Beschwerden zahlreicher Entwickler, die sich von diesem Projekt distanzierten. Keiner von ihnen sei um eine Erlaubnis für diese Verwendung ihres Titels gefragt worden. EarlyNinja verbleibt zunächst passiv - in einer Stellungnahme geben sie an, den Beschwerden nachzukommen.

Das gerade die Freiheit in der Entwicklung, die Early Access auszeichnet, jetzt zusammen mit den Finanzen an ein anderes Unternehmen abgegeben werden soll, stößt bei zahlreichen Entwicklern auf Unverständnis. Sollten EarlyNinja ihr Kickstarter-Ziel von 75.000 Pfund erreichen, könnte es sich für sie als schwierig erweisen, Partner in der Branche zu finden.

Mehr Infos zu Survival- und Horrorspielen gibt es auf Survivethis.news.

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