Erpresser-Schadsoftware Wannacry - Fast nur Systeme mit Windows 7 betroffen

Entgegen vielen Berichten hat die Ransomware Wannacry vor allem Rechner mit Windows 7 infiziert. Windows XP spielt nur eine kleine Rolle.

von Georg Wieselsberger,
22.05.2017 07:27 Uhr

WannaCry hat vor allem Rechner mit Windows 7 infiziert.WannaCry hat vor allem Rechner mit Windows 7 infiziert.

In den Nachrichten war die Erpresser-Schadsoftware Wannacry vor allem dann zu sehen, wenn wichtige Rechner wie beispielsweise die Anzeigen auf Bahnhöfen betroffen waren, die noch immer auf dem uralten Windows XP basieren. Da Windows XP seit 2014 keinerlei Updates mehr erhält, sind vorhandene Sicherheitslücken wie offene Scheunentore für Angreifer. Microsoft stellte wegen Wannacry aber ausnahmsweise noch einmal einen Patch bereit, der die ausgenutzte Lücke schließt.

Fast nur Windows 7 betroffen

Doch wie Kaspersky Labs nun meldet, zeigen die Analysen, dass das alte Betriebssystem Windows XP bei den Angriffen durch Wannacry kaum eine Rolle gespielt hat. Rund 98 Prozent aller befallenen Rechner waren mit dem noch immer sehr beliebten Windows 7 ausgestattet. Der Mainstream-Support durch Microsoft für Windows 7 wurde zwar schon im Januar 2015 eingestellt, doch das bedeutet nur, dass es keine neuen Features mehr für das Betriebssystem geben wird. Sicherheitsupdates wird Microsoft noch bis zum 14. Januar 2020 veröffentlichen.

Windows 7 war eigentlich geschützt

Da Microsoft für Windows 7 schon im März ein Update bereitgestellt hatte, dass die Wannacry-Sicherheitslücke schließt, hätten die befallenen Rechner eigentlich geschützt sein müssen. Doch bei Windows 7 gibt es keinerlei Zwang, angebotene Windows-Updates zu installieren. Die Updates werden optional angeboten und können daher auch abgelehnt oder lange verschoben werden.

In diesem Zusammenhang hatte Microsoft erst vor wenigen Tagen Unternehmen, Regierungen und Nutzer kritisiert, die ihre Systeme nicht auf dem aktuellen Stand halten, die Informationen von Microsoft zur Sicherheit ignorieren und damit viele Angriffe erst möglich machen. Die Zahlen von Kaspersky scheinen diese Ansicht nun zu bestätigen.

Quelle: Kaspersky


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