Es war einmal #56 - Indianer-Shooter in der Warteschleife

Diese Woche in »Es war einmal«: Die ewige Entwicklungszeit von Prey.

von Peter Smits,
12.03.2011 10:00 Uhr

Täglich berichtet GameStar.de über die aktuellen Ereignisse in der Welt der Videospiele, doch wie ist der »status quo« überhaupt entstanden? In dem wöchentlichen Format »Es war einmal« wagen wir den Blick in die Vergangenheit und präsentieren Ihnen die wichtigsten News, die heißesten Gerüchte, und die besten Neuerscheinungen vor genau neun Jahren.

07. März 2002 - 13. März 2002

Die wichtigste News

Prey lebt - oder doch nicht?

Wer den Namen 3D Realms hört, denkt meist an Duke Nukem Forever . Der Duke war das größte Projekt des Entwicklerstudios und im Endeffekt auch das Projekt, an dem es scheiterte. Seit 1997 war Duke Nukem Forever in der Entwicklung, 2009 schloss 3D Realms die Pforten. Die Entwicklung hat Gearbox übernommen, der Ego-Shooter soll noch in diesem Jahr erscheinen. Trotzdem ist er etwas Besonderes, ein Mythos, ein Running-Gag. Jahrelang konnten Spieler und Presse über das »Nicht-Erscheinen« des Dukes lachen. Was gerne vergessen wird: Es hätte nicht viel gefehlt, und wir hätten nicht über einen blonden Macho, sondern über einen Weltraum-Indianer gelacht.

Bereits 1995, also noch zwei Jahre vor dem Duke, kündigte 3D Realms einen Ego-Shooter namens Prey an. Der sollte durch eine neuartige Portal-Technik und zerstörbare Umgebungen neue Maßstäbe setzen und ebenfalls auf einer von 3D Realms selbst entwickelten Engine basieren. In den ersten Jahren der Entwicklung wechselten die verantwortlichen Programmierer zu schnell: Tom Hall (id Software, Ion Storm) kam und ging, genauso wie Corrinne Yu (Ion Storm, Gearbox). Trotzdem wurde Prey auf der E3 1997 und 1998 gezeigt und erhielt weitgehend positive Pressestimmen. 1999 wurde die Entwicklung dann pausiert, das Projekt wurde jedoch laut 3D Realms nicht eingestampft.

Vor genau neun Jahren kam ein Gerücht auf, laut dem die Arbeiten an Prey wieder aufgenommen wurden. Die Webseite Evil Avatar wollte herausgefunden haben, dass 3D Realms die Entwicklung von Prey an die Human Head Studios abgegeben haben soll. Außerdem habe man die eigenen Erwartungen etwas herunter geschraubt, da Prey nicht mehr auf einer eigenen, sondern auf der id Tech 4-Engine von id Software basieren sollte. Der angebliche Publisher Take 2 wollte sich zu den Gerüchten nicht äußern.

Prey - Screenshots ansehen

Ganz im Gegensatz zu 3D Realms: Joe Siegler, der Webmaster des Entwicklers, äußerte sich im offiziellen 3D-Realms-Forum zu den Prey-Gerüchten. Er wiederholte die Aussage, dass Prey nie eingestellt wurde und sich nur in einer Warteposition befinde: "Eine Entscheidung über die Zukunft des Spiels wird nicht vor Fertigstellung von Duke Nukem Forever fallen." (Bitte jetzt lachen, Anm. des Autors) Es stellte sich jedoch heraus, dass all die von Evil Avatar aufgedeckten Entscheidungen bereits 2001 beschlossen wurden. Human Head Studios arbeitete tatsächlich an Prey und das Actionspiel basierte tatsächlich auf der id Tech 4-Engine. Bekannt wurde all das aber erst 2005, als Prey in der aktuellsten Form der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

3D Realms hatte die Entwicklung jedoch nicht komplett abgetreten und soll eng mit Human Head Studios zusammengearbeitet haben. Prey erschien am 14. Juli 2006 - nach elf Jahren Entwicklungszeit. Dank einigen innovativen Spielfeatures wie das Fehlen von Oben und Unten sowie der schon immer angedachten Portal-Technik konnte der Ego-Shooter überzeugen. Im GameStar-Test erhielt Prey eine Spielspaß-Wertung von 87%. Ob das Spiel einen Nachfolger erhält ist noch unklar. Nachdem 3D Realms schließen musste wanderten die Rechte an die Firma Radar Group, die vom ehemaligen 3D Realms-Chef Scott Miller gegründet wurde. Der kündigte Prey bereits 2008 an, die Entwickler von Humanhead Studios dementierten jedoch. Mittlerweile liegen die Rechte bei Zenimax, der Mutterfirma von Bethesda und id.

Was ist sonst noch passiert?

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