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Edge of Tomorrow - Täglich stirbt das Murmeltier

Wie im Computerspiel: Tom Cruise stirbt sich im Kinofilm Edge of Tomorrow durch einen Sci-Fi-Krieg. Das sieht toll aus und trifft immer den richtigen Takt zwischen Humor und Action. Ein echtes Blockbuster-Hightlight.

von David Hain,
27.05.2014 10:00 Uhr

Edge of Tomorrow - Tom Cruise als Zeitreisender im ersten Trailer 2:25 Edge of Tomorrow - Tom Cruise als Zeitreisender im ersten Trailer

Das ist doch mal ein ungewöhnlicher Start für einen Film mit Tom Cruise: Lt. Col. Bill Cage ist beim Militär für die Pressearbeit zuständig, mit dem eigentlichen Kämpfen will er nichts zu tun haben. Immerhin kämpft die Menschheit gegen eine unbekannte Alienrasse, die totale Auslöschung droht. Cage mobilisiert die Massen, ruft in TV-Ausstrahlung dazu auf, sich einberufen zu lassen. Als er allerdings selbst zur kämpfenden Truppe abkommandiert wird, bekommt er Angst und flieht. Schließlich hat er seinen Beruf doch extra gewählt, erklärt er, um nicht kämpfen zu müssen.

Tom Cruise als hasenfüßiger Deserteur, der noch nie eine Waffe in der Hand hatte? Das kann man wohl mit Fug Und Recht als Novum in Cruise's von Macho-Stereotypen getriebener Karriere bezeichnen. Schon allein deshalb wirkt Edge of Tomorrow angenehm frisch und erweckt nicht bereits nach wenigen Sekunden das übliche Gefühl des bereits Gesehenen. Natürlich bleibt auch dieser Film nicht frei von gängigen Hollywood-Klischees, aber er bemüht sich redlich, sie zu kaschieren.

All you need is Kill

Die originelle Grundidee verdankt Edge of Tomorrow übrigens einem japanischen Roman namens »All you need is kill«, der gekonnt die geniale Prämisse vom täglich grüßenden Murmeltier mit der in Ostasien so beliebten Military-Science-Fiction vermengt. Wie im Buch stirbt nun auch hier die Hauptfigur immer und immer wieder, wacht danach aber exakt einen Tag vor dem Exitus wieder auf - und kann es nun besser machen.

Genauso spannend und spaßig wie sich das liest und es in den Trailern wirkte, ist es dann auch auf der großen Leinwand. Dabei wird das Interesse des Publikums nicht einmal von der Frage, nach dem Warum befeuert - wie Cruise's Charakter zu seiner Fähigkeit kommt, verrät der Film gleich zu Beginn. Regisseur Doug Liman hat indes verstanden, dass manchmal eben auch die Reise das Ziel sein kann.

Edge of Tomorrow - Bilder zum Kinofilm ansehen

Statt also die Aufmerksamkeit der Zuschauer künstlich über Niveau zu halten, in dem er eine große Enthüllung oder einen brachialen Twist ans Ende stellt, räumt er derlei falsche Fährten gleich von Beginn an aus und tobt sich mit der eigentlichen Grundidee aus. Cruise stolpert die ersten anderthalb Stunden also wie ein Hampelmann über das Schlachtfeld, auf dem er immer wieder sein Leben einbüßt und als Zuschauer muss man unweigerlich ein bisschen lachen - der große Actionheld ganz klein.

Täglich stirbt das Murmeltier

Doug Liman tut gut daran, keine unnötig ernsten Töne mitschwingen zu lassen oder jeden dieser Tode als mittelschweres Drama zu inszenieren. Wenn Bill Cage mal wieder sein Leben lässt, dann stönt er davor meist sogar noch genervt auf, meckert, weil ihm mal wieder jemand eine Waffe an den Kopf hält. Liman läuft in diesen Momenten zur Höchstform auf, schneidet die Tode zu virtuosen Schnittmontagen aus wiederholten Dialogen und Sterbeszenen, die ob ihrer Absurdität gerne auch mal Comedy-Trickserien erinnern.

Edge of Tomorrow ist zwar noch lange keine Action-Komödie, aber es schwingen immer wieder sehr leichtfüßige Momente mit. Besonders im Zusammenspiel mit Emily Blunt, die mit ihrer spröden Humorlosigkeit den perfekten Gegenpart zu Cruise's Rolle gibt. Wenn der sich beim Training mal wieder unachtsam den Rücken bricht, zieht Madame Eisenhart die Waffe und erschießt ihn eiskalt. Auf das er es am nächsten Tag besser machen möge.

Erst gegen Ende, wenn ein kleiner Storytwist die Karten plötzlich nochmal neu mischt, wird das Geschehen deutlich dramatischer und gewinnt an Spannung - genau der richtige Moment also, bevor dem Publikum das Schicksal der Charaktere möglicherweise gleichgültig werden würde. Insgesamt muss man Doug Liman und seinen - so munkelt man - insgesamt acht Drehbuchautoren ein großes Lob aussprechen. Große Sommer-Blockbuster mit so gut austarriertem Tempo, wie in diesem Fall, gibt es nur noch ganz selten.

Edge of Tomorrow - 13-minütiges Special zum SciFi-Film mit Tom Cruise 13:32 Edge of Tomorrow - 13-minütiges Special zum SciFi-Film mit Tom Cruise

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