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Empire Earth im Test - Gute Echtzeit-Strategie quer durch die Menschheitsgeschichte

Putschversuch gescheitert: Ärgerliche Kleinigkeiten verhageln Rick Goodmans epischem Strategie-Spektakel Empire Earth im Test den Sieg über Genreprimus Age of Empires 2.

von Martin Deppe,
01.01.2002 15:12 Uhr

Das Heimatmuseum in Ihrer Stadt zeigt nur die halbe Wahrheit: Die Faustkeile in den Vitrinen waren mehr als bloß Schabe- und Schneidewerkzeuge, sie spalteten auch viele Neandertaler-Schädel. Bei aktuellen Konflikten sind die Mittel mit Kampffliegern und Panzern zwar moderner, die Beweggründe aber die gleichen. Rick Goodman, ehemals Lead Designer von Age of Empires, will mit Empire Earth mehrere tausend Jahre Krieg in ein Echtzeit-Strategiespiel packen. Mit hübscher 3D-Grafik und bombastischem Umfang bläst sein neues Spiel zum Angriff auf die Referenz Age of Empires 2.

Epochale Entwicklungen

Gold, Holz, Steine und Nahrung sammelten die Untertanen schon in AoE 2. Neu ist in Empire Earth das Eisenerz. Ein in jeder Mission unterschiedliches Limit begrenzt das Wachstum Ihres Volkes und bleibt auch beim Bau neuer Wohnhäuser gleich.

Die heben lediglich die Moral und somit die Kampfkraft Ihrer Leute. Haben Sie genug Ressourcen angehäuft und ausgegeben sowie die wichtigsten Gebäude eines Zeitalters gebaut, beginnt das Dorfzentrum auf Knopfdruck den Aufstieg in die nächste der zwölf Epochen. Zugleich steigt das Bevölkerungslimit um einen in jedem Zeitalter anderen Wert.

Im freien Spiel oder in Multiplayer-Duellen arbeiten Sie sich so von der Steinzeit vor bis in das Jahr 2200, wo Laserkanonen und Mechs aufeinander treffen. Die Auswahl an Rohstoffen verändert sich dabei nicht, auch wenn der Verbrauch an Holz beim Bau neumodischen Kriegsgeräts eher gering ausfällt. In der Moderne sind hauptsächlich Eisen und Gold gefragt, vor allem für die Erforschung neuer Technologien. Wie ihre Vorfahren fördern Rock- und Anzugträger die Metalle per Spitzhacke aus Vorkommen in der Landschaft. Genauso wichtig wie im Vorbild: exzessiver Mauerbau zur Gebietssicherung.

Volks-Tuning

Im Nano-Zeitalter zerstören Mechs einen Tempel. Die Gebäude im Hintergrund stammen aus einer früheren Epoche.Im Nano-Zeitalter zerstören Mechs einen Tempel. Die Gebäude im Hintergrund stammen aus einer früheren Epoche.

In Empire Earth finden Sie keine total unterschiedlichen Parteien nach Art von StarCraft. Einheiten wie der Albatross-Jagdflieger stehen in den Kampagnen zwar nur den Deutschen zur Verfügung, im Mehrspieler- und Geplänkel-vilisationspunkte als Belohnung, die Sie sofort ausgeben können. Das ist auch ratsam, denn die Veränderungen im Civ-Editor haben deutliche Auswirkungen auf die Werte Ihrer Einheiten. Im Mehrspieler-Modus verliert der Editor etwas an Bedeutung. Was nützen schon hochgerüstete Reiter, wenn Sie gegen Ende des Spiels mit Mechs kämpfen? Am besten investiert sind die Punkte sowieso in die Wirtschaft, also für Arbeiter und Gebäude.

Knüppel, Kanonen, Kampfroboter

Welche Truppen Sie ins Gefecht schicken, hängt natürlich vom Entwicklungsstand Ihrer Zivilisation ab. Anfangs schwingen Höhlenmenschen Keulen und bewerfen die Gegner mit Steinen. Erst in der siebten Epoche (Renaissance) erfinden die Forscher das Schieðulver. Richtig zur Sache geht es in der Zukunft: Dann stapfen schwere Mechs durch die gegnerischen Reihen und leuchten den Feinden per Laser heim. Spaßig sind die Spezialfähigkeiten mancher Kämpfer, die Sie allerdings nur aus dem Handbuch erfahren. So marschiert der Partisan durch normalerweise unpassierbaren Wald, und die Hyperion- und Poseidon-Roboter nehmen gerne mal eine Abkürzung über den Meeresgrund. Durch die riesige Zahl an Einheiten wird Empire Earth allerdings schon zu komplex. Es ist fast unmöglich, sich die Eigenheiten sämtlicher Untergebenen ohne ausgiebiges Gedächtnistraining zu merken. Deshalb verdienen das sehr gute Handbuch und das beiliegende Poster ein Extralob.

Empire Earth - Screenshots ansehen

Wenn Sie große Gruppen von Panzern oder Schiffen über die Karten befehligen, tritt eine der Macken von Empire Earth zu Tage: Die Kolosse verhaken sich gerne. Mehr als einmal war im Test eine Mission verloren, weil eine Fähre von festgefahrenen Kollegen blockiert wurde. Gegnerische Zerstörer versenkten das Transportschiff, bevor es das Ufer erreichen konnte. Große Landungsangriffe arten immer in ein Bedienungsdesaster aus. Acht Formationsbefehle bringen am Land etwas Ordnung in das Chaos. Innerhalb einer Gruppe stellen sich Einheiten mit großer Reichweite automatisch nach hinten.

Wer gegen wen?

Tierherden liefern beständig Nahrung, solange Sie Jungtiere der Gruppe in Frieden nachwachsen lassen.Tierherden liefern beständig Nahrung, solange Sie Jungtiere der Gruppe in Frieden nachwachsen lassen.

Egal, mit was für Truppen der Gegner auf Sie einstürmt, es gibt garantiert ein schlagkräftiges Gegenmittel. Mit welchen Einheiten Sie sich am besten wehren, erfahren Sie nur aus dem Handbuch und dem detaillierten Einheitenposter.

Die Kräfteverhältnisse sind in den ersten Epochen noch leicht zu merken, werden aber spätestens in der Zukunft mit jeweils fünf Mechtypen und Cyberkriegern zum komplizierten Gedächtnisspiel. Nur manchmal verraten die Tipps im Missionsbriefing, wie Sie optimal reagieren. Dabei wären diese Informationen extrem wichtig, weil Empire Earth wie kaum ein anderes Spiel auf das bewährte »Papier Stein Schere«-Prinzip setzt, nur eben in einer wesentlich komplexeren Variante.


Praktisch: Ihre Kämpfer fassen Sie nicht nur mit komplizierten Tastenkombinationen zu Trupps zusammen, sondern auch per Klick in die Kästchen am unteren Bildschirmrand. Unglaublich nervig ist die Bedienung der Lufteinheiten: Um Jäger und Bomber zu starten, müssen Sie den Flugplätzen Wegpunkte setzen. Die Flieger selbst lassen sich erst umständlich in der Luft anwählen. Wenn der Sprit knapp wird, kehren sie kurz vor dem Ziel einfach um - anstatt schon beim Befehl die Ausführung zu verweigern. Oft holt die feindliche Flugabwehr Ihre stur dahinfliegenden Piloten vom Himmel.

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